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Politik im Karneval: Putins starker Arm, Merkel als Zyklop, Terror und Islam

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Wenn Karneval auf Politik trifft, dann ist das manchmal lächerlich und manchmal lustig. In Braunschweig war es am Sonntag weder das eine noch das andere: (Foto: imago/Susanne Hübner)

Wenn Karneval auf Politik trifft, dann ist das manchmal lächerlich und manchmal lustig. In Braunschweig war es am Sonntag weder das eine noch das andere:

Wenn Karneval auf Politik trifft, dann ist das manchmal lächerlich und manchmal lustig. In Braunschweig war es am Sonntag weder das eine noch das andere:

Die Motivwagen blieben in der Garage.

Norddeutschlands größter Karnevalsumzug wurde nach einer Anschlagswarnung nur knapp zwei Stunden vor dem geplanten Start abgesagt ...

... was diesen Karnevalisten offenbar zu einem Ganzkörperkommentar inspirierte.

In den sogenannten rheinischen Karnevalshochburgen ließen sich die Narren das Feiern dagegen nicht verbieten.

Dennoch dürften viele Karnevalisten in Köln, Mainz und Düsseldorf an Braunschweig und an den Terror von Kopenhagen gedacht haben, als sie durch die Straßen zogen.

Zumal viele Motivwagen den islamistischen Terrorismus zum Thema machten.

In Düsseldorf war ein kopfloser Mann auf der Flucht vor einem Maskierten zu sehen, der ein bluttropfendes Schwert schwingt.

Nachdem das Kölner Festkomitee vor gut zwei Wochen einen ersten Entwurf zurückgezogen hatte, rollte dort nun an der Spitze des Zuges ein Clown, der einen Buntstift-Baum wachsen ließ; der Buntstift war in der Trauer um die "Charlie Hebdo"-Redakteure zum Symbol für die Meinungsfreiheit geworden.

Es war eine abgeschwächte Version - der Terrorist, den der Clown im ursprünglichen Entwurf stoppen sollte, war nur unfertig am Boden zu sehen.

Aber auch der abgesagte Motivwagen nahm am Rosenmontagszug in Köln teil.

In Düsseldorf griff man auch den immer wieder geäußerten Satz auf, Terror habe nichts mit Religion zu tun.

Ebenfalls in Düsseldorf übten sich die Terrorgruppen IS und Al-Kaida im Armdrücken.

Wobei die Düsseldorfer auch messerscharf analysierten, wem die Welt die Terrormiliz zu verdanken hat: der "idiotischen Irak-Politik" der USA, die (in Form von Auspuffgasen) ein Monster in die Welt setzt.

Nächstes Thema: Putin und die Ukraine, wiederum in Düsseldorf.

Im benachbarten Köln marschiert der russische Präsident ...

... als Putinator, ...

... während Bundeskanzlerin Angela Merkel in Düsseldorf den Krieg in der Ukraine zu beenden versucht.

Merkel wird in Düsseldorf allerdings auch unter Beschuss genommen: von dem neuen griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, der in ihr offenbar ...

... einen militaristischen Zyklopen sieht. Odysseus lässt grüßen.

Neben Terror und Krieg griffen die Karnevalisten viele weitere Themen auf: etwa, wie hier in Düsseldorf, die Äußerung des Papstes, das Schlagen von Kindern sei vertretbar, wenn dabei die Würde des Kindes gewahrt bleibe.

Oder, ebenfalls in Düsseldorf, die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union.

Das tausendfache Sterben im Mittelmeer, nicht etwa die Dresdner Lokalfantasie einer "Islamisierung", ist der wahre Untergang des Abendlandes.

In diesem Geiste gab es in Düsseldorf einen Seitenhieb auf den Springteufel Pegida.

Dieses Auge fuhr in Düsseldorf mit, ...

... doch um das Thema Internet kümmerten sich vor allem die Jecken von Zoch in Köln. "Social jeck - kunterbunt vernetzt" war das etwas sperrige Motto. (Hier versuchen Eltern, ihr Kind aus diesem Internet zu ziehen.)

Das führte ...

... zu einigen skurrilen Motivwagen.

"Das TTIP-Pferd sieht harmlos aus - doch es kommt der Teufel raus!", dichteten die Kölner über das geplante transatlantische Freihandelsabkommen.

In Mainz zeigte der Zug US-Präsident Obama als "lahme Ente", die von den Republikanern gejagt wird.

Lokale Themen spielten ebenfalls eine Rolle: Hessens grüner Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, der wie DDR-Machthaber Walter Ulbricht nicht die Absicht hat, eine Mauer zu errichten. Beziehungsweise ein drittes Terminal für den Flughafen Frankfurt.

Auch dieses Mainzer Motiv spielt auf den Fluglärmstreit an: Ministerpräsident Bouffier von der CDU als Pinocchio mit seinem grünen Schoßhündchen.

In Mainz wurden Verteidigungsministerin von der Leyen und der marode Zustand des Fluggeräts der Bundeswehr veräppelt.

Die Lösung: Papierflieger.

Einen "Gratis-Hotspot inklusive" gibt es bei der Wohlfühl-Bundeswehr in Köln.

In Mainz schließlich attackierte ein Mottowagen des Zentralverbands der assyrischen Vereinigungen den türkischen Präsidenten Erdogan. "1915 ist niemals passiert", steht in englischer Sprache auf Erdogans Brust. Der Wagen spielt damit auf den Völkermord an den Armeniern an, den Erdogan trotz versöhnlicher Gesten nicht als solchen anerkennen will.

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