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Pflichttermin für Piloten, Fans und Militärs: Die Trends der ILA 2012

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Fluglärm am neuen Hauptstadtflughafen: Die planmäßige Eröffnung im Sommer ist geplatzt, doch in Berlin-Schönefeld herrscht trotzdem Hochbetrieb. Was ist da los? (Foto: REUTERS)

Fluglärm am neuen Hauptstadtflughafen: Die planmäßige Eröffnung im Sommer ist geplatzt, doch in Berlin-Schönefeld herrscht trotzdem Hochbetrieb. Was ist da los?

Fluglärm am neuen Hauptstadtflughafen: Die planmäßige Eröffnung im Sommer ist geplatzt, doch in Berlin-Schönefeld herrscht trotzdem Hochbetrieb. Was ist da los?

Es ist die ILA, die alle zwei Jahre stattfindende Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung, die wieder Massen an Fachbesuchern und faszinierten Flugfans anzieht.

Die Luftfahrtschau ist ein Branchenereignis aller ersten Ranges - und überaus wichtig für die deutsche Wirtschaft. Die Veranstalter rechnen mit einer Rekordbeteiligung.

Gleich am Eröffnungstag gibt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ehre.

Kurz erinnert sie am elften Jahrestag an die Terroranschläge vom 11. September 2001. Ausführlich lobt sie die Innovationskraft der Luftfahrtindustrie.

Schließlich schneidet sie ein weißes Band mit blauem ILA-Aufdruck durch: Die ILA 2012 beginnt.

In diesem Jahr findet die Luftfahrtmesse erstmals direkt neben dem künftigen Hauptstadtflughafen BER statt.

EADS-Chef Tom Enders lobt die ILA als "eine der weltweit bedeutendsten Aerospace-Messen", als "technologische Leistungsschau der Luft- und Raumfahrtindustrie" und als "Dialogplattform für Politik, Forschung, Wissenschaft und Industrie".

Der Messerundgang der Kanzlerin hat Tradition: Begleiten lässt sich die deutsche Regierungschefin von Wirtschaftsminister Philipp Rösler, Verkehrsminister Peter Ramsauer - und von ...

... Lufthansa-Chef Christoph Franz (r.). Auch er erwähnt die Anschläge: "Das war ein Ereignis, das die Weltluftfahrt und auch die Welt verändert hat." Fliegen sei in den Jahren danach noch viel sicherer geworden.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck darf den feierlichen Anlass nutzen, um einen neuen Riesenflieger der Lufthansa auf den Namen "Brandenburg" zu taufen - mit echtem Havelwasser, wie die beteiligten Pressestellen betonen.

Es ist in der Tat eine ganz besondere Ehre: Eigentlich wollte die größte deutsche Fluggesellschaft längst schon vom nagelneuen Terminal des neuen Hauptstadtflughafens "Willy Brandt" aus Passagiere in alle Welt befördern.

Dafür, dass das mit der Eröffnung am 3. Juni 2012 nicht klappen wollte, muss sich Platzeck eine gewisse Mitverantwortung zuschreiben lassen: ...

Er sitzt als stellvertretender Vorsitzender im BER-Aufsichtsrat.

Stolz präsentiert die Lufthansa die "Brandenburg", eine brandneue Boeing 747-8 "Intercontinental" mit verbesserter Aerodynamik und sparsameren und leiseren Triebwerken.

20 Stück hat die Lufthansa davon bestellt. Mit 76,3 Metern Gesamtlänge übertrifft der weiterentwickelte Super-Jumbo das Vorgängermodell noch einmal um 5,6 Meter.

Es ist die derzeit längste Passagiermaschine der Welt: In Schönefeld trifft die Boeing auf ihren wichtigsten Konkurrenten, den Airbus A380 (hier links in der Lackierung von Emirates) - eine Begegnung der beiden weltgrößten und modernsten Flugzeuge der zivilen Luftfahrt.

Im Schatten der beiden Rivalen können Besucher weitere Fluggeräte aus unterschiedlichen Kategorien und Epochen bestaunen: Rund 270 Maschinen aller Größenordnungen sind im Lauf der Messe am Boden oder in der Luft zu sehen.

Stark vertreten ist das Militär: Die Luftwaffe der Bundeswehr zeigt ihre bekannten Mehrzweckkampfflugzeuge vom Typ "Tornado".

Die US-Luftwaffe gewährt Fachbesuchern Einblicke ins Cockpit einer deutlich schlankeren F-16 "CJ Viper" des Herstellers General Dynamics, während im Hintergrund eine C-17 "Globemaster" von Boeing ruht.

Techniker von Dassault rücken einen französischen Kampfjet aus der "Mirage"-Reihe ins rechte Licht.

