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Transparentes Dachwunder: Das Münchner Olympiastadion

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1966 war die Entscheidung gefallen: Das Internationale Olympische Komitee vergab die Olympischen Spiele 1972 nach München. Die Stadt besaß bis dahin jedoch keinerlei große Sportbauten. (Foto: picture-alliance/ dpa)

1966 war die Entscheidung gefallen: Das Internationale Olympische Komitee vergab die Olympischen Spiele 1972 nach München. Die Stadt besaß bis dahin jedoch keinerlei große Sportbauten.

1966 war die Entscheidung gefallen: Das Internationale Olympische Komitee vergab die Olympischen Spiele 1972 nach München. Die Stadt besaß bis dahin jedoch keinerlei große Sportbauten.

Ein Olympiastadion musste also her, und es musste innerhalb von sechs Jahren fertig werden - von der Planung bis zur Eröffnung. (Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele am 26. August 1972)

Ein Traumauftrag für jeden Architekten! Die "Architektengruppe Olympiapark", bestehend aus Günter Behnisch (im Bild), Fritz Auer, Carlo Weber, Eberhard Tränkner und Winfried Büxel, übernahm diese aufregende, herausfordernde Aufgabe.

Sie arbeitete zusammen mit Frei Otto, der die berühmte Dachkonstruktion entwarf, …

… und dem Landschaftsarchitekten Günther Grzimek, der das Stadion perfekt in die umgebende Landschaft einpasste.

Das Stadion hat Platz für 69.250 Besucher, ...

... davon 57.450 Sitz- und 11.800 Stehplätze, zudem 100 Plätze für Rollstuhlfahrer.

Es bekam neben den erforderlichen Sportanlagen wie der 400-Meter-Rundlaufbahn mit 8 Bahnen, den Weit- und Dreisprunganlagen, den Anlagen für Hochsprung, Stabhochsprung, Diskus-, Hammer- und Speerwurf sowie Kugelstoßen sogar eine Rasenheizung - die erste in Deutschland.

Am augenfälligsten am Stadion ist jedoch sein ungewöhnliches, lichtdurchlässiges Zeltdach.

Die 74.800 Quadratmeter große Konstruktion hängt auf 58 Stahlmasten.

Das Dach besteht aus transparentem Plexiglas …

… und überspannt das Olympiastadion, die Olympiahalle und die Olympia-Schwimmhalle.

Die Dachkonstruktion galt bei ihrer Errichtung als eine statische und optische Sensation.

Und auch heute noch, nach fast vier Jahrzehnten, wirkt sie immer noch sehr modern und ihrer Zeit weit voraus.

Eigentlich sollte das Dach nach den Olympischen Spielen wieder abgebaut werden.

Das internationale Echo auf den Stadionbau war dann aber so überaus positiv, dass von einer Demontage schließlich abgesehen wurde.

Ende der 1990er Jahre wurde das Zeltdach saniert.

Die verschmutzten Plexiglas-Teile wurden ausgetauscht, es wurde wieder heller in der Arena. (Aufnahme von August 1997)

Zu der Zeit war auch ein radikaler Umbau des Stadions im Gespräch. (Modell zum geplanten Umbau von Günter Behnisch, 1998)

Es sollte aufgerüstet werden für die Bedürfnisse des FC Bayern München, der mehr Sitzplätze wollte, und die Fußball-WM 2006, für die der DFB sich beworben hatte.

Es gab sogar Überlegungen, das Zeltdach ab- und im Berliner Olympiastadion wieder aufzubauen.

Dann kam doch alles anders: Der FC Bayern baute sich eine neue Arena, ... (Besucher vor der Allianz Arena in München)

... das Dach blieb in München.

Im Sommer 2005 hatte das Münchner Olympiastadion dann als Fußballbühne ausgedient - der FC Bayern München zog aus.

Im Mai 2005 fand das letzte Fußballspiel (FC Bayern gegen FC Nürnberg) im alten Stadion statt. Damit endete sein wichtigstes Kapitel.

Seitdem gibt es dort jedoch noch andere Sportveranstaltungen. (Ariane Friedrich beim Europacup der Leichtathleten, 2007)

Die Arena wird außerdem für Großkonzerte …

... und Opernaufführungen genutzt. (im Bild: Opern-Show "Turandot", 2005)

Zudem ist der Olympiapark ein beliebter Ausflugsort ...

... und besonders das Zeltdach ein Besuchermagnet.

Den Bereich über dem Olympiastadion kann man im Sommer im Rahmen geführter Touren besteigen und hat so einen atemberaubenden Blick aufs große Ganze.

Und falls man sich gefragt hat, wie genau das Ganze eigentlich gebaut und zusammengesetzt ist, hat man so die Gelegenheit, sich die Dachkonstruktion von Nahem anzusehen.

Wem das noch nicht aufregend genug ist, der kann sich von oben auch abseilen lassen - es geht etwa 40 Meter in die Tiefe.

Die Schönheit und Leichtigkeit der Konstruktion erschließt sich aber auch vom Boden aus. (Text: Andrea Beu)

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