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Erinnerung an die Hölle: KZ Sachsenhausen

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Die Gedenkstätte Sachsenhausen ist ein zentraler Ort deutscher Geschichte und Bindeglied verschiedener Epochen. Hier bauten die Nationalsozialisten ein Konzentrationslager, das zum Vorläufer für viele spätere Stätten der Gewalt im faschistischen System wurde.

Die Gedenkstätte Sachsenhausen ist ein zentraler Ort deutscher Geschichte und Bindeglied verschiedener Epochen. Hier bauten die Nationalsozialisten ein Konzentrationslager, das zum Vorläufer für viele spätere Stätten der Gewalt im faschistischen System wurde.

Die Gedenkstätte Sachsenhausen ist ein zentraler Ort deutscher Geschichte und Bindeglied verschiedener Epochen. Hier bauten die Nationalsozialisten ein Konzentrationslager, das zum Vorläufer für viele spätere Stätten der Gewalt im faschistischen System wurde.

Die Wachmannschaften der SS wurden hier ausgebildet, die Lager des Vernichtungssystems verwaltet. Zahlreiche führende SS-Schergen wurden später Kommandanten von Vernichtungslagern, wie Treblinka oder Auschwitz. Im Bild das Truppen-Kasino.

Vor Kriegsbeginn wurde das KZ Sachsenhausen vornehmlich für politische Gegner der Nazis und Juden aus dem Großraum Berlin zur Stätte ihrer Leiden. Durch den Turm A wurden die neuen Häftlinge in das Innere des Lagers gebracht. Die SS-Leute standen Spalier und ...

... begrüßten die Neuankömmlinge mit Tritten und Schlägen. Viele überlebten bereits diese Tortur nicht. Besonders schlimm erging es jüdischen Bürgern nach der Ankunft. Foto: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Heute umrundet eine Mauer den ehemaligen Appellplatz. Sie umreißt die Baracken, die sternförmig um den Haupteingang unter Turm A aufgebaut waren.

Blick vom Turm A auf den Appellplatz. Hier wurden Arbeitskommandos zusammengestellt, die in den zahlreichen Außenstellen des KZ eingesetzt wurden. Foto: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Fast alle waren auf Dauer für die Gefangenen todbringend, denn neben Schikane und Marter hieß das Konzept "Vernichtung durch Arbeit". Die Häftlinge mussten bei Heinkel Flugzeuge bauen oder in Industriebetrieben von Siemens oder AEG arbeiten.

Eines der gefürchtetsten Kommandos war der Einsatz im Klinkerwerk. Ab 1938 wurden in dem Großziegelwerk Steine für die Bauvorhaben Albert Speers produziert. Foto: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Unter Einsatz ihres Lebens schufen die Häftlinge das Material, aus dem Hitlers Wahnvorstellung, die Reichshauptstadt Germania, entstehen sollte. Die Bedingungen bei dieser schweren Arbeit waren brutal. Foto: Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Auch für brutalste Experimente wurden immer wieder Häftlinge herangezogen. Auf der Schuhprüfstrecke mussten die Gefangenen auf verschiedenen Bodenbelägen die Haltbarkeit von Schuhen für die Wehrmacht ausprobieren.

Dabei wurden die Häftlinge mit vielen Kilogramm schweren Rucksäcken beladen. Tagelang mussten sie marschieren und das Sohlenmaterial für den Krieg der Deutschen testen.

In der Mitte des ehemaligen Lagers stehen noch die Baracken der Häftlingsküche (links) und die ehemalige Schreibstube (rechts). In der Häftlingsküche ist die neue Ausstellung zu sehen.

Das Museum "Häftlingsküche" versteht sich als Bindeglied zwischen den 13 Einzelausstellungen des dezentralen Gedenkstättenkonzepts. Es führt den Besucher anhand einer Zeitleiste durch die Geschichte des KZ.

In der Übersicht ist der Aufbau des KZ zu erkennen. Im linken Teil sieht man das Dreieck des Lagers. Eine Symmetrie des Schreckens. Eine Vertikale verbindet den Turm E an der Spitze des Lagers mit dem Turm A als Eingang und als Fortsetzung dem Truppenlager der SS.

An der Seite des Lagers waren nach innen gerichtet die Wachtürme aufgebaut, jeder einzelne mit Vorrichtungen für ein Maschinengewehr. So konnten die Wachposten einen möglichst großen Winkel des Lagers abdecken.

An den Stellen, wo sich damals die Baracken befanden, stehen heute einzelne Gedenksteine mit den Nummern der Unterkünfte.

Die Baracken selbst sind kurz nach dem Krieg zerfallen. Nur wenige konnten gerettet werden oder wurden restauriert. Erst in den sechziger Jahren begannen erste Versuche der DDR, den Ort als Gedenkstätte zu erhalten.

