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Sonntag, 19. Februar 2017

"Er war Superstar": Falcos 60. wird gefeiert

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"Er war Superstar. Er war populär. Er war so exaltiert, because er hatte Flair ..." sang Falco in "Rock me Amadeus" und es war, als ob er sich selbst damit beschrieb. (Foto: picture-alliance/ dpa)

"Er war Superstar. Er war populär. Er war so exaltiert, because er hatte Flair ..." sang Falco in "Rock me Amadeus" und es war, als ob er sich selbst damit beschrieb.

"Er war Superstar. Er war populär. Er war so exaltiert, because er hatte Flair ..." sang Falco in "Rock me Amadeus" und es war, als ob er sich selbst damit beschrieb.

Cool oder affektiert, zurückgegelte Haare, Kokser, ...

... liebenswürdig-charmanter Plauderer mit Wiener Schmäh, ...

... Rampensau, Dauer-Zuspätkommer ...

... und Arbeitstier: Falco hatte viele Seiten, attraktive und abstoßende. Bis heute hat er unzählige Fans, wird tief verehrt, ...

... aber wegen seiner oft schwierigen, manchmal arroganten Art und seines Drogenkonsums war und ist er auch umstritten.

Falco hieß mit bürgerlichem Namen Johannes (Hans) Hölzel und wurde am 19. Februar 1957 in Wien geboren.

Seinen Künstlernamen gab er sich nach dem DDR-Skispringer Falko Weißpflog (hier bei der Vierschanzentournee Garmisch-Partenkirchen 1978); ...

... erst ließ er sich Falco Gottehrer nennen, später dann nur noch Falco.

Falco war einer der wenigen Superstars, die Österreich hatte. (Im Bild: 1984 mit Peter Alexander)

Er erlebte Mitte der 1980er-Jahre einen kometenhaften Aufstieg mit großen kommerziellen Erfolgen, ... (1984 mit Désirée Nosbusch)

... verkaufte zu Lebzeiten viele Millionen Alben, bekam 75 Goldene Schallplatten; ...

... dem folgte später ein tiefer Absturz mit familiären Problemen und dem exzessiven Konsum von Drogen und Alkohol.

Falcos Titel "Rock me Amadeus" erreichte im März 1986 als bis heute einziger deutschsprachiger Song die Spitze der US-Billboard Charts.

Sein größter Hit entstand unter dem Einfluss von Milos Formans Kinofilm "Amadeus" von 1984; mit diesem Song stieg er zum Weltstar auf.

Einer seiner ersten Hits war "Der Kommissar", im Herbst 1981 veröffentlicht und 1982 europaweit und auch in Übersee oben in den Charts. Der Song war weltweit der erste kommerziell erfolgreiche Rap-Song eines Weißen.

Sein Song "Jeanny" löste 1986 heftige Kontroversen aus. Viele Rundfunkanstalten spielten ihn nicht, da sein Text ihrer Meinung nach eine Gewalttat verherrlichte. (Schon sein früherer Titel "Ganz Wien (... ist heut auf Heroin)" über die Drogenszene der Stadt hatte Spielverbot im Radio.)

Trotz des Boykotts – oder gerade deswegen - war "Jeanny" sehr erfolgreich: Sie belegte Anfang 1986 acht Wochen lang Platz 1 in Deutschland und wurde mit 2,5 Millionen Stück die meistverkaufte Single des Jahres.

Es folgte eine Zeit des Rausches und Höhenfluges. (Bild: 1986 mit Mike Krüger und Ursela Monn)

1988 heiratete Falco seine Freundin Isabella Vitkovic (hier beide 1987); sie hatte im März 1986 Tochter Katharina Bianca zur Welt gebracht, von der Falco annahm, sie wäre von ihm. Ein späterer Vaterschaftstest ...

