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Was wurde aus Al-Kaida?: Köpfe des Terrors

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Ein Jahrzehnt lang war Osama bin Laden der meistgesuchte Terrorist der Welt. Geboren wurde er 1957 in Saudi-Arabien. Am 2. Mai 2011 erschoss ihn ein Sonderkommando der US-Armee. (Foto: REUTERS)

Ein Jahrzehnt lang war Osama bin Laden der meistgesuchte Terrorist der Welt. Geboren wurde er 1957 in Saudi-Arabien. Am 2. Mai 2011 erschoss ihn ein Sonderkommando der US-Armee.

Ein Jahrzehnt lang war Osama bin Laden der meistgesuchte Terrorist der Welt. Geboren wurde er 1957 in Saudi-Arabien. Am 2. Mai 2011 erschoss ihn ein Sonderkommando der US-Armee.

Dieses Bild von 1988 zeigt Bin Laden in der Gründungsphase seiner Terrororganisation Al-Kaida. Der Krieg der Sowjetunion in Afghanistan von 1980 bis 1988 hatte viele Rekruten von der arabischen Halbinsel nach Zentralasien gelockt.

Weniger stolz wirkt er auf einem der letzten Bilder, das kurz vor seinem Tod aufgenommen worden sein muss. Ergraut und in eine Decke gehüllt schaut Bin Laden in ein altes Fernsehgerät.

Dieses Bild soll den toten Bin Laden zeigen. Es wurde in Pakistan verbreitet. Es handelt sich dabei aber wohl um eine Montage.

Die Operation im pakistanischen Abbottabad verfolgte US-Präsident Barack Obama mit seinem Führungsstab live aus den USA am Bildschirm.

Der tote Bin Laden war für die USA geradezu eine Trophäe in ihrem Kampf gegen den islamistischen Terrorismus. Doch das Ende von Al-Kaida bedeutete der Tod des Anführers nicht.

Schon lange hatte der Saudi mit jemenitischen Wurzeln die Organisation nur noch mit großem Aufwand aus seinen Verstecken leiten können.

Zweitwichtigster Mann im Netzwerk war seit Gründungstagen Aiman al-Zawahiri. Der 1951 geborene Ägypter war zuvor schon jahrelang Mitglied des "Islamischen Dschihads" gewesen. Seit 2011 ist er die Nummer eins bei Al-Kaida.

Bin Laden und Zawahiri blieben nach Ende des Afghanistankrieges im Land und bauten von dort aus das Netzwerk Al-Kaida auf, zu deutsch "die Basis".

Aufgerückt in der Hierarchie ist mit dem Tod Bin Ladens der Libyer Abu Yahya al-Libi. Auf seinen Kopf haben die USA eine Million Dollar ausgesetzt.

Der heute 49 Jahre alte Al-Libi war 2002 schon einmal in Pakistan verhaftet worden, doch 2005 gelang ihm die Flucht aus dem amerikanischen Militärgefängnis Baghram in Afghanistan.

Hauptfeind der Al-Kaida seit frühen Jahren: Die Vereinigten Staaten von Amerika ...

... und deren Verbündete in der islamischen Welt. Besonders das wahhabitische Königshaus in Saudi-Arabien geißelt Al-Kaida wegen dessen Doppelmoral und Korruptheit.

Die spektakulärste Aktion von Al-Kaida sind die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA. Mit dem New Yorker World Trade Center hatten die Terroristen ein Symbol für amerikanischen Reichtum getroffen.

Ein wichtiger Drahtzieher des 11. September ist der Pakistaner Chalid Scheich Mohammed. Er wurde Anfang 2003 im pakistanischen Rawalpindi gefasst.

In den USA wird ihm seit drei Jahren der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft hat für ihn die Todesstrafe beantragt.

Auf der Anklagebank sitzt auch Ramzi Binalshibh. Der Jemenit ging den Amerikanern ein Jahr nach den Anschlägen ins Netz. Vermutlich wurde er danach jahrelang in Guantánamo inhaftiert.

Wie sich später herausstellte, hatten einige der Attentäter von New York von Hamburg aus operiert. Man nannte sie die "Hamburger Zelle". Plötzlich war die Terrorangst allgegenwärtig.

Dabei hatte Al-Kaida schon in den 1990er Jahren große Anschläge verübt. Einer davon war der auf die amerikanischen Botschaften in Nairobi, Kenia, und Daressalam, Tansania. Dabei starben 224 Menschen.

Im Jahr 2000 gelang den Terroristen ein Anschlag auf das Militärschiff USS Cole, das im Hafen von Aden vor Anker lag. 17 Menschen starben hier.

Nach dem 11. September 2001 ging es weiter: Eine Reihe von Anschlägen auf ausländische Einrichtungen erschütterte zum Beispiel 2003 die marokkanische Großstadt Casablanca. Darunter war das Restaurant "Casa de Espana". Insgesamt kamen mehr als 40 Menschen ums Leben.

Am 11. März 2004 explodierten in Madrid Vorortzüge mit Pendlern an Bord. Dabei kamen 191 Menschen ums Leben. Auch dieser Anschlag wurde Al-Kaida zugeschrieben, der damit erstmals in Europa eine aufsehenerregende Aktion gelungen war.

