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Riesenfrachter "MOL Triumph": Containerriese erreicht Deutschland

Von Martin Morcinek

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Premiere im Hamburger Hafen: Auf seiner Jungfernfahrt nach Europa legt ein riesiges Containerschiff aus Asien in Deutschland an. (Foto: picture alliance / Axel Heimken/)

Premiere im Hamburger Hafen: Auf seiner Jungfernfahrt nach Europa legt ein riesiges Containerschiff aus Asien in Deutschland an.

Premiere im Hamburger Hafen: Auf seiner Jungfernfahrt nach Europa legt ein riesiges Containerschiff aus Asien in Deutschland an.

Die "MOL Triumph", Baujahr 2017, gilt als eines der größten Schiffe der Welt: Schon die Außenmaße qualifizieren den Frachter für die Spitzenklasse der Schiffsgiganten.

Von Bug bis Heck ist die "Triumph" 400 Meter lang. Damit ist das Schiff der japanischen Reederei Mitsui O.S.K. Lines (MOL) fast 70 Meter länger als ein US-Flugzeugträger der Nimitz-Klasse.

Mit seiner Ladekapazität durchbricht der Schiffsneubau zudem eine magische Marke: In den Laderäumen und auf Deck des Riesenfrachters finden 20.170 Standardcontainer (TEU) Platz.

Die "Triumph" ist damit das erste Frachtschiff, das mehr als 20.000 TEU-Container transportieren kann.

Bei der Einfahrt in die Elbe werden die Dimensionen offensichtlich: Die "Triumph" ist für Hamburg das bislang größte Schiff, das jemals die Kaianlagen gegenüber der Innenstadt angesteuert hat.

Die Einfahrt von Riesenschiffen ist für Hamburger eigentlich nichts besonderes mehr: ...

... Vor zwei Jahren im Januar zum Beispiel steuerte die "CSCL Globe", ein sogenannter Mega-Carrier der chinesischen Reederei China Shipping Group, Hamburg an (Archivbild).

Die "Globe" ist von Reling zu Reling knapp 59 Meter breit, kann aber nur 19.100 Standardcontainer tragen. Die "Triumph" ist noch einmal 27 Zentimeter breiter - nimmt dafür aber dank eines verbesserten Schiffsdesigns fast 1100 Stahlboxen mehr auf.

Die "MSC Oscar", die wenige Monate nach der "Globe" im Hamburger Hafen einlief, bietet Stellplatz für "nur" 19.224 Standardcontainer (Archivbild).

Die Ankunft der Mega-Carrier zeigt dem wichtigsten Überseehafen Deutschlands seine Grenzen auf.

Denn die "Triumph" passt nur noch mit einigen Tricks bis in den Hafen.

Das Problem: Auf der rund 130 Kilometer langen Strecke von der Elbmündung bis zum Hamburger Hafen ist die Unterelbe teilweise nur knapp 13 Meter tief.

Voll beladen kommt der Koloss aus Stahl jedoch auf einen Tiefgang von bis zu 16 Metern.

"Tideunabhängig können Schiffe mit einem Tiefgang von maximal 12,80 Meter in den Hafen ein- oder auslaufen", heißt es bei der Hafenverwaltung.

Allen Ausbaumaßnahmen im Rahmen der umstrittenen Elbvertiefung zum Trotz (hier im Bild der Saugkopf eines Baggerschiffes) müssen Kapitäne größerer Kähne den mit der Flut steigenden Wasserstand nutzen, um ohne Grundberührung bis nach Hamburg zu kommen.

Die Lösung: Die "Triumph" schiebt sich mit der Tidenwelle am Abend die Unterelbe hoch in Richtung Hafen. (Hier im Bild auf Höhe des Hamburger Stadtteils Blankenese).

Und: Sicherheitshalber ist der Frachter auch nur halb beladen. Würde er auf Grund laufen, wäre die Elbe bis auf weiteres blockiert.

Wie schnell das passieren kann, zeigt der Fall der "CSCL Indian Ocean": Im Februar 2016 lief der knapp 400 Meter lange Frachter auf der Elbe bei Stade auf Grund.

Eine umfangreiche Bergungsaktion mit mehreren Schleppern war erforderlich, um das knapp 19.000 Standardcontainer fassende Schiff damals wieder frei zu bekommen.

Die Ankunft der Mega-Frachter führt den Deutschen die Beschränkungen ihrer derzeit wichtigsten Anbindung der Exportnation an den Welthandel vor Augen.

Denn im Fall der "Triumph" stellt sich einer reibungslosen Abwicklung von Containerschiffen in Hamburg ein weiteres Hindernis entgegen: ...

... Das speziell ausgebaute, voll automatisierte Containerterminal Altenwerder liegt tief im Inneren des Hafens weiter elbaufwärts hinter der Köhlbrandbrücke (im Hintergrund links).

Das mächtige Bauwerk aus Stahlseilen und Beton überspannt seit 1974 einen Arm der Süderelbe.

Die lichte Höhe unter den Fahrbahnen der Autobahn A7 beträgt 53 Meter (Archivbild).

Für Schiffe der 20.000-TEU-Klasse ist das zu niedrig. Die Brückenaufbauten ragen in halb beladenem Zustand zu hoch aus dem Wasser.

Die Lösung hier: Die "Triumph" macht am vor der Köhlbrandbrücke gelegenen Burchardkai fest.

Am HHLA-Terminal dort wird noch in der Nacht damit begonnen, einen Teil der Frachtcontainer aus Übersee zu entladen.

Mit einer stimmungsvoll beleuchteten Installation feiert der Hamburger Hafen den 20.000-Container-Rekord.

Mehrere Schlepper unterstützten den Containerriesen bei seinem Anlegemanöver. Die "MOL Triumph" wird künftig häufiger in Hamburg vorbeischauen.

Das Flaggschiff des japanischen Seefrachtverkehrs (hier im Hafen von Hongkong) ist tatsächlich nagelneu.

Die "Triumph" wurde erst vor wenigen Wochen, am 15. März, auf der Bauwerft Samsung Heavy Industries in Südkorea getauft.

Das Schiff fährt im Rahmen der Reederallianz "THE Alliance" im Liniendienst zwischen China und Europa.

Künftig wird die "Triumph" Hamburg in regelmäßigen Abständen etwa alle sieben bis acht Wochen ansteuern.

Und die Hansestadt dabei jedesmal aufs Neue daran erinnern, dass der Trend zu immer größeren Schiffen den Logistik-Standort Hamburg im Wettbewerb mit den europäischen Tiefwasserhäfen langfristig abzuhängen droht.

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