Das europäische Jagdflugzeug Eurofighter "Typhoon" wartet auf seine Startfreigabe.

An einem eigenen Stand demonstriert die Bundeswehr den Umgang mit einer Drohne vom Typ "Luna" und lenkt damit Licht auf einen der ganz großen Trends der ILA 2012: ...

... auf den scheinbar unaufhaltsame Siegeszug der unbemannten Fluggeräte.

Auf dem frisch betonierten Rollfeld in Schönefeld können Besucher friedlich an fliegenden Waffenträgern wie der fast schon historischen "Phantom" (obere Reihe ganz links) vorbeiflanieren.

Für die beteiligten Unternehmen geht es dabei nicht um die Show, sondern um Geschäftsabschlüsse, Marktanteile und Kontakt zum Kunden.

In diesem Jahr haben sich 1243 Austeller aus 46 Ländern angekündigt.

Die beiden Veranstalter - der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) und die Messe Berlin GmbH - sprechen von einer "Rekordbeteiligung".

Der Andrang ist groß: Vor zwei Jahren konnte die ILA bereits 125.000 Fachbesucher begrüßen - rund 15.000 mehr als privat angereiste Besucher.

Umfangreich ist auch das Flugschauprogramm rund um die sechstägige Messe: Gleich am ersten Tag rauscht der Airbus-Bestseller A320 über das Gelände.

Zum Auftakt verdunkelt der Militärtransporter A400M "Grizzly" den Himmel.

Nach jahrelangen Verzögerungen und immer neuen Problemen mit den Triebwerken ist die Auslieferung an die Erstbesteller endlich angelaufen.

Auf der ILA in Berlin wirbt Hersteller Airbus auch um Folgeaufträge.

Die EADS-Schwestersparte Eurocopter lässt unterdessen den neuen europäischen Kampfhubschrauber "Tiger" abheben.

Auch diese Maschine muss beweisen, was sie kann: Der Pilot zeigt kühne Loopings und wilde Drehungen um alle Achsen.

Daneben wartet Eurocopter mit einer echten Neuheit auf: Erstmals zeigt die Hubschrauber-Tochter von EADS in Deutschland ihren Experimentalflieger "X3", einen schnellen Zwitter zwischen Drehflügler und Flugzeug.

Gemächlicher und leiser geht es in den angrenzenden Messehallen zu: Hier zeigen Zulieferer wie der Triebwerkhersteller MTU ihre neuesten Entwicklungen.

Offizielles Partnerland der diesjährigen ILA ist übrigens Polen: Mit Rauchpatronen malen zwei Piloten mit ihren Maschinen vom Typ Zlin 50 LS ein Herz in den Himmel.

Polnische Kunstflieger zeichnen die Nationalfarben des Nachbarlands in die Berliner Luft.

Die Anreise der polnischen Nationalstaffel "Weiß-Rote Funken" gestaltet sich einfach: ...

... Von Schönefeld aus ist die deutsch-polnische Grenze nur wenige Flugminuten entfernt.

Freunde der Flugakrobatik kommen bei der ILA voll auf ihre Kosten.

Wer in den Simulator steigt, darf sogar selbst zum Knüppel greifen.

Bei der Fülle der Angebote lohnt ein Blick ins Ausstellungsprogramm: ...

... Der historische Doppeldecker Havilland DH 84 der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus hob gleich am Eröffnungstag ab.

Die Piloten der "EADS Heritage Flight" führen unter anderem den Nachbau einer originalgetreuen Messerschmidt Me-262 A vor - den ersten in Serie gebauten Düsenjäger der Welt.

So berühren sich auf der ILA 2012 Vergangenheit und Zukunft: Die Luft- und Raumfahrtausstellung ist damit mehr als nur eine Großveranstaltung für Triebwerksingenieure, ...

... Rüstungsfirmen, ...

... Raumfahrtvisionäre, ...

... Piloten oder ....

... ganz allgemein vom Fliegen und der Fliegerei begeisterte Luftfahrtfans.

Die Berliner ILA spielt auf lange Sicht noch eine ganz andere Rolle: ...

Denn wer die Zeichen der Zeit richtig deutet, kann am Himmel über Berlin womöglich den Beginn einer neuen Ära erkennen.

Und das muss nicht gleich das Ende der bemannten Luftfahrt sein.

Die Berliner Luftfahrtmesse bereitet dem zukunftsweisenden Erfindergeist eine geeignete Bühne, um ihre Neuerungen einem breiten Publikum vorzuführen.

Dazu zählt ohne Zweifel die "Elektra One" der PC-Aero GmbH - das erste elektrisch betriebene Ultraleichtflugzeug aus Deutschland.

(Text: Martin Morcinek / Stand: 11. September 2012)

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