Im Museum "Häftlingsküche" sind Exponate der verschiedenen Einzelausstellungen zu sehen, zum Beispiel Mobiliar aus den Häftlingsbaracken.

Ein selbstgebautes Schachspiel der Häftlinge.

Der Zeitzeuge Karel Hybek zeigt Schülern aus Brandenburg ein Heft, das er während seiner Inhaftierung unter Lebensgefahr angefertigt hat.

Dort hielt er seine Erlebnisse während der Haft fest. Wäre er damit erwischt worden, hätte das wahrscheinlich sein Ende bedeutet.

Ein Brief von Karel Hybek aus dem KZ Sachsenhausen. Briefe durften nur in deutscher Sprache abgefasst werden und wurden durch die SS-Mannschaften kontrolliert. Die Angehörigen durften nur Geld senden, was für viele Häftlinge überlebenswichtig war.

Nach der Okkupation Tschechiens wurden mehr als 1000 Studenten aus Prag verschleppt und im KZ Sachsenhausen festgehalten.

Ein Buch mit Illustrationen aus dem KZ Esterwegen. Esterwegen war der Vorläufer des KZ Sachsenhausen. Es wurde 1936 aufgelöst, die Häftlinge nach Oranienburg gebracht, um das Lager Sachsenhausen aufzubauen.

Ein mobiler Galgen, der im KZ zu demonstrativen Hinrichtungen eingesetzt wurde. Die Furcht sollte die Häftlinge von der Flucht abhalten.

Die Genickschussanlage aus der Station Z - Z nach dem letzten Buchstaben des Alphabets. In diesem Teil fand die Tötung der Häftlinge und die Verbrennung der Leichen statt.

Mit dieser Leichenkarre wurden Leichen aus der Pathologie zur Station Z gebracht.

Der Keller der Häftlingsküche. Hier wurden in großen Massen Kartoffeln geschält. Dennoch gab es kaum genügend zu essen für die Häftlinge. Während des Krieges wurden die Rationen immer weiter zusammengestrichen: Es sollte gerade zum Überleben reichen.

Im Kartoffelschälkeller bemalten die Häftlinge die Wände. Die Zeichnungen wirken auf den ersten Blick fröhlich.

Bei genauerem Hinsehen zeigen sie jedoch die Qualen und Peinigungen, die die Gefangenen im Lager ertragen mussten.

Der Trog zum Waschen der Kartoffeln.

Ein Bild zeichnet den Vorgang in der Lagerküche nach. Ein Bad, das viele Häftlinge auch gerne genommen hätten. Ihnen blieben solche Privilegien verwehrt.

Das Totenbuch des KZ Sachsenhausen. Nach vielen Jahren der Recherche konnten 20.500 Namen von Toten gesammelt werden. Der größte Teil der Unterlagen wurde durch die SS vor der Räumung des Lagers vernichtet.

Der an das neue Museum angeschlossene Lernraum. 14 Computer stehen den Besuchern zur Verfügung und bieten alle verfügbaren Informationen über die Geschichte des Lagers.

Der Turm E an der Spitze des Lager-Dreiecks. Von hier aus wurde auch die Station Z überwacht. Hinter der Mauer ist eine Ausstellung über die Geschichte des Speziallagers der Sowjets angesiedelt.

Der Erschießungsgraben. Er wurde eigens in der Frühphase des Lagers errichtet. Hier fanden unter anderem polnische, niederländische und französische Widerstandskämpfer ihren Tod.

Auch eine Gruppe von 17 luxemburgischen Polizisten wurde hier hingerichtet. Sie hatten sich geweigert, in den Dienst der Nazis zu treten.

Die Reste des Krematoriums. In dieser Anlage, die im Laufe der Zeit weiter ausgebaut wurde, entstand 1943 auch eine Vergasungskammer. Im Herbst 1941 wurden hier mindestens 10.000 sowjetische Kriegsgefangene ermordet.

Die Pathologie des KZ. Die schrecklichen Experimente der Lagerärzte wurden hier ausgewertet. Offiziell waren die Todesursachen meist Selbstmord oder Krankheiten wie Typhus. Die wirklichen Gründe waren aber in der Regel Misshandlungen oder Hunger.

Skrupellose Mediziner, wie der SS-Arzt Joachim Mrugowsky, experimentierten hier zum Beispiel mit vergifteter Munition. Auch Häftlinge mit interessanten Tätowierungen wurden gezielt umgebracht und deren Haut abgezogen.

Im Keller der Pathologie wurden die Leichen der Verstorbenen aufbewahrt. Die Räumlichkeiten wurden mehrmals ausgebaut.

