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Sie sind die erfolgreichste Zeichentrickfamilie der Welt. Seit 20 Jahren laufen "Die Simpsons" als Fernsehserie in den USA. Und mittlerweile gibt es sie sogar als Briefmarken.
Dabei sind sie alles andere als ein Vorbild. Vater Homer lässt sich am liebsten vor dem Fernseher volllaufen.
Mutter Marge versucht nicht nur ihre Turmfrisur, sondern auch Mann und Kinder unter Kontrolle zu behalten.
Der zehnjährige Bart ist ein frecher Rotzlöffel und strapaziert vor allem die Nerven seiner achtjährigen Schwester Lisa.
Lisa (hier mit ihrer amerikanischen Synchronstimme Yeardley Smith) weiß fast alles – zumindest alles besser als der große Rest der Familie.
Jüngstes Familienmitglied ist Baby Maggie. Wie alle Simpsons ist auch sie in all den Jahren um keinen Tag gealtert.
Am 17. Dezember 1989 läuft die erste Folge im US-Sender Fox zur besten Sendezeit – und damit erstmals eine Zeichentrickserie für Erwachsene im Abendprogramm. Seither sind fast 450 Folgen produziert worden – und ein ganzer Kinofilm.
Erfinder und bis heute Chefautor der Simpsons ist Matt Groening – Mitte der achtziger Jahre noch ein arbeitsloser Comiczeichner und Gelegenheitschauffeur. Er entwickelt die gelben Zeichentrickfiguren mit den Glubschaugen und nur vier Fingern zunächst als Pausenfüller für eine erfolgreiche Fernsehshow.
Die Namen der Figuren entnimmt er direkt seiner eigenen Familie. Margaret und Homer heißen Groenings Eltern. Lisa und Maggie sind seine Schwestern. Wohnort der Simpsons ist Springfield - der häufigste Ortsname in den USA.
Auch kleine Details im Vorspann haben einen realen Hintergrund. Beim Einkaufen wird Baby Maggie an der Kasse gescannt. Als Preis erscheint jedes Mal 847,63 Dollar – laut Groening waren das 1989 die Durchschnittskosten pro Monat für ein Baby in den USA.
"Unterhalten und untergraben, das ist mein Motto", sagt Groening. Nach diesem Grundsatz nehmen die Macher der Serie alles und jeden aufs Korn. Politiker sind korrupt, Lehrer faule Säcke und der Chef des Atomkraftwerks ein fieser Kapitalist.
Selbst ihr eigener Sender ist den Zeichnern nicht heilig. Im Vorspann versammelt sich die Familie immer auf dem Sofa vor dem Fernseher. In Anspielung auf die stockkonservative Haltung von Fox sieht man in einer Folge einen Nachrichtenticker und die Meldungen: "Studie: 92 Prozent aller Demokraten sind schwul" und "Streitthema: Verursachen Demokraten Krebs?"
Trotz oder auch wegen des Anarchohumors wurde die Serie mit Preisen überschüttet: 24 Emmys, 26 Annie-Awards für Animationsfilme. Und im Jahr 2000 erhalten die Simpsons einen Stern auf dem "Walk of Fame" in Hollywood.
Mittlerweile läuft die Serie in 90 Ländern der Welt – in Deutschland seit 1991. Deutsche Sprecherin von Marge Simpson ist Anke Engelke. Sohn Bart wird übrigens sowohl in den USA als auch in Deutschland von Frauen gesprochen.
Seit kurzem gibt es auch eine arabische Version der Simpsons mit dem Titel : "Al Shamshoon" – allerdings mit kleinen Änderungen. So gibt es dort wegen des Alkoholverbots in islamischen Ländern kein Duffbier und auch Moes Taverne taucht nicht auf – anders als in Mexiko, wo Fans in der Stadt Guadalajara einen Nachbau eröffnet haben.
In Australien hat eine Brauerei mal echtes Duffbier angeboten, bis es ein Gericht untersagt hat. Danach wurden die Büchsen zu begehrten Sammlerstücken.
Rund eine Million US-Dollar kostet die Herstellung einer Folge. Mehr als 2,5 Milliarden Dollar soll der Sender Fox seit dem Start der Simpsons mit der Anarcho-Familie verdient haben. Hinzu kommen die Einnahmen aus dem Kinofilm von 2007 – nochmals 527 Millionen Dollar. Der Film wurde fast vollständig in Südkorea gezeichnet.
Weltweit gibt es unzählige Fanclubs und eine schier unüberschaubare Flut von Fan-Artikeln von T-Shirts über Kaugummis bis hin zu Nudeln. In den Universal Studios in Hollywood hat sogar Barts Lieblingsfernsehstar Krusty einen eigenen Themenpark.
Die US-amerikanische Fluglinie "Western Pacific" hat ein ganzes Flugzeug mit Simpsonsfiguren bemalen lassen.
Auch andere Firmen nutzen Homer und seine Familie gern als Werbeträger.
In Henderson im US-Bundesstaat Nevada steht ein Haus, das originalgetreu dem Anwesen der Simpsons in Springfield nachempfunden wurde – und zwar nicht nur von außen.
Die Bewohner schlafen auch in einem genauso bunten Zimmer wie Marge und Homer.
Die Fans nehmen einfach eine Menge auf sich, lassen sich Homer auf den Rücken tätowieren...
... oder quälen sich mit Marges Frisur herum.
Manche lernen auch alle Berufe auswendig, die Homer im Laufe der Serie bereits ausgeübt hat: Neben Bürgermeister, Clown und Lehrer war er schon Einschienbahnfahrer, Kanonenball-Zielscheibe und Windmühlendreher.
Meistens ist er aber Sicherheitsinspektor in Sektor 7G des Atomkraftwerks von Springfield und verschlingt dort jede Menge Donuts. (Auf dem Bild mit seinem amerikanischen Sprecher Dan Castellaneta)
Übrigens kann man auch versuchen, mit dem Simpsons persönlich Kontakt aufzunehmen. In einer Folge verraten sie ihre Telefonnummer: 939-555-0113.
Und als Homer einen Detektiv auf Lisa ansetzt, kann man kurz seine Emailadresse sehen: chunkylover53@aol.com (Text: Friedbert Baer)
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