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Dienstag, 19. Mai 2015

Es geht (nicht) um die Wurst!: Sie wollen den ESC gewinnen

Von Volker Probst

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Ja, ja, schon klar. Manch einen kümmert der Eurovision Song Contest nur wenig. Aber mal ehrlich: Es kann doch niemandem ... (Foto: picture alliance / dpa)

Ja, ja, schon klar. Manch einen kümmert der Eurovision Song Contest nur wenig. Aber mal ehrlich: Es kann doch niemandem ...

Ja, ja, schon klar. Manch einen kümmert der Eurovision Song Contest nur wenig. Aber mal ehrlich: Es kann doch niemandem ...

... wirklich Wurst sein, wer in diesem Jahr in Wien das Rennen macht! Mag ja sein, ...

... dass nach Lenas Triumph in Oslo die ESC-Begeisterung in den vergangenen Jahren ein wenig abgeflaut ist. Aber hey, ...

... nach fünf Jahren wäre es doch durchaus mal wieder an der Zeit, diesen gläsernen Pokal-Lümmel nach Hause zu holen. Sollte das etwa ...

... nach all den jüngsten Pleiten, ...

... dem Pech ...

... und den Pannen ...

... nun ausgerechnet Ann Sophie gelingen? Die meisten ESC-Beobachter sind da eher skeptisch. Und das nicht nur, ...

... weil ihr bedauerlicherweise der Makel des "geschenkten" Österreich-Trips anhaftet und sie Andreas Kümmerts Atem vermutlich bis ins Finale in Wien verfolgen wird. Zweifel hegt manch einer auch daran, ...

... dass der Song "Black Smoke" gegen die Konkurrenz in der Wiener Stadthalle bestehen kann. Aber jetzt mal langsam, liebe Leute, ...

... nicht so pessimistisch ...

... und auch nicht gleich durchdrehen. Schließlich ...

... wird auch bei zahlreichen Mitbewerbern (im Bild: das weißrussische Duo Uzari & Maimuna mit dem Lied "Time") viel Rauch um Nichts gemacht. So musikalisch gleichförmig wie in diesem Jahr war der ESC schon lange nicht mehr. Gerade einmal ...

... sieben der insgesamt 40 Teilnehmer-Staaten präsentieren einen Song in Landessprache, darunter etwa auch die Spanierin Edurne mit "Amanecer". Ansonsten warten reihenweise Länder in Wien mit englischsprachigem Mainstream-Pop auf - von ...

... Irland mit Molly Sterling und "Playing With Numbers" ...

... über die Schweiz mit Mélanie René und "Time To Shine" ...

... bis sogar hin zu Albanien mit Elhaida Dani und "I'm Alive". Nun ja, Frau Dani beweist uns aber zumindest, dass sie nicht nur glattgebügelt kann, ...

... sondern im Fall der Fälle auch weiß, wo der Frosch die Locken hat. Ein wirkliches Wagnis gehen beim diesjährigen ESC ...

... mit der Punk-Band Pertti Kurikan Nimipäivät und ihrem "Aina Mun Pitää" eigentlich nur die Finnen ein. Wer auch sonst sollte für Trubel sorgen ...

... als die, die seinerzeit schon mit Lordi dem Schlager-Klimbim das Fürchten lehrten? Doch der Beitrag ...

... von Pertti Kurikan Nimipäivät ist nicht nur musikalisch ungewöhnlich. Bevor Sie sich nun womöglich über die scheinbare Horde abgewrackter Alt-Punks lustig machen, sollten Sie wissen, dass sich die Band aus vier Mitgliedern mit geistiger Behinderung zusammensetzt. Ein schon etwas seltsamer Zufall ist es, ...

... dass auch Polen mit Monika Kuszyńska in diesem Jahr eine Teilnehmerin mit Behinderung zum ESC entsendet. Die Sängerin sitzt seit einem Autounfall 2006 im Rollstuhl. Was ihre ...

... 0815-Ballade "In The Name Of Love" angeht, fällt Kuszyńska allerdings weniger auf. Da ...

... bleibt einem doch eher Guy Sebastian mit seinem funky "Tonight Again" im Gedächtnis. Der Song ist in seinem Fall allerdings schon beinahe zweitrangig. Das Besondere an Sebastian ist vielmehr, ...