... nach der Trennung von Vitkovic ergab: Katharina Biancas leiblicher Vater war doch jemand anderes. Sie erinnert sich an ihn als einen zerrissenen Menschen. Falco habe um jeden Preis sein Image als Kunstfigur aufrecht erhalten wollen. Das wäre besonders problematisch gewesen, wenn er depressiv oder unter Alkohol und Drogen war. (im Bild: Mutter und Tochter Vitcovic im Jahr 2008)

Nach einer Welttournee, die bis nach Japan führte, machte Falco 1987 musikalisch wenig von sich reden, er war erschöpft und zog sich zurück.

1990 kam dann das Album "Data de Groove" heraus - es kam nicht so gut an und wurde zu Falcos kommerziellem Tiefpunkt.

1992 lief es besser mit dem Album "Nachtflug", das erfolgreicher war und viel größere Verkaufszahlen hatte als "Data de Groove".

Ab 1995 versuchte Falco einen Stilwechsel Richtung Dance und Techno. 1997 feierte er seinen 40. Geburtstag mit einer großen Party, auf der er ein paar seiner Hits spielte und einen Ausblick auf ein neues Album gab.

Unter den Partygästen war auch Niki Lauda (hier bei Falcos Beerdigung), ein langjähriger Wegbegleiter des Sängers, der später eine Boeing 737 auf den Namen "Falco" taufte.

Weihnachten 1997 verbrachte Falco noch mit seiner Mutter (hier im Juni 1998 mit Videoregisseur Rudi Dolezal, der mit Falco zusammengearbeitet hatte), danach flog er in seine Wahlheimat, ...

... die Dominikanischen Republik. Am 6. Februar 1998, kurz vor seinem 41. Geburtstag, kam Falco dort bei einem Autounfall ums Leben. Ein Bus rammte seinen Geländewagen, Falco war sofort tot. Bei der Obduktion wurden 1,5 Promille Blutalkoholwert gemessen und große Mengen Kokain und THC (der Cannabis-Wirkstoff) gefunden.

In einem Interview hatte er einmal gesagt: "Wenn ich schon mal zu früh sterben sollte, dann wie James Dean - im Porsche. Zack. Aus."

Sein Leichnam wurde nach Wien überführt; im Beisein von tausenden Fans wurde Falco ...

... auf dem Wiener Zentralfriedhof beerdigt. Seinen Sarg trugen Mitglieder der Wiener Motorrad-Rocker "Outsider Austria"; sie hatten 1985 im Video zu "Rock Me Amadeus" mitgespielt.

Falcos Grab ist bis heute Pilgerstätte für seine Fans.

In Kempten im Allgäu öffnete sich 19 Jahre nach seinem Tod für Falco wieder der Vorhang: am 20. Januar 2017 wurde dort die Uraufführung von "Falco – Das Musical" gefeiert.

"Er lebte ein Leben auf der Überholspur", heißt es darin.

Die Show über Falcos Leben lief zuerst in der BigBox Allgäu und ist seitdem auf großer Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Zudem veröffentlicht Sony Music Entertainment Austria am 17. Februar aus Anlass des 60. Geburtstags von Falco das neue Album "FALCO 60".

Damit erscheint laut Sony erstmals ein umfangreiches Gesamtwerk Falcos - mit "einer Standard 2CD-, Premium 3CD-, Limited 2LP Vinyl-Edition und 2er DVD-Box".

Enthalten sind neben Falcos größten Hits auch Raritäten wie ein Duett mit ...

... Brigitte Nielsen ("Body Next To Body") und das posthum erschienene "Out Of The Dark" ...

... sowie vier neue Remixe österreichischer Künstler - Ogris Debris, Milo Mills, Ynnox und Parov Stelar (im Bild).

Auf den DVDs finden sich seltene Fernsehauftritte, Musikclips des Albums "Junge Roemer" und bislang unveröffentlichtes Konzert-Livematerial wie das erste Konzert Falcos mit Band bei der "Popkrone 1982".

Zudem erinnern mehrere TV-Dokumentationen und Interviews mit Weggefährten an Falco. "Muss ich denn sterben, um zu leben?" sang Falco in der kurz vor seinem Unfalltod produzierten Single "Out Of The Dark". Klingt fast wie eine Prophezeiung. (Andrea Beu)

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