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Freitag, 07. Juli 2017

Dutzende Verletzte bei G20-Demo: Die Lage eskaliert schon vor dem Gipfel

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Rauchschwaden über Hamburg. Auch am Freitagmorgen kam es im Umfeld des G20-Gipfels erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. (Foto: REUTERS)

Rauchschwaden über Hamburg. Auch am Freitagmorgen kam es im Umfeld des G20-Gipfels erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten.

Rauchschwaden über Hamburg. Auch am Freitagmorgen kam es im Umfeld des G20-Gipfels erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten.

Mit Wasserwerfern gingen die Beamten gegen mehrere Sitzblockaden vor, die Zugangsstraßen zum Gipfel versperren sollten.

Letztlich wurden an mehreren Stellen die Blockaden geräumt, Polizisten mussten die Demonstranten zum Teil wegtragen.

Mehrere Autos gingen in Flammen auf. Die Polizei berichtet, auch Streifenwagen seien angezündet worden.

Am frühen Morgens verschwanden zuvor zunächst im Hamburger Schanzenviertel die ersten Spuren der Verwüstung. Die Kehrwagen der Stadtreinigung rückten an - und sie hatten viel zu tun.

Dutzende Fensterscheiben sind zerbrochen, Bankautomaten demoliert, ganze Straßenzüge mit Glasscherben und herausgerissenen Pflastersteinen bedeckt. Die Reste brennender Barrikaden dampfen vor sich hin, es stinkt nach verbranntem Müll.

Am Abend vor dem G20-Gipfel herrschte zuvor stundenlang die Gewalt in den Straßen der Hansestadt.

Es sind hässliche und beängstigende Bilder, die von Hamburg in die Welt gesendet werden, von der Stadt, die sich den Staats- und Regierungschefs der größten Wirtschaftsmächte eigentlich in bestem Licht präsentieren will.

Gerade einmal rund 100 Meter weit kommt der Zug der Autonomen-Demo "Welcome to Hell" am frühen Abend. Dann ist Schluss für rund 12.000 Menschen, die eigentlich gegen den G20-Gipfel am Freitag und Samstag protestieren wollten.

Wegen Hunderter Vermummter im Schwarzen Block versperren Wasserwerfer, Räumpanzer und ein Großaufgebot an Polizisten den Weg vom Hamburger Fischmarkt Richtung Reeperbahn.

Doch nach dem schnellen Abbruch eskaliert die Lage. Zahlreiche Demonstranten flüchten in Richtung Reeperbahn oder Altona.

Stundenlang liefern sich Linksautonome und Polizisten Scharmützel in mehreren Vierteln.

Die Krawallmacher reißen Pflastersteine aus den Straßen, um sie auf Beamte zu werfen. Im Minutentakt fliegen Flaschen, Böller werden gezündet, Verkehrsschilder aus ihrer Verankerung gerissen.

Die Polizei antwortet mit dem Einsatz von Wasserwerfern, Schlagstöcken und Pfefferspray.

Immer wieder knallt es an einer anderen Ecke, die Lage ist unübersichtlich. "Ganz Hamburg hasst die Polizei", so schallt es immer wieder durch die Straßen.

Die Randale geht weit über das hinaus, was die von den jährlichen 1.-Mai-Demos krawallerprobte Hamburger Polizei gewohnt ist.

"Wir sind entsetzt über die offensichtliche Gewaltbereitschaft", twittert die Polizei.

Die Veranstalter der Demo schieben der Polizei den Schwarzen Peter zu.

"Durch gezielte Angriffe provozierten die Polizeikräfte Gegenwehr und nutzten diese Lage, um eine Situation zu schaffen, in der nichts anderes übrig blieb, als die Versammlung aufzulösen", schreiben sie in der Nacht in einer Mitteilung.

"Heute hat die Polizei alle behandelt als wären sie gewaltbereit", sagt Johannes Findeisen empört. Er ist 37 und hat nach eigener Aussage schon mehr als 20 Demonstrationen in Hamburg erlebt.

Die Bilanz der Gipfel-Vornacht ist traurig: Am frühen Morgen zählt die Polizei mindestens 111 Verletzte allein in ihren Reihen.

Zahlen über verletzte Demonstranten gibt es zunächst nicht.

Ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr bilanziert gegen 1.30 Uhr: "Es hätte schlimmer kommen können."

Doch die Fronten zwischen den Gipfelgegnern und der Polizei sind nun extrem verhärtet.

Tausende gewaltbereite Autonome sind in der Stadt. Und der eigentliche Gipfel beginnt erst noch.

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