Nach ähnlichem Muster verliefen die Anschläge vom 7. Juli 2005 in London. Mit Rucksackbomben jagten britische Selbstmordattentäter eine U-Bahn und Busse in die Luft. Bilanz: 56 Tote.

Doch der Al-Kaida ging es mit dem von den USA ausgerufenen "Krieg gegen den Terror" immer mehr an den Kragen. Mit dem jemenitisch-stämmigen Anwar al-Awlaki traf es im September 2011 sogar einen US-Bürger. Eine Drohne tötete ihn im Nordjemen.

Abu Musab al-Zarkawi war zu Lebzeiten nach Bin Laden einer der meistgesuchten Männer der Welt. 25 Millionen US-Dollar waren auf ihn ausgesetzt. Der Jordanier verübte im Namen der Al-Kaida zahlreiche Anschläge im Irak.

Zarkawis Anschläge trafen vor allem Muslime, was ihm sogar Rüffel von Bin Laden einbrachte. Er starb bei einem gezielten Angriff der Amerikaner im Juni 2006 in der Nähe von Bagdad.

Mutmaßliches Al-Kaida-Mitglied in Ostafrika war der Komorer Fazul Abdullah Muhammad. Er soll unter anderem für die Anschläge in Kenia und Tansania 1998 verantwortlich sein. Muhammad starb bei einem Feuergefecht in Mogadischu im Sommer 2011.

Ein Weggefährte Bin Ladens der ersten Stunde war der Ägypter Mohammed Atef. Ihn verlor Al-Kaida als Führungsmitglied schon 2001, als die USA in Afghanistan einmarschierten.

Zusammen mit Zawahiri begründete Atef, hier mit Bin Laden und einem seiner Söhne, die Vormacht ägyptischer Islamisten in der Organisation.

Abu Laith al-Libi gehörte als zeitweilige Nummer drei ebenfalls zum inneren Führungszirkel der Al-Kaida. Er starb 2008 mit etwa 40 Jahren in Waziristan.

2010 verlor das Terrornetzwerk Mustafa Abu al-Yazid. Er war, wie Mohammed Atef und Aiman al-Zawahiri, Ägypter und hatte mit Zawahiri wegen der Ermordung des ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat 1981 im Gefängnis gesessen. Al-Yazid starb 2010 in Waziristan.

Die Chefetage bei Al-Kaida ist also stark geschwächt - nicht nur, weil Bin Laden tot ist.

Der größte Verlust, der durch Bin Laden entstanden ist, ist momentan finanzieller Art. Mit seinen Kontakten zur Arabischen Halbinsel akqurierte der Terrorchef immer viel Geld für Al-Kaida.

Erschütternd muss für Al-Kaida der Arabische Frühling gewesen sein. Demokraten, Blogger, Liberale und Frauen schafften, was die Terroristen jahrelang nicht fertiggebracht hatten.

Die Regime in Tunesien, Ägypten und Libyen stürzten, dort sind bereits neue, gewählte Regierungen an der Macht oder Wahlen in Vorbereitung. Im Jemen und in Syrien versucht Al-Kaida noch, von den Machtvakuen zu profitieren.

Weil die Zentrale in Pakistan schwach ist, sind einige regionale Ableger von Al-Kaida stärker geworden. Während sie im Irak zurückgedrängt wurde, ...

... hat im Jemen die "Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel" schon einige Städte in ihre Gewalt gebracht.

In Somalia sieht sich die Schabaab-Miliz als Untergruppe zu Al-Kaida. In dem zerrissenen Land haben die Islamisten leichtes Spiel.

Als sehr gefährlich wird auch die Al-Kaida im Islamischen Maghreb eingestuft, die in der Vergangenheit häufig Touristen entführt hat. Nach dem Putsch in Mali ergeben sich für die Kämpfer dort neue Felder.

An jungen Nachwuchsterroristen scheint es trotz aller Schwierigkeiten nicht zu mangeln. Der Nigerianer Faruk Abd al-Mutallab zum Beispiel versuchte Weihnachten 2009, ein Passagierflugzeug von Amsterdam in die USA in die Luft zu jagen. Der Anschlag misslang. Auch sonst gelangen Al-Kaida keine großen Anschläge mehr.

Viele Anhänger hat Al-Kaida in der islamischen Welt nicht. Zu viele Muslime sind dem Terror im Namen des Islam zum Opfer gefallen. Manche lassen den Terrorführer Bin Laden hier und da noch einmal hochleben, weil er die verhassten USA doch schwer getroffen hat.

In Abbottabad, wo Bin Laden sich mit seiner Familie wohl sechs Jahre lang versteckt hielt, ist mittlerweile nichts mehr davon zu sehen.

Das von einer Mauer umgebene Anwesen, wo der Terror-Chef mit drei Frauen und etwa zehn Kindern lebte ...

... wurde im Februar 2012 abgerissen.

Jetzt wird auf der frei gewordenen Fläche manchmal Markt abgehalten.

Die Witwen und die Kinder wurden von der pakistanischen Regierung des Landes verwiesen.

Sie müssen sich jetzt wieder in ihren Heimatländern Saudi-Arabien und dem Jemen niederlassen.

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