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"Abscheuliches Verbrechen": Israel stürmt Hilfskonvoi

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Die Militäraktion endet in einem Blutbad. (Foto: Reuters)

Die Militäraktion endet in einem Blutbad.

Die Militäraktion endet in einem Blutbad.

Neun Menschen sterben, ...

... als das israelische Militär eine internationale Flottille mit Hilfsgütern für den Gazastreifen erstürmt.

Mehr als 50 weiterer Menschen werden dabei verletzt, einige von ihnen schwer.

An Bord der sechs Schiffe mit rund 700 pro-palästinensischen Aktivisten befanden sich etwa 10.000 Tonnen Hilfsgüter.

Diese sollten zum Gazastreifen transportiert werden, den Israel seit der Machtübernahme der Hamas im Sommer 2007 weitgehend blockiert.

Der Konvoi hatte am Sonntag die zyprischen Hoheitsgewässer verlassen und sich auf den Weg zum Gazastreifen gemacht. Israel hatte wiederholt damit gedroht, die kleine Flotte notfalls mit Gewalt zu stoppen.

Zugleich hatte es aber den Aktivisten angeboten, die Hilfsgüter im Hafen von Aschdod zu löschen.

Darauf war die Hilfsflotte von "Free Gaza" nicht eingegangen. Als sich ihr Kriegsschiffe der israelischen Marine näherten und die Kapitäne aufforderten, abzudrehen und sich nicht in das gesperrte "Kriegsgebiet" hineinzubegeben, ...

... antwortete der Kapitän eines der großen türkischen Schiffe mit rund 500 Aktivisten an Bord offenbar "negativ, negativ". Daraufhin kam der Befehl zum gewaltsamen Entern des Konvois.

Hunderte israelischer Soldaten erklommen die kleineren Boote mit Leitern, während andere von Hubschraubern abgeseilt wurden.

Nach israelischen Darstellungen hätten sich dann die Demonstranten mit "langen Messern" und anderen "Waffen" auf die Soldaten gestürzt und versucht, sie zu "lynchen".

Dagegen verwiesen die Organisatoren von "Free Gaza" auf Videoaufnahmen von Bord des Schiffes.

Daraus gehe hervor, dass Soldaten in dem Moment zu schießen begonnen hätten, als sie an Bord kamen.

Auf der "Marmara" befanden sich auch mehrere Deutsche:

Nach Angaben des Auswärtigen Amts sind die beiden Abgeordneten der Linkspartei Annette Groth und Inge Höger, die sich auf dem Schiff "Marmara" befanden, wohlauf.

Auch der ehemalige Abgeordnete der Linken, Norman Paech, blieb unverletzt.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes waren insgesamt zehn Deutsche an Bord der verschiedenen Schiffe.

Auch der schwedische Erfolgsautor Henning Mankell beteiligte sich an der Aktion und war an Bord der "Marmara".

Außenminister Guido Westerwelle äußerte sich "tief besorgt".

Die Europäische Union forderte eine Untersuchung des israelischen Militäreinsatzes.

Arabische Knessetabgeordnete redeten von einem "Massaker" und einem Verstoß der israelischen Besatzungs-Streitkräfte gegen internationales Recht.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach ebenfalls von einem "Massaker" und "abscheulichen Verbrechen" und rief eine dreitägige Staatstrauer in den Palästinensergebieten aus.

Israels Vize-Außenminister Dany Ayalon erklärte, dass es sich bei der "Befreit Gaza"-Aktion um einen Verstoß gegen internationales Recht und ...

... um eine "unerträgliche gewaltsame Provokation handelte, die kein Land der Welt hinnehmen könnte".

Es entspreche durchaus internationalem Recht, wenn Israel in internationalen Gewässern fremde Schiffe mit feindseligen Absichten abfange.

Die Türkei sei rechtzeitig gewarnt und aufgefordert worden, die Schiffe der "Befreit Gaza"-Aktion gar nicht erst ablegen zu lassen.

Vor dem israelischen Konsulat fordern türkische Demonstranten, dem Hilfskonvoi zu Hilfe zu eilen.

Die Türkei berief den israelischen Botschafter ein.

Auch Schweden und Griechenland bestellten die israelischen Botschafter ein.

Es wird mit Unruhen gerechnet als Reaktion auf die gewaltsame Übernahme des Protestkonvois.

Im arabischen Sektor Israels wurde beschlossen, am Dienstag einen Generalstreik auszurufen.

Die israelische Polizei wurde aufgefordert, sich nicht in arabische Dörfer zu begeben, um unnötige "Provokationen" zu vermeiden.

Israel riegelte den Gazastreifen völlig ab. Dutzende mit Nahrungsmitteln beladene Lastwagen, die den Kerem-Schalom-Übergang von Israel in den Gazastreifen passieren sollten, wurden wieder zurückgeschickt.

Weltweit kommt es zu Protesten. Sowohl orthodoxe Juden in Kanada, ...

... als auch Unterstützer der Palästinenser in Kuala Lumpur, ...

... Frankreich, ...

... Ägypten ...

... oder in der Türkei gehen auf die Straße.

Mitglieder des Weltsicherheitsrats verurteilen die israelische Militäraktion aufs Schärfste.

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