... dass er tatsächlich der erste Vertreter Australiens beim Song Contest ist. ESC-verrückt war man "down under" schon immer - und nun ist es tatsächlich soweit: Australien greift erstmals selbst in den Kampf um die Gesangskrone ein und ist dabei - neben Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien und Österreich - bereits automatisch für das Finale gesetzt. Australien? Aber ...

... das liegt doch gar nicht in Europa?!? Stimmt, so wie zum Beispiel Aserbaidschan, das in diesem Jahr sein Glück mit Elnur Huseynovs Drama-Ballade "Hour Of The Wolf" (im Bild) versucht, ja auch nicht. Politisch war der Song Contest 2012 in Baku stark umstritten. Doch beinahe noch mehr dürfte den Verantwortlichen der Eurovision ...

... vor einem Sieg von Guy Sebastian grauen. Die Veranstaltung in der Folge mal eben ans andere Ende der Welt zu verlegen, dürfte jedenfalls ein reichlich teurer Spaß werden. Wenn wir schon ...

... beim schnöden Mammon sind, stellen wir Ihnen doch gleich auch noch die Vertreterin Griechenlands vor: Maria Elena Kyriakon präsentiert mit "One Last Breath" eine Ballade mit James-Bond-Touch. Hätte die Sängerin einen Bart, ...

... käme einem das geradezu bekannt vor. Apropos ...

... bekannt. Diese Dame dürfte einigen bekannt sein: Marta Jandová. Mit ihrer Gruppe Die Happy feierte die Tschechin nach der Jahrtausendwende vor allem in Deutschland Erfolge. Auch als Gastsängerin, etwa bei Apocalyptica oder Revolverheld, wird sie gern gebucht. Für den Song Contest ...

... schnappte sie sich nun den Muskelmann Václav Noid Bárta, ...

... um mit ihm gemeinsam den Song "Hope Never Dies" zu präsentieren. Herausgekommen ist leider nur eine eher öde Ballade, ...

... bei der man sich die alte Rockerbraut Jandova ganz schnell zurückwünscht. Doch bekanntlich ...

... ist das Leben kein Wunschkonzert. Deswegen müssen wir beim diesjährigen ESC auch bei diesen Kandidaten durch: Il Volo mit "Grande Amore". Italien setzt auf einen 3-Tenöre-Verschnitt in jugendlichem Gewand - und könnte damit in Wien durchaus punkten.

Armenien schickt unterdessen gleich ein singendes Sextett ins Rennen. Genealogy hantieren mit religiösen Symbolen unter dem Motto: "Face The Shadow".

Ziemlich schmerzhaft für die Ohren wird es beim dänischen Beitrag. Anti Social Media wollen sich mit "The Way You Are" an keinen Geringeren als den Beatles orientieren - und klingen doch nur nach belanglosem Dödel-Pop.

Gefälliger kommen da schon Elina Born und Stig Rästa daher. Das Duo aus Estland hat mit "Goodbye To Yesterday" Indie-Schrammel-Pop im Gepäck.

Mit Litauen ruhen auch in einem anderen baltischen Staat die Hoffnungen auf einem Duo. Monika Linkytė und Vaidas Baumila wollen mit "This Time" gute Laune verbreiten. Ob ihnen das wohl gelingt?

"Golden Boy" von Nadav Guedj aus Israel indes beginnt zunächst, als wolle der Interpret die Klagemauer zum Einsturz singen. Doch schließlich mausert sich das Lied noch zu einem Party-Song mit Orient-Touch.

Einen ganz anderen Touch bringt Maria Olafs aus Island mit. Ihr "Unbroken" versprüht in etwa den Charme von "Only Teardrops" der dänischen Song-Contest-Gewinnerin Emmelie de Forest von 2013.

Nein, das ist nicht die errötete Cara Delevingne - auch wenn Nina Sublatti aus Georgien in Sachen Augenbrauen durchaus ein Wörtchen mitreden kann. Und, siehe da, ...

... sie kann Frisur und Haarfarbe auch mal eben einfach wechseln. Mit "Warrior" bietet Sublatti einen Popsong von internationalem Format.

