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Das Ende der Kleptokratie: Tunesier fegen Ben Ali weg

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20. März 1956: Nach 75 Jahren unter französischer Kontrolle wird  Tunesien unabhängig. Habib Bourguiba (2. v. li.) wird zum Ministerpräsidenten  ernannt. (Foto: AP)

20. März 1956: Nach 75 Jahren unter französischer Kontrolle wird Tunesien unabhängig. Habib Bourguiba (2. v. li.) wird zum Ministerpräsidenten ernannt.

20. März 1956: Nach 75 Jahren unter französischer Kontrolle wird Tunesien unabhängig. Habib Bourguiba (2. v. li.) wird zum Ministerpräsidenten ernannt.

25. Juli 1957: Die Monarchie wird abgeschafft, Tunesien zur Republik erklärt und Bourguiba (re.) zum Präsidenten gewählt.

19. Juli 1961: Bourguiba verlangt, dass die französischen Truppen den Marinestützpunkt in Bizerte im Norden Tunesiens verlassen. Die diplomatischen Beziehungen mit Frankreich werden abgebrochen. Es brechen Kämpfe aus, bei denen 1000 Menschen getötet werden, überwiegend tunesische Zivilisten.

1963 ziehen die Franzosen ab.

7. November 1987: Ministerpräsident Ben Ali erklärt Bourguiba für unfähig und ergreift selbst die Macht.

25. Juli 1988: Aus der Verfassung wird das Recht auf eine Präsidentschaft auf Lebenszeit gestrichen.

2. April 1989: Ben Ali gewinnt die Präsidentschaftwahlen.

In seinen ersten Regierungsjahren treibt Ben Ali die Modernisierung Tunesiens voran, er schafft ein Sozialversicherungssystem und bekämpft die Armut, setzt sich für die Emanzipation der Frauen ein und baut das Bildungswesen aus.

Bürgerrechte und Meinungsfreiheit werden allerdings stark eingeschränkt. Die gegängelte und eingeschüchterte Opposition hat bei keiner der mittlerweile fünf Präsidentenwahlen eine Chance.

20. März 1994: Wiederwahl Ben Alis.

25. September 1999: Bei den ersten Mehrparteienwahlen sichert Ben Ali sich mit einem Wahlergebnis von 99,44 Prozent eine dritte Amtszeit.

11. April 2002: Bei einer Bombenexplosion in einer Synagoge auf der Ferieninsel Djerba werden 21 Menschen getötet, darunter 14 deutsche Touristen. Die Terrororganisation Al-Kaida bekennt sich zu dem Anschlag.

27. Mai 2002: Ben Ali gewinnt ein Referendum über eine Verfassungsänderung, die ihm erlaubt, erneut anzutreten.

24. Oktober 2004: Ben Ali gewinnt mit 94,48 Prozent eine vierte Amtszeit.

Januar bis Juni 2008: In der südwestlichen Region Gafsa kommt es zu vereinzelten Demonstrationen. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wird am 6. Juni ein Demonstrant erschossen, weitere Menschen werden verletzt.

Oktober 2009: Ben Ali sichert sich bei Wahlen eine fünfte Amtszeit.

17. Dezember 2010. Der arbeitslose Hochschulabsolvent Mohamed Bouazizi zündet sich selbst an, nachdem die Polizei seinen Gemüsewagen beschlagnahmt hatte. Der 26-Jährige starb Wochen später an seinen Verbrennungen.

19. Dezember 2010: Wegen Arbeitslosigkeit und hoher Lebensmittelpreise kommt es im gesamten Land zu Unruhen und Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.

Im Januar gehen die Proteste weiter, mindestens 66 Menschen kommen ums Leben.

14. Januar 2011: Ben Ali verlässt das Land. Ministerpräsident Mohammed Ghannouchi übernimmt übergangsweise die Regierungsgeschäfte.

15. Januar 2011: Parlamentspräsident Foued Mebezza wird vom Verfassungsrat als Übergangspräsident eingesetzt.

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