Seine Mädchen sind jung, unschuldig und nackt. Und sie haben Vertrauen zu ihm, dem Altmeister der ostdeutschen Aktfotografie und einem der wichtigsten Modefotografen der DDR, Günter Rössler.Bild 1 von 36 Am 6. Januar 2006 feiert er in Markkleeberg bei Leipzig seinen 80. Geburtstag.Bild 2 von 36 Vor zweieinhalb Jahren wurde Rössler noch einmal Vater, als seine Ehefrau und Assistentin Kirsten Schlegel (36) Tochter Filia gebar.Bild 3 von 36 Kirsten hatte bereits im Alter von 14 Jahren für Rössler vor der Kamera posiert. Heute steht sie mehr und mehr hinter der Kamera - auch sie fotografiert ausschließlich Frauen.Bild 4 von 36 Erst im Dezember 2005 erschien seine 250-seitige Biografie, der wir auch zahlreiche Fotos entnommen haben: Günter Rössler "Mein Leben in vielen Akten", Verlag Das Neue Berlin, 2005, 24,90 Euro.Bild 5 von 36 Nach einer Fotografenlehre hatte Rössler die Leipziger Hochschule für Grafik- und Buchkunst absolviert.Bild 6 von 36 Bis heute arbeitet er ausschließlich mit Schwarz-Weiß-Film im Kleinbildformat, lehnt Digitalfotografie ab und entwickelt und vergrößert ausschließlich in der eigenen Dunkelkammer.Bild 7 von 36 2.500 Grazien waren es wohl, die er auf Zelluloid gebannt hat, nur die wenigsten davon waren Profis.Bild 8 von 36 Statt von Models spricht Rössler lieber von Mädchen. "Die größte Bedingung, die ich stelle: Sie müssen intelligent sein", sagt er.Bild 9 von 36 Rössler beginnt zunächst in der Werbung und als Fotoreporter, Reisen führen ihn unter anderem nach Albanien ...Bild 10 von 36 ... und Griechenland. Seine Reisen sind in der engen DDR sicher ein Privileg, prägen aber auch seinen Fotografiestil.Bild 11 von 36 Dresden, 1960Bild 12 von 36 Tbilissi, 1977Bild 13 von 36 Dann wechselt er in die Modefotografie.Bild 14 von 36 Sein von Sparsamkeit und Ästhetik geprägter Blick auf den weiblichen Körper machte zu DDR-Zeiten die Frauen- und Modezeitschrift "Sibylle" und das leicht erotische Unterhaltungsjournal "Magazin" zur Bückware - fern der sozialistischen Staatskunst.Bild 15 von 36 Zahlreiche Titel stammen von Rössler.Bild 16 von 36 Auch in der DDR reist Rössler, sucht nach immer neuen Motiven.Bild 17 von 36 Schon 1956 fotografiert er seinen ersten Akt. Er bezeichnet das Bild noch als "verbrämten Akt", denn das Modell war im Gegenlicht nicht zu erkennen.Bild 18 von 36 Wie kein anderer Fotograf rückte er in Zeiten der deutsch-deutschen Teilung die Freizügigkeit als Sinnbild der kollektiven FKK-Welle ins rechte Licht und wurde dafür zum "Helmut Newton des Ostens" stilisiert.Bild 19 von 36 "Bei Newton dominiert die Pose, bei mir geht es um höchstmögliche Authentizität der Mädchen", ist die Devise des Jubilars.Bild 20 von 36 Wer seine Fotos in Ruhe betrachtet, wird noch genügend andere Gründe finden, aus einem echten Rössler keinen falschen Newton zu machen.Bild 21 von 36 Eines seiner ersten Nacktmodelle ist Ehefrau Ruth.Bild 22 von 36 Rössler lädt die jungen Frauen, die er heute noch in Cafés anspricht, erst einmal auf seine weiße Ledercouch zum Plausch ein, ...Bild 23 von 36 ... bevor er das erste Mal die Blitzanlage anschaltet und durch den Sucher der Kamera blickt.Bild 24 von 36 "Und sie dürfen keine Tattoos und Piercings haben. Auch Halsketten oder so was müssen sie ablegen. Das macht sie nicht schöner, sondern lenkt nur ab."Bild 25 von 36 Beate, 2001Bild 26 von 36 Frau E., 1957Bild 27 von 36 Selbst der "Playboy" druckte 1984 ein zehnseitiges Kunstpictorial unter dem Titel "Mädchen aus der DDR".Bild 28 von 36 "Der "Playboy" war immer laut, farbig und ging nicht selten an die Grenzen des Pornografischen ...Bild 29 von 36 ... Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass man dort meine Bilder wollte."Bild 30 von 36 Noch heute erinnert er sich genau, wie er bei Maler Willi Sitte, dem damaligen Vorsitzenden des Verbandes Bildender Künstler, um Reiseerlaubnis bat. Mit dem Honorar von 1500 D-Mark fuhr er zum ersten Mal in den Westen, nach Frankreich. Reisen ist bis heute seine Leidenschaft geblieben, erzählt er.Bild 31 von 36 Einst als Obszönitäten betrachtet, ...Bild 32 von 36 ... gelten Rösslers Arbeiten heute als bedeutende Gegenwartskunst und sind in zahlreichen Kunstsammlungen vertreten.Bild 33 von 36 Im Jahr 2000 gab es in Jena die letzte große Rössler-Schau, doch es wird 2006 eine Jubiläumsschau geben, die im Juni im Stadtgeschichtlichen Museum in Leipzig eröffnet und drei Monate später durch Ostdeutschland auf Wanderschaft gehen wird.Bild 34 von 36 Noch immer steht Rössler täglich hinter der Kamera.Bild 35 von 36 Und nach wie vor klingelt täglich das Telefon. Es sind Frauen, die sich vor seiner Kamera ausziehen wollen.Bild 36 von 36