Amber aus Malta wiederum singt "Warrior". Hä?!? "Warrior"?!? So hieß doch das Lied aus Georgien eben bereits. Korrekt, aber auch ...

... Amber begibt sich in Wien auf den Kriegspfad. Ihr "Warrior" kommt allerdings eher getragen daher. Trotzdem sollte man sich vor ihr in acht nehmen. Die 23-Jährige hat einen grünen Gürtel im Judo.

Auch vor Bojana Stamenov sollte man, wenn es hart auf hart kommt, vielleicht besser in Deckung gehen. Die Serbin mutet zumindest ...

... wie eine Balkan-Ausgabe von Beth Ditto an. Dementsprechend stimmgewaltig ist sie auch. "Yes, I'm different and it's okay", schmettert sie in "Beauty Never Lies" zu 90er-Jahre-Dance-Beats. Wer wollte da schon widersprechen?

Bleiben wir auf dem Balkan: Daniel Kajmakoski tritt mit "Autumn Leaves" für Mazedonien an. Seine Pop-Ballade hat einen kräftigen Folk-Einschlag - und ist doch gänzlich frei von den althergebrachten Balkan-Klängen.

Wesentlich traditioneller kommt dagegen Knez aus Montenegro daher. Er haucht sein "Adio" in Landessprache. Und es wäre schon ein kleines Wunder, wenn er nicht bereits im Halbfinale auch wirklich "Adieu" sagen müsste.

Eduard Romanyuta stammt eigentlich aus der Ukraine. Weil diese jedoch verständlicherweise in diesem Jahr auf die ESC-Teilnahme verzichtet, tritt er für Moldau an. Wäre man zynisch, könnte man sagen, ...

... dass der Ukraine damit weiteres Unheil erspart geblieben ist. Romanyutas "I Want Your Love" klingt, als wären sich selbst 90er-Jahre-Boybands für den Song zu schade gewesen.

Voltaj aus Rumänien präsentieren ihren Beitrag "De La Capat / All Over Again" im rumänisch-englischen Sprachmix. Der Sänger kommt dabei daher wie eine rumänische Variante von Unheilig. Nun ja, jetzt, nachdem der Graf seinen Rückzug aus dem Musik-Zirkus verkündet hat, gibt es ja auch eine Lücke zu füllen ... Während Voltaj die Rechte von Kindern besingen, ...

... nimmt sich die Ungarin Boggie in ihrem Lied "Wars For Nothing" gleich mal dem kompletten Weltfrieden an. Leider verharrt die Friedens-Hymne jedoch alles in allem auf Schulchor-Niveau. Mit ihren 28 Jahren ist Boggie ...

... im Vergleich zu Frankreichs Lisa Angell noch geradezu grün hinter den Ohren. Die 46-jährige Französin liefert mit "N'Oubliez Pas" eine ESC-typische Ballade in ihrer eigenen Sprache ab. Ebenso wie Frankreich ...

... gehört natürlich auch Großbritannien zu den "Big Five", die als Hauptzahler der Eurovision von Vornherein für das Finale gesetzt sind. Nach allerlei Enttäuschungen in den vergangenen Jahren wollen die Briten das Ruder nun mit einer Electro-Swing-Nummer herumreißen. Dafür legen sich Electro Velvet mit "Still In Love With You" ins Zeug.

Leonor Andrade könnte man glatt für den verjüngten Klon von Gianna Nannini halten. Allerdings kommt die ESC-Teilnehmerin nicht aus Italien, sondern aus Portugal. "Há Um Mar Que Nos Separa", schleudert uns die einstige Halbfinalistin von "The Voice of Portugal" entgegen.

Auch bei John Karayiannis aus Zypern drängt sich ein Vergleich auf, wirkt er doch wie eine Neuzeit-Variante von Elvis Costello mit Ray-Ban-Brille. Mit Nerd-Charme und "One Thing I Should Have Done" will er das ESC-Publikum um den Finger wickeln.

Polina Gagarina hat, wie kaum zu übersehen ist, andere Charme-Qualitäten. Für Russland tritt sie mit "A Million Voices" an. "We believe in a dream", heißt es darin. Und: "Praying for peace and healing, ...

