Glykol im Wein, Unkrautvernichtungsmittel in Futtermitteln, umdatiertes Fleisch in neuer Verpackung: ...Bild 1 von 39 Lebensmittelskandale haben den Deutschen immer wieder den Appetit verdorben.Bild 2 von 39 Seit den 80er Jahren häufen sich die tatsächlichen und vermeintlichen Skandale - auch weil die Kontrollen genauer wurden.Bild 3 von 39 Fast sprichwörtlich wurde der Glykolskandal von 1985. Millionen Flaschen Wein wurden damals vom Markt genommen, nachdem eine gesundheitsgefährdende Chemikalie in Weinen entdeckt worden war.Bild 4 von 39 Vor allem österreichische, aber auch deutsche Weine, waren von dem Skandal um den mit Diethylenglykol gepanschten Wein betroffen.Bild 5 von 39 In der Folge werden die Gesetze verschärft, das Qualitätsbewusstsein der Verbraucher steigt, österreichischer Wein gilt lange - zu Unrecht - als minderwertig.Bild 6 von 39 Kurz danach löst der "Flüssigei-Skandal" eine Krise bei deutschen Nudelherstellern aus. Die Medien berichten über die Verwendung bebrüteter oder befruchteter Eier in Nudeln.Bild 7 von 39 Vom Stuttgarter Regierungspräsidium werden in diesem Zusammenhang auch Birkel-Produkte genannt. Ein Fehler, wie sich später herausstellt: ...Bild 8 von 39 Die auffälligen Laborwerte sind auf die Beimischung von Trockenei zurückzuführen, und die ist legal.Bild 9 von 39 Für Birkel kommt die Entlastung zu spät: Der Familienbetrieb muss wegen eines drastischen Umsatzeinbruchs aufgeben. 1990 wird die Firma an Danone verkauft. Nach einem Management-Buyout ist das Unternehmen heute wieder selbstständig.Bild 10 von 39 Die 1980er Jahre waren jedoch auch die Hochzeit tatsächlicher Lebensmittel-Skandale. Das ARD-Magazin "Monitor" berichtet 1987 über Larven von Fadenwürmern in Fischen.Bild 11 von 39 Vor allem in den Eingeweiden von Seefischen tauchen die so genannten Nematoden auf. Die Umsätze mit Fisch brechen drastisch ein, die Verunsicherung der Verbraucher dauert bis heute an.Bild 12 von 39 Die Industrie gelobt Besserung. Dennoch findet die Zeitschrift "Öko-Test" sieben Jahre später erneut Fadenwürmer in Fischstäbchen.Bild 13 von 39 Heute würden wir von Gammelfisch sprechen. Wirklich bedrohlich sind Fadenwürmer nur, wenn befallener Fisch roh verzehrt wird.Bild 14 von 39 Im Jahr 2000 erreicht die Rinderseuche BSE Deutschland. Die Krankheit war 1985 erstmals in England festgestellt worden.Bild 15 von 39 Der Rindfleischkonsum bricht - vorübergehend - drastisch ein. Gesundheitsministerin Andrea Fischer und Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke müssen ihre Ämter aufgeben.Bild 16 von 39 Das alte Bundesministerium "für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten" wird umgewandelt ins Ministerium "für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft" - Verbraucherschutz rückt an die erste Stelle.Bild 17 von 39 An der Spitze des Ministeriums steht nun kein Bauernlobbyist mehr, sondern erstmals eine Frau, eine Städterin, eine Grüne: Renate Künast.Bild 18 von 39 Ihr Nachfolger Seehofer ändert den Namen des Ministeriums erneut: "Ernährung" rückt auf Platz eins vor, "Verbraucherschutz" an den Schluss.Bild 19 von 39 Die BSE-Krise ebbt unterdessen langsam ab. Bis August 2006 werden 400 BSE-Fälle in Deutschland bestätigt, nur vier davon zwischen Januar und August 2006.Bild 20 von 39 Nebenbei beschert