Hier sollen sich, nach Berichten von Häftlingen, die Leichen gestapelt haben. Die Krematorien waren oft überlastet.

Bilder aus dem Krankenrevier des Lagers. Die Häftlinge kamen hier keineswegs zur Gesundung her. Krank zu werden bedeutete für die meisten das sichere Todesurteil. Sie fielen in die Hände von enthemmten und entmenschlichten Medizinern.

Die beiden Baracken der Krankenabteilung sind erhalten und wurden restauriert. Das Krankenrevier war ein Ort furchtbarer Leiden für die Häftlinge.

Ein Blick in die Ausstellung des Krankenreviers.

Mittels Video werden die Aussagen der Zeitzeugen wiedergegeben. Beispielsweise Erinnerungen über die Führung ausländischer Besucher durch das Vorzeigelager der Nazis. Sie bekamen natürlich nicht die ganze Wahrheit zu Gesicht.

In einem abgetrennten Teil, dem Zellenbau, wurden besondere Gefangene des NS-Regimes untergebracht. Das T-förmige Gebäude ist teilweise erhalten.

In dem erhaltenen Teil sind noch die Zellen prominenter Gefangener, wie des Pastors der Bekennenden Kirche, Martin Niemöller, zu sehen. Hier war auch der Platz für besonders brutale Strafen: das "Pfahlhängen" beispielsweise oder der "Bocksprung".

In den Baracken 38 und 39 waren vornehmlich jüdische Gefangene untergebracht. Im September 1992, nur wenige Tage nach dem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten, wurde das Gebäude durch einen rechtsextremistischen Brandanschlag stark beschädigt.

In den beiden letzten im Originalzustand erhaltenen Häftlingsbaracken ist eine Ausstellung über den Alltag der Gefangenen untergebracht. In einer solchen Badestelle mussten sich 400 Insassen innerhalb von 15 Minuten waschen. Wer zu spät zum Appell kam, wurde hart bestraft.

Die Sanitäreinrichtungen der Baracke.

Die Schlafstätten der Gefangenen. Mit der zunehmenden Überbelegung des Lagers wurden immer mehr Menschen in das Gebäude gepfercht.

Zeichnungen berichten von den brutalen Strafen der Wachmannschaften für die Gefangenen.

In solchen Räumen vegetierten die Gefangenen zu Hunderten vor sich hin, erschöpft nach schwerster Arbeit von mindestens zwölf Stunden täglich und den Peinigungen der sadistischen Wachmannschaften.

"Vernichtung durch Arbeit": Unzählige Häftlinge wurden in der Rüstungsindustrie dem vermeintlichen Endsieg der Nazis geopfert. Die SS experimentierte, wie viel Nahrung ein Gefangener brauchte, um gerade so überleben und dennoch arbeiten zu können.

Sachsenhausen war der Versuch, der in den Vernichtungslagern im Osten Europas dann perfektioniert wurde. Um das Lager wurde der Kern der Organisation der SS aufgebaut, darunter auch die Inspektion der Konzentrationslager, die zentrale Verwaltung der Vernichtung.

Auch einige der Attentäter des 20. Juli 1944, dem Anschlag auf Hitler, wurden hier gefangen gehalten. Dieser Gedenkstein erinnert an das Schicksal der in Sachsenhausen Inhaftierten.

Ein Mahnmal der russischen Regierung in Gedenken an die sowjetischen Kriegsgefangenen des KZ Sachsenhausen. Die Sterblichkeit unter ihnen war besonders hoch. Zudem wurden sie Opfer gezielter Vernichtungsaktionen der SS.

Ein Mahnmal der katholischen Kirche zum Gedenken an die Geistlichen, die im KZ gefangen gehalten wurden.

Die Ausstellung über das sowjetische Speziallager, das von 1945 bis 1950 existierte. Misshandlungen blieben hier die Ausnahme. Insgesamt wurden 60.000 Personen gefangen gehalten, von denen 12.000 an Unterernährung und Krankheiten starben.

1961 wurde durch die DDR die Nationale Mahn- und Gedenkstätte eingerichtet. Ein interpretierendes Denkmal überragt bis heute den Innenraum des Lagers.

Die DDR als Staat distanzierte sich von den Verbrechen der Nazis. In der Gedenkstätte wurde besonders das Schicksal der zahlreichen kommunistischen Gefangenen hervorgehoben.

Das KZ Sachsenhausen ist ein beeindruckender Ort. Die grausame Logik des Systems wird besonders deutlich. Mit dem sowjetischen Speziallager ist der Ort Zeuge der epochalsten Ereignisse der jüngeren deutschen Geschichte. (Bild und Text: Markus Mechnich)

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