... I hope we can start again." Mögen ihre englischen Worte auch in ihrer Heimat gehört und verstanden werden.

Mit den Common Linnets (im Bild) hatten die Niederlande im vergangenen Jahr die zweiten Sieger - nach Conchita Wurst - beim Song Contest in Kopenhagen am Start. In Wien wird es ...

... mit Trijntje Oosterhuis und "Walk Along" zwar nicht wieder so cool, aber ...

... einen Rückfall in die "Sha-La-Lie-Sha-La-La"-Zeiten (im Bild: die niederländische ESC-Teilnehmerin Sieneke 2010) wird es zum Glück auch nicht geben. Ein einziger Rückfall ...

... ist dagegen der Beitrag von San Marino in diesem Jahr. Nein, die bisherige Dauerkandidatin des Zwergstaats, Valentina Monetta (im Bild), darf ausnahmsweise mal zu Hause bleiben. Aber dreimal dürfen Sie raten, wer den Song für San Marino auch diesmal komponiert hat. Mick Jagger? Nein. Paul McCartney? Nein. Natürlich ist es ...

... Ralph Siegel. "Mister Grand Prix" kann es einfach nicht lassen. Sein "Chain Of Light" ...

... dürfen in Wien Anita Simoncini und Michele Perniola intonieren. Wie das klingt? Na, nach Ralph Siegel eben.

Wären da noch die Gastgeber, ehe wir zu den heimlichen und unheimlichen Favoriten des diesjährigen Song Contests kommen. Österreich schickt mit The Makemakes quasi gleich dreimal Conchita Wurst ins Rennen. Allerdings stehen diese Bartträger weniger auf Abendkleider, ...

... sondern eher auf Leopard und Hut. Populär wurde die Band in Österreich nicht zuletzt auf Grund eines abstrusen Gerüchts, Bandleader Dodo Muhrer sei womöglich ein unehelicher Sohn von Christoph Waltz. Aber auch wenn der ESC-Song von The Makemakes "I Am Yours" heißt - an dem Gerücht ist selbstredend nichts dran.

Sein Name: Måns Zelmerlöw. Seine Herkunft: Schweden. Und glaubt man den Buchmachern, dann ist sein Pop-Rock-Song "Heroes" der absolute Top-Favorit in Wien. Allerdings: Das Land von ABBA wird beim ESC gerne mal grundsätzlich ganz weit vorn gehandelt.

Aminata aus Lettland ist cool. Der Electro-Sound von "Love Injected" in diesem Jahr beim ESC außergewöhnlich. Die Kombination erinnert durchaus ein wenig an "Euphoria", mit dem Loreen 2012 den Wettbewerb in Baku gewann. Dennoch dürfte Aminata wohl nur Außenseiter-Chancen haben.

Auch Loïc Nottet aus Belgien bastelt in "Rhythm Inside" an einem eher ungewöhnlichen Klang-Konstrukt. Eine reduzierte Instrumentierung trifft auf Hip-Hop-Beats. Dabei könnte er fast als Bruder von Justin Bieber durchgehen. Vielleicht ist das ja ein Erfolgsrezept.

Das Duo Maraaya aus Slowenien verschmilzt Drum-and-Bass-Momente mit einer Soul-Stimme im Amy-Winehouse-Stil. Okay, ihr "Here For You" ist vielleicht nicht gerade höchste Kunst, geht aber dermaßen schnell ins Ohr, dass man den Song schon nach dem ersten Hören kaum noch los wird.

Mørland & Debrah Scarlett aus Norwegen wiederum könnten die Magie der Common Linnets wieder aufleben lassen. "A Monster Like Me" besticht mit düsterer Aura, ...

... fast so, als hätten sich Nick Cave und Kylie Minogue mal wieder im Studio getroffen. Unser Geheimfavorit! Aber mal ehrlich, ...

... wer mag beim ESC schon eine gesicherte Prognose abgeben? Das gilt beim 60. Jubiläum des Wettbewerbs in der Wiener Stadthalle ebenso wie bei den 59 Veranstaltungen zuvor. Nicht wahr, ...

... Ann Sophie?!

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