Er ist der Großmeister der Vielfalt. So viele unterschiedliche Rollen wie David Bowie hat in der Welt der Musik bislang kein anderer gespielt.Bild 1 von 29 Keine Pose war ihm zu exzentrisch, kein Kostüm verrückt genug, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erringen. Seine Wandlungsfähigkeit hat ihm den Spitznamen "Chamäleon" eingebracht.Bild 2 von 29 Am 8. Januar 2007 wird das Londoner Multitalent 60! Und so viel ist sicher: Auch die Rolle des gealterten Pop- und Rockstars gibt Bowie mit höchster Perfektion.Bild 3 von 29 David Robert Jones wurde am 8. Januar 1947 im englischen Brixton geboren. Im Alter von dreizehn Jahren schnappte er sich, inspiriert vom Jazz des Londoner West End, ein Saxophon und nahm Unterricht.Bild 4 von 29 Durch die ersten Bands, mit denen er spielte - den Kon-Rads, den King Bees, den Mannish Boys und den Lower Third - bekam er einen ersten Einblick in die selbstherrliche Welt des Pop und der Modbewegung. 1966 nannte er sich David Bowie und ließ sich die Haare lang wachsen.Bild 5 von 29 Die Lange-Haare-Phase kehrte 30 Jahre später noch einmal zurück!Bild 6 von 29 Es sollte bis 1969 dauern, bis ihm mit dem legendären "Space Oddity" erstmals der Sprung in die Charts gelang.Bild 7 von 29 Seitdem schafft es das "Chamäleon" immer wieder, mit spektakulären Auftritten Aufmerksamkeit zu erregen. Er ist das außerirdische Zwitterwesen Ziggy Stardust, ...Bild 8 von 29 ... der bleiche Thin White Duke oder ein Young American im Frank Sinatra-Look.Bild 9 von 29 Drogen, insbesondere Heroin, waren Zutaten einer langen Phase der Exzentrik in Bowies Leben und Schaffen. In den späten Siebzigern verbringt Bowie einige Jahre in Berlin. Die Einsamkeit der Großstadt hilft ihm, die Geißel Heroin los zu werden.Bild 10 von 29 In dieser Zeit ensteht "Heroes", Bowies vielleicht bestes Album, in dem er seine Drogenerfahrungen besingt. Der Titelsong wird auch auf deutsch und französisch aufgenommen und ist Teil des Soundtracks zu "Christiane F. - Wir Kinder Vom Bahnhof Zoo".Bild 11 von 29 In den Achtzigern verblasst sein Stern etwas. Kritiker wollen erkannt haben, dass Bowie ausgebrannt sei. Dennoch hat er zu dieser Zeit mit Titeln wie "Let's Dance" und "China Girl" seine größten kommerziellen Erfolge.Bild 12 von 29 Es gibt viele populäre Mythen, Legenden, die Bowies Karriere umkreisen. Der populärste Mythos ist unter den Bowie-Fans als "RSR" bekannt geworden. Dieser teilt Bowies Karriere in drei Phasen:Bild 13 von 29 Die 70er (Rise = Aufstieg), die 80er (Sellout = Ausverkauf) und die 90er (Renaissance).Bild 14 von 29 Kein anderer Künstler vernichtete sein eigenes Image so gerne und so gnadenlos konsequent, um immer länger ein gefragter Marken-Artikel zu bleiben.Bild 15 von 29 Zu Bowies Karriere gehört eine Faszination für Folk, Pantomime, Blues, Kabarett, Ausflüge in Disco und Eurorock, für abgehobenen schwulen Kitsch, Soul, Grunge, Vierziger-Sound und perversen Avantgardismus.Bild 16 von 29 Abgesehen von seiner Bühnenkarriere trat er in Film und Fernsehen auf (in "Basquiat" spielte er an der Seite von Dennis Hopper den Pop-Künstler Andy Warhol), er förderte Künstler, ...Bild 17 von 29 ... stellte eigene Malereien aus, spielte mit Bildern aus Faschismus oder auch totaler Anarchie, war zweimal verheiratet und wurde zu einer Ikone der Schwulenbewegung.Bild 18 von 29 Bowie war schon als Kind so aktiv und interessiert, dass er wöchentlich fünf Briefe an General Eisenhower geschickt haben soll. Wie viele schüchterne Kinder verlegte er sich aufs Schauspielern und war dankbar für jede Identität, die anders war als jene, der er zu entfliehen suchte.Bild 19 von 29 Die Fans lieben Bowies Musik aus den verschiedensten Gründen. Einiges an seiner Arbeit ist progressiv und alternativ ("Low", "Lodger"), einiges ist Dance ("Let's Dance"), ...Bild 20 von 29 ... einiges Disco und Soul bis jazzy ("Young Americans", "Black Tie"), einiges ist romantisch ("Heroes", "China Girl", "Sorrow") ...Bild 21 von 29 ... und einiges straighter Rock'n'Roll ("Dead Man Walking", "Scary Monsters"), einiges ambientesk wie "Neuköln" und "Moss Garden" aus der Berlin-Trilogie.Bild 22 von 29 Wichtiger aber sind seine Texte: Meist geht es um die simple Botschaft, dass jeder ein eigenständiger Mensch ist - ein Individuum auf der konstanten Suche nach seiner Identität.Bild 23 von 29 Den inneren Kraftquell hat sich der Superstar aus Asien mitgebracht. Seit Jahren ist Bowie, der zu den reichsten Künstlern Großbritanniens gehört, aktiver Buddhist. Aus dieser humanen Grundüberzeugung heraus engagiert sich Bowie oft für wohltätige Zwecke.Bild 24 von 29 Wohl auch, weil er durch seine aus Somalia stammende Frau, das Model Iman, gelernt hat, wie viele Menschen dort und in vielen anderen Ländern dieser Welt im Elend leben.Bild 25 von 29 Zu Bowies Vielseitigkeit gehört auch seine Leidenschaft für das Internet. Beeinflusst durch seinen Sohn, der ihn durch seine Spielleidenschaft mit Computern in Berührung brachte, gab sich Bowie seit 1993 dieser Innovation bedingungslos hin.Bild 26 von 29 Seitdem ist er nicht nur Stil-Ikone, sondern auch Internetunternehmer und Innovator, er ist Online-DJ für RollingStone.com, betreibt mit "David Bowies Radio Network" einen Internet-Radiosender und ist Chef seines eigenen Providers - BowieNet.Bild 27 von 29 "Alles hat sich verändert" - so lautete im Jahr 2000 Bowies gesungene Erkenntnis. Wenige Monate zuvor hatte Iman seine Tochter Alexandra zur Welt gebracht. Für Bowie Anlass genug, sich zurückzulehnen, über sich, seine Lieben und das Leben nachzudenken.Bild 28 von 29 Wir gratulieren! (alle Fotos dpa, AP)Bild 29 von 29