Bilderserie
Freitag, 23. Mai 2014

Sex mit Julianne Moore: Cannes bietet alles von Doku bis Schmonzette

Bild 1 von 77
Das Filmfestival Cannes zieht mal wieder unzählige Stars nach Südfrankreich. (Foto: imago/Future Image)

Das Filmfestival Cannes zieht mal wieder unzählige Stars nach Südfrankreich.

Das Filmfestival Cannes zieht mal wieder unzählige Stars nach Südfrankreich.

Wie Jennifer Lawrence ...

... und Arnold Schwarzenegger, ...

... Tommy Lee Jones ...

... und Gérard Depardieu.

Nicht alle haben aber wirklich etwas mit oder auf dem Filmfest zu tun, ...

... feiern dennoch ausgiebig mit.

Fast könnte man meinen, das Filmfestival Cannes spiele nur noch eine Nebenrolle.

Zwar ließen sich bisher viele Hollywoodstars wie Harrison Ford, Mel Gibson und Sylvester Stallone an der Côte d'Azur blicken - ...

... doch ihre Werke hatten eigentlich nichts mit den Internationalen Filmfestspielen zu tun.

Sie nutzten nur die enorme Präsenz der internationalen Medien in Cannes.

Dem Filmfest war das aber auch nicht unrecht.

Schließlich kann es von so viel Aufmerksamkeit und stargespickten Fotos nur profitieren.

Jennifer Lawrence, Liam Hemsworth ...

... und Julianne Moore zum Beispiel flogen einfach mal ...

... für eine Party ...

... und eine Foto-Session nach Cannes.

Ihre Absicht: für den neuen Film "Die Tribute von Panem - Mockingjay: Teil 1" werben, ...

... auch wenn der erst im November 2014 in die Kinos kommt. Sie hatten dann aber doch noch mehr zu erzählen, dazu später mehr.

Noch effektvoller war der Auftritt von Arnold Schwarzenegger (l.), Sylvester Stallone (M.) und Harrison Ford (r.).

Die in die Jahre gekommenen Actionhelden posierten für "The Expendables 3" ...

... und nicht nur die Fotografen hatten da ihren Spaß.

Und dann war da noch Gérard Depardieu.

"Welcome to New York" von Abel Ferrara hat es zwar "nur" zu einer Veröffentlichung im Internet geschafft, doch in Cannes stellte der Schauspieler den Film persönlich vor.

Darin gibt er einen sexversessenen Machtmenschen - die Parallelen zum Fall von Dominique Strauss-Kahn, dem Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds, waren da mehr als eindeutig.

Depardieu ist eben immer gut für einen Aufreger.

Aber fehlte da nicht noch etwas?

Richtig, der Wettbewerb des Filmfestivals Cannes. (Und ein Sun-Blocker für Sharon Stone!!)

Da standen mit blutigen Rache-Geschichten aus Argentinien und einem mehr als dreistündigen Drama um die Gelähmtheit der Intellektuellen in der Türkei meist deutlich ernstere Themen im Mittelpunkt ...

... als die schönen Kleider und das "Wer kommt mit wem?". (Marion Cotillard hier übrigens mit ihrer Mutter)

In "Wild Tales" vom argentinischen Regisseur Damián Szifron (r.) entlädt sich die Wut über korrupte und arrogante Mitmenschen in befreienden Gewalt-Eskapaden (in der Mitte Produzent Pedro Almodovar) ...

... während Nuri Bilge Ceylan (M) in "Winter Sleep" ein nuanciertes Gesellschaftsporträt vorlegt.

Auch Tommy Lee Jones, als Schauspieler weltberühmt geworden und nun erneut als Regisseur unterwegs, ...

... übt mit seinem Western "The Homesman" Kritik: an der Vertreibung und Enteignung der Indianer in den USA.

Und an der '"unzivilisierten Zivilisation", wie Jones in Cannes sagte.

Und an der Unterdrückung der Frauen - damals wie heute.

So kämpfen seine Protagonistinnen, allen voran Hilary Swank, im unbarmherzigen 19. Jahrhundert um Würde und Anerkennung und müssen in der männerdominierten Welt doch immer wieder zurückstecken.

Doch natürlich nicht nur wegen dieses Films fällt die Bilanz der ersten Festivalhalbzeit in diesem Jahr durchaus positiv aus.

Man macht sich schick an der Côte d'Azur.

Die Frauen zeigen, ...

... was sie haben.

Das gelingt mal mehr, ...

... mal weniger.

Aber wenn man zu Roberto Cavalli auf die Jacht geladen wird, ...

... dann geht man besser ...

... ohne Schuhe!!!

Männer tragen Fliege, wie Benjamin Biolay, ...

... und ein exquisites Lächeln wie Cathérine Deneuve.

Die Frisuren sind ausgefallen, ....

... die Gesten groß, ...

... genau wie die meisten Roben, ....

...doch auch natürliche Eleganz ist in Frankreich noch immer ein ganz großes Thema.

Es war dann aber ein eher stiller Auftritt, der auf dem roten Teppich des Festivalpalais besonders berührte: Helmut Berger, einst mit legendären Filmklassikern wie "Die Verdammten" gefeiert, kam zur Weltpremiere des Films "Saint Laurent".

Darin spielt er den Modedesigner YSL in dessen letzten Lebensjahren, der mit Melancholie auf sein Leben zurückblickt. Etwas zittrig und meist auf den Regisseur des Films, den Franzosen Bertrand Bonello, gestützt, schritt der 69-jährige Berger an den Fotografen vorbei und genoss sichtlich seine kurze Zeit im Rampenlicht.

