"All over the world, all through the races, all through everything, Motown bridged a gap ... and I'm so proud of that!", huldigt William "Smokey" Robinson dem legendären Plattenlabel, das am 12. Januar seinen 50. Geburtstag begeht.Bild 1 von 41 Robinson, später auch Vize-Präsident des Labels, wird mit der Band The Miracles 1959 als erstes bei Motown unter Vertrag genommen.Bild 2 von 41 Die Brücke, von der er spricht, ist die zwischen schwarzer Soul-Musik und einem weißen Publikum. Motown macht schwarze Musik salonfähig.Bild 3 von 41 Talentierte und namhafte Künstler machen bei der Plattenfirma Karriere und beherrschen in den 60er und 70er Jahren die Spitzen der Charts: Marvin Gaye, ...Bild 4 von 41 ... Stevie Wonder, ...Bild 5 von 41 ... The Temptations oder Diana Ross & The Supremes.Bild 6 von 41 Die Erfolgsgeschichte beginnt 1959, als Berry Gordy Jr. (rechts, mit Smokey Robinson) das große Geld in der Musikproduktion und im Künstlervertrieb wittert, nachdem er seine Brötchen zunächst als Profiboxer und Songschreiber in Detroit verdient hat.Bild 7 von 41 Mit 800 Dollar Startkapital, von der Familie zusammengeliehen, gründet er das Plattenlabel Tamla Records. Ein Haus auf dem West Grand Boulevard in Detroit wird selbstbewusst mit der Aufschrift "Hitsville U.S.A." versehen, darin findet das Aufnahmestudio "Studio A" Platz.Bild 8 von 41 1960 gründet Gordy Jr. das Schwesterlabel Motown Records, das der Mutterfirma schließlich den Namen gibt und der Autostadt Detroit huldigt - der "Motor Town". Bald gibt es viele weitere Sub-Labels.Bild 9 von 41 Motowns erster Hit, Barrett Strongs "Money (That's What I Want)", steht fast schon programmatisch für den kommenden Erfolg und die kommerzielle Ausrichtung des Labels.Bild 10 von 41 1961 unterschreiben der elfjährige Stevie Wonder und The Temptations (im Bild) bei Motown.Bild 11 von 41 Den ersten Nummer-Eins-Hit in den Billboard-Charts bringen The Marvelettes mit "Mr. Postman". (Screenshot youtube)Bild 12 von 41 Im selben Jahr nimmt Motown The Supremes unter Vertrag, ein Frauen-Trio, bei dem sich bald Diana Ross als Star der Gruppe herauskristallisiert und zum Liebling und zur Lebensgefährtin Gordys wird.Bild 13 von 41 Die Firma expandiert, Motown wird zur Hitfabrik und seine Künstler stürmen die Hitlisten. (Martha Reeves & The Vandellas)Bild 14 von 41 In den 60er Jahren produziert Motown über 100 Top-Ten-Hits. The Four Tops ...Bild 15 von 41 ... oder Gladys Knight & the Pips sind weitere erfolgreiche Acts des Labels.Bild 16 von 41 Doch der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Hinter Motown steckt ein gewaltiger Apparat an professionellen Musikern und Produzenten, der die jungen Künstler wie Marvin Gaye aufbaut und ihnen das typische Motown-Image verpasst: ...Bild 17 von 41 ... das des adretten, eleganten Künstlers, der trotz seiner oft einfachen Herkunft wohlerzogen auftritt. Die Sänger sollen vor den weißen Medien und einem weißen Publikums bestehen und so Vorurteile gegen schwarze Musiker abbauen. (Stevie Wonder)Bild 18 von 41 Produziert wird wie am Fließband. Professionelle Songwriter wie das 1967 wegen Tantiemen-Streitigkeiten aussteigende Erfolgstrio Holland-Dozier-Holland ...Bild 19 von 41 ... oder Norman Whitfield sorgen beständig für Nachschub.Bild 20 von 41 Die Studiomusiker The Funk Brothers liefern den typischen Motown-Sound für hunderte von Songs und bleiben trotz stets brillanter Arbeit weitestgehend unbekannt. Erst der Film "Standing in the Shadow of Motown" aus dem Jahr 2002 würdigt ihre Leistung.Bild 21 von 41 Der Sound verbindet Soul mit Pop-Elementen, die Melodien sind harmonisch und eingängig, ...Bild 22 von 41 ... die