die Rinderseuche der Biobranche einen kleinen Aufschwung. Im September 2001 führt Renate Künast das erste staatliche Bio-Siegel ein.Bild 21 von 39 Neben den eher traditionellen Öko-Läden entstehen immer mehr Biosupermärkte und sogar Öko-Pommesbuden.Bild 22 von 39 Auch Discounter und klassische Supermärkte nehmen immer mehr Bio-Produkte in ihr Angebot auf.Bild 23 von 39 Das Künast-Ministerium legt ein Verbraucherinformationsgesetz vor. Alle Informationen über Lebensmittel, die den Behörden vorliegen, sollen auch den Verbrauchern zugänglich gemacht werden. Die Union verhindert dieses Gesetz im Bundesrat.Bild 24 von 39 Der Nitrofen-Skandal bringt einen Rückschlag: 2002 wird das Unkrautvernichtungsmittel in Bio-Lebensmitteln gefunden. Es kommt aus Futtermitteln, bei denen die Belastung bis zu 200.000fach über dem Grenzwert liegt.Bild 25 von 39 Der Nitrofen-Skandal ist der erste Lebensmittelskandal der Biobranche. In der alten Bundesrepublik war Nitrofen seit 1988 verboten, in Ostdeutschland seit 1990.Bild 26 von 39 Der Hintergrund des Skandals ist fast banal: Das Getreide lagerte in einer Halle, in der DDR-Restbestände des Unkrautvernichtungsmittels aufbewahrt worden waren.Bild 27 von 39 Ebenfalls 2002 entdecken schwedische Wissenschaftler Acrylamid in Lebensmitteln. Die Verbindung ist krebserregend ...Bild 28 von 39 ... und entsteht beim Backen, Braten, Grillen und Frittieren von Kartoffeln und getreidehaltigen Lebensmitteln.Bild 29 von 39 Betroffen sind Produkte wie Knäckebrot, Chips, Pommes frites, aber auch Spekulatius, Lebkuchen und Kaffee.Bild 30 von 39 Vergeblich fordern Verbraucherschützer wie Foodwatch eine Pflicht zur Produktkennzeichnung. Faktisch bleibt die Lösung des Problems damit dem guten Willen der Hersteller überlassen.Bild 31 von 39 "Acrylamid ist ein Beispiel dafür, wie Politiker und Industrie mit einem Risikostoff umgehen", meint Foodwatch. "Das Prinzip des vorsorgenden Verbraucherschutzes wird wirtschaftlichen Interessen geopfert."Bild 32 von 39 2005 beginnt die anhaltende Serie von Gammelfleisch-Skandalen. Zunächst sieht es nach Einzelfällen aus: In zwei Real-Supermärkten werden im März Mitarbeiter beim Manipulieren von Datumsangaben auf Fleischverpackungen ertappt.Bild 33 von 39 Im Oktober wird bekannt, dass ein bayerischer Fleischhändler aus Deggendorf tonnenweise Schlachtabfälle aus der Schweiz umdeklariert und an Lebensmittelproduzenten verkauft hat.Bild 34 von 39 Ähnliche Fälle häufen sich. Im Januar 2006 wird in Passau verdorbenes Wildfleisch gefunden. Verbraucherminister Seehofer legt einen Zehn-Punkte-Plan vor, in dem er unter anderem verbesserte Lebensmittelkontrollen fordert.Bild 35 von 39 Der bayerische Verbraucherminister Schnappauf will gar eine "Task Force" einrichten, die verschärft kontrollieren soll.Bild 36 von 39 Es bleibt bei den Ankündigungen. Im August wird in bayerischen Betrieben erneut Gammelfleisch gefunden.Bild 37 von 39 Jetzt fordert Schnappauf härtere Strafen. Seehofer fordert, die Zuständigkeit für Lebensmittelkontrollen auf den Bund zu verlagern.Bild 38 von 39 Eine Verbesserung der Situation erhofft sich Seehofer zudem von seinem Verbraucherinformationsgesetz. Anbieter von Gammelfleisch sollen künftig öffentlich genannt werden. Kritiker nennen das Gesetz jedoch zahnlos.Bild 39 von 39