Der erst 25 Jahre alte kanadische Regisseur Xavier Dolan hat die Kritiker beim Filmfestival Cannes einmal mehr begeistert.

Sein visuell ausdrucksstarkes Werk "Mommy" katapultierte den jungen Filmemacherweit nach vorn im Rennen um die Hauptpreise.

Der Film erzählt die Geschichte einer verwitweten Mutter und ihres extrem verhaltensauffälligen, jugendlichen Sohnes. Dolan, der auch das Drehbuch schrieb, inszeniert seinen Film in immer wieder wechselndem Tempo. Dolan ist in diesem Jahr der jüngste Filmemacher, der im Cannes-Wettbewerb vertreten ist.

Eine der Ältesten in Cannes dürfte die italienische Schauspielerin Sophia Loren sein - sie blickt zufrieden auf ihr Leben zurück. "Ich bin sehr stolz auf meine 80 Jahre, die ich im September vollenden werde, und ich genieße jede Stunde und jede Sekunde", so die Leinwand-Legende während eines Vortrags bei den Filmfestspielen.

"Das Leben ist nicht einfach, vor allem wenn man lange lebt!", scherzte sie. Sie habe aber nach ihren Vorstellungen gelebt und eine Familie mit "zwei schönen Kinder" gegründet.

Als schönsten Moment ihrer langen Karriere beschrieb Loren ihre Rolle in dem Streifen "Und dennoch leben sie" (1961), für die sie den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann. Zur Preisverleihung sei sie damals nicht angereist. Sie habe Angst gehabt, in Ohnmacht zu fallen, falls sie gewinnen würde, erinnerte sie sich.

Ihr Kollege Cary Grant habe sie dann angerufen, um sie über ihren Triumph zu informieren: "Ich bin im ganzen Haus umhergesprungen", erinnerte sich Loren. In dem Moment habe sich gewusst, dass sie "eine große Schauspielerin" sei. (Bild: Loren in "Stolz und Leidenschaft" von 1957, mit Cary Grant und Frank Sinatra)

Loren war als Ehrengast zu den diesjährigen Classics in Cannes angereist. Sie besuchte die Vorführung ihres jüngsten Films "La voce umana", ein Remake von Jean Cocteaus "Die menschliche Stimme". Regie führte Lorens Sohn Edoardo Ponti (l., Enrico Lo Verso r.).

Wim Wenders' neuer Film "The Salt of the Earth" (Das Salz der Erde) wurde bei seiner Weltpremiere vom Festivalpublikum mit minutenlangem Beifall gefeiert. Der Regisseur widmet sich darin nach seinem erfolgreichen 3D-Film "Pina" erneut einem dokumentarischen Thema.

"The Salt of the Earth" ist eine bildgewaltige Hommage an das Werk des 70-jährigen, international renommierten brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado.

"Andere Fotografen sind ein paar Tage in einem Krisengebiet, oder nur ein paar Stunden", erklärte Wenders seine Motivation für den Film, den er mit Salgados Sohn Juliano drehte.

"Kein anderer hat sich immer so viel Zeit gelassen und sich dermaßen auf die Menschen und die Regionen eingelassen, wo er hingereist ist." Die Regisseure verzichten in "The Salt of the Earth" auf die in Dokumentationen sonst meist üblichen Interviews mit Wegbegleitern oder Experten. Stattdessen dreht sich bei ihnen alles um Salgado, dessen Fotos, Erlebnisse und Abenteuer.

Die Kritik an sozialen und gesellschaftlichen Missständen bleibt ein beherrschende Thema des Filmfestivals in Cannes. So fokussierten die belgischen Dardenne-Brüder mit ihrem Wettbewerbsbeitrag "Deux jours, une nuit" auf den Existenzkampf einer jungen Mutter (Marion Cotillard) ...

... und zeigten dabei auch eine von Geld, Macht und Selbstverwirklichung getriebene Gesellschaft. Das Regieduo bewies damit einmal mehr, dass es vor Ungerechtigkeiten nicht die Augen verschließt, sondern benachteiligten Menschen eine Stimme verleiht.

Mit ihren Sozialdramen "Das Kind" und "Rosetta" gewannen Jean-Pierre und Luc Dardenne in Cannes bereits zwei Goldene Palmen.

Der kanadische Regisseur David Cronenberg stellte "Maps to the Stars" vor und brachte dafür seine Darsteller Julianne Moore, Robert Pattinson, John Cusack und Mia Wasikowska mit.

Robert Pattinson wurde erwartungsgemäß besonders sehnsüchtig von seinen Fans erwartet, obwohl der 28-Jährige in "Maps to the Stars" eine eher kleine Rolle als Chauffeur spielt.

Dabei hat er dann in seiner Limousine auch Sex mit der Figur, die von Julianne Moore gespielt wird. Das sei ein tolles Erlebnis gewesen, erzählte der einstige "Twilight"-Darsteller in Cannes.

"Allerdings auch ziemlich schweißtreibend." Viel mehr war aus dem diesmal relativ wortkargen Pattinson nicht herauszuholen.

"Maps to the Stars" erzählt von verschiedenen Charakteren im Filmgeschäft, die verzweifelt um Anerkennung buhlen. Wirklich neu ist es zwar nicht, wenn Cronenberg die Schönen und Reichen als einsame Menschen darstellt. Und doch setzt der Regisseur seine Satire mit ausgefeilten Dialogen wunderbar überzeichnet in Szene.

Vor allem Julianne Moore trägt das Werk als neurotische und hysterische Darstellerin, ...

... die das Ende ihrer Karriere fürchtet.

Was von all diesen Beobachtungen aus Hollywood wahr ist, verriet Cronenberg nicht. (soe/dpa)

weitere Bilderserien