Choreographien schillernd und elegant: Ein glatter, mehrheitsfähiger Stil, der zum "Sound of Young America" wird - wie sich das Label Ende der 60er selbst bewirbt.Bild 23 von 41 Und allmächtig hat Patriarch Gordy Jr. stets das Sagen: Regelmäßig macht er Qualitätskontrollen, nur absolut hitverdächtige Stücke bekommen eine Chance, der Rest landet in der Versenkung. Wer keine Hits bringt, muss gehen.Bild 24 von 41 Die Aufnahmestudios, darunter das legendäre "Studio A", auch "Schlangengrube" genannt, sind 24 Stunden am Tag geöffnet. Es wird getourt, aufgenommen und wieder getourt. (Martha Reeves vor dem ersten Motown-Gebäude, heute ein Museum)Bild 25 von 41 Reich wird vor allem der Chef, viele Künstler bekommen nur wenig Gage für ihre Songs. Sind sie zu unbequem, werden sie ausgetauscht. (Gordy erhält 1968 den NACCP-Arward für seine Verdienste um die Rechte der Afro-Amerikaner)Bild 26 von 41 So wird Florence Ballard, ursprünglich Leadsängerin bei den Supremes, 1967 ersetzt. Vermutlich war sie verärgert über die herausgehobene Stellung von Diana Ross.Bild 27 von 41 Zum größten Erfolg Motowns werden die 1969 unter Vertrag genommenen Jackson Five.Bild 28 von 41 Die fünf Brüder um den späteren "King of Pop" Michael Jackson werden national und international eine Sensation.Bild 29 von 41 Michael Jackson schafft es 1970 im Alter von elf Jahren zum jüngsten Nummer-Eins-Sänger der Musikgeschichte.Bild 30 von 41 Ab 1972 verliert Motown allmählich an Bedeutung, das Unternehmen zieht nach Los Angeles um, um auch im Filmgeschäft erfolgreich zu sein.Bild 31 von 41 In "Lady Sings the Blues" spielt Diana Ross die Hauptrolle, Motown ist an dem für mehrere Oscars nominierten Film beteiligt.Bild 32 von 41 Doch die klassische Motown-Zeit ist beendet. Nach und nach trennen sich die Stars von der Firma, vor allem der Weggang von Diana Ross 1981 kennzeichnet das Ende der bedeutungsvollen Zeit des Labels. (Diana Ross mit Michael Jackson, 1981).Bild 33 von 41 Zwar bietet Motown auch in den 70ern und 80ern erfolgreiche Musiker auf, darunter Lionel Ritchie oder The Commodores. Doch an alte Glanzzeiten kann es nicht mehr anknüpfen.Bild 34 von 41 Die Firma verliert Kapital und 1988 verkauft Gordy das Label für 61 Millionen Dollar an den Plattenriesen MCA.Bild 35 von 41 Es folgen Fusionen mit anderen Labels, häufig wechselnde Geschäftsführer und verschieden Großkonzerne als Besitzer. In den 90ern werden Acts wie Boyz II Men oder Erykah Badu (im Bild) erfolgreich.Bild 36 von 41 Heute gehört das Label zur Universal Music Group und hat Künstler wie die Schauspielerin und Pop-Sängerin Lindsay Lohan oder R'n'B-Sängerin Ashanti unter Vertrag. Der letzte verbliebene Künstler aus der klassischen Motown-Zeit ist Stevie Wonder.Bild 37 von 41 Trotz viel Kritik am Label und seinem Übervater Gordy, wie am extremen Kommerzstreben, an seiner Allmacht oder der Fließbandproduktion und starken Ausrichtung auf den Markt: Motown setzte Maßstäbe und war wegweisend.Bild 38 von 41 Seine Stars und Hits prägten nicht nur die zeitgenössische Musik nachhaltig und seine Produktionsmaschinerie beeinflusste die Musikindustrie. Das Label gab einem ganzen Genre seinen Namen: Motown-Sound. (Screenshot classic.motown.com)Bild 39 von 41 Wie kein anderes Label trug Motown zum Erfolg farbiger Künstler bei, machte ihre Musik salonfähig, erschloss ihnen ein weißes Publikum und revolutionierte damit die Popmusik.Bild 40 von 41 Hits wie "My Girl" von den Temptations, "What's Going On" von Marvin Gaye oder "I Want You Back" von den Jackson Five bleiben im Ohr und sind Teil der Musikgeschichte. (Stevie Wonder und Lionel Ritchie, Text: Nadin Härtwig)Bild 41 von 41