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Gates und Buffett finden Nachahmer: Die guten Milliardäre

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Was soll man tun, wenn man mehr Geld hat, als man zu Lebzeiten ausgeben kann? (Foto: Titelbild der Zeitschrift "Forbes", die alljährlich die reichsten Menschen der Welt auflistet) (Foto: Reuters)

Was soll man tun, wenn man mehr Geld hat, als man zu Lebzeiten ausgeben kann? (Foto: Titelbild der Zeitschrift "Forbes", die alljährlich die reichsten Menschen der Welt auflistet)

Was soll man tun, wenn man mehr Geld hat, als man zu Lebzeiten ausgeben kann? (Foto: Titelbild der Zeitschrift "Forbes", die alljährlich die reichsten Menschen der Welt auflistet)

Man tut mit dem überschüssigen Geld etwas Gutes. Das ist die Idee der Initiative "The Giving Pledge" (das Spendenversprechen).

Fast hundert Milliardäre haben sich bereits der Initiative angeschlossen. Sie sind bereit, mehr als die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.

Die Initiative hat Microsoft-Milliardär Bill Gates gemeinsam mit seiner Frau Melinda ...

... und der Investorenlegende Warren Buffett vor gut zwei Jahren ins Leben gerufen. Wann und wofür die Milliardäre spenden, gibt die Initiative nicht vor.

Microsoft-Gründer Bill Gates und seine Frau Melinda spenden selbst einen großen Teil ihres Vermögens und stecken es in ihre Stiftung für internationale Entwicklungshilfe.

Gates ist laut "Forbes" der reichste US-Amerikaner und gehört zudem zu den zehn mächtigsten Männern der Welt, seine Frau zu den zehn mächtigsten Frauen.

Melinda Gates ist nicht nur das Gesicht der Stiftung, sie pflegt auch die Kontakte zu wichtigen Unterstützern. Zu denen gehört etwa US-Präsident Barack Obama, aber auch der zweitreichste Mensch der USA, ...

... Warren Buffett (r). Finanz-Legende Buffett macht sein Vermögen mit langfristigen Investitionen in erfolgreiche Unternehmen. Über Berkshire Hathaway, eine ehemalige Textilfirma, ...

... besitzt er viele Tochterunternehmen und Anteile an Firmen wie Coca Cola, Kraft Food oder Moody's. Schon 2006 verspricht Buffett der Gates-Stiftung einen Großteil seines Vermögens.

Obwohl der Mitbegründer von Microsoft, Paul Allen (l., Foto 1981), selbst sagt, er sei nicht nur wegen gesundheitlicher Probleme bei Microsoft ausgestiegen, ...

... folgt er der Initiative seines früheren Partners Bill Gates gern. Seine eigene Stiftung konzentriert sich auf den Nordwest-Pazifik, wo er arbeitet und lebt. Dort organisiert sie etwa Bildungs- oder Technologieprojekte.

Einen Großteil seines Vermögens sichert Allen seiner Stiftung zu, er möchte aber auch die Forschung fördern, zum Beispiel das Allen-Institut für Hirnwissenschaften.

Einer der spendablen Milliardäre, die ihr Vermögen im Internet gemacht haben, ist Pierre Omidyar. Der Ebay-Gründer und seine Frau möchten einen Großteil ihres Vermögens spenden: Es sei mehr, als ihre Familie je brauchen werde.

Der jüngste Milliardär auf der Liste von "The Giving Pledge" ist mit 28 Jahren der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. In der "Forbes"-Liste der reichsten US-Amerikaner rutscht Zuckerberg steil ab, ...

... nachdem Facebook an der Börse floppt. Das soziale Netzwerk geht mit hohen Erwartungen an die Börse, die Aktie verliert aber stetig an Wert. Sein eigenes Vermögen schmilzt nach dem Börsenflop ...

... von rund 17 Mrd. auf etwa 9 Mrd. Dollar ab - damit sinkt wohl auch die Spendensumme. Doch Zuckerberg hat nicht nur Geld, sondern vor allem Einfluss: Über 900 Millionen Menschen weltweit nutzen Facebook aktiv.

Dessen scheint sich auch die Politik bewusst zu sein: Zu einem G8-Treffen im letzten Jahr waren nicht nur Staatschefs, sondern auch der Facebook-Gründer eingeladen.

Auf Bundeskanzlerin Angela Merkel scheint Zuckerberg zumindest Eindruck gemacht zu haben. Weniger bekannt als Zuckerberg ist sein früherer Mitbewohner...

... und Facebook-Mitbegründer Dustin Moskovitz (l.). Doch auch er möchte sich gemeinsam mit seiner Verlobten Cari Tuna an der Gates-Buffett-Initiative beteiligen und einen Teil seines Vermögens spenden.

Moskovitz hat dabei geholfen, Facebook aufzubauen. 2008 steigt er aus dem Geschäft aus, hält aber weiterhin Anteile am sozialen Netzwerk. "Forbes" schätzt sein Vermögen auf knapp 3 Mrd. Dollar.

Sein Vermögen von 2,5 Mrd. Dollar verdankt auch John Doerr (l.) zu großen Teilen dem Internet. Er hat in Unternehmen wie Amazon, Netscape und Google investiert, seine Firma Kleiner Perkins Caufield and Byers hält Anteile an Twitter.

So machte Doerr Milliarden. Gemeinsam mit seiner Frau Ann möchte Doerr der Initiative "The Giving Pledge" folgen und einen Großteil seines Vermögens spenden.

Nicht nur bei Google und Amazon im Aufsichtsrat, auch in einem Beratungsgremium der US-Regierung sitzt Doerr (r.). Dort berät er Präsident Barack Obama bei der Stabilisierung der Wirtschaft nach der Finanzkrise.

Nicht in der Wirtschaft, sondern in Hollywood wurde dagegen George Lucas (r.) reich (Foto: v.l. Francis Ford Coppola, Martin Scorsese und Steven Spielberg bei den Oscars 2007).

Mit seiner "Star Wars"-Saga und den Indiana-Jones-Filmen kann der Regisseur ein Vermögen von über 3 Mrd. Dollar ansammeln. Einen Großteil davon ...

... möchte der 68-Jährige wieder zurückgeben und spenden. Besonders liegen ihm dabei bessere Bildungschancen für Kinder am Herzen.

Wie so viele Milliardäre pflegt auch George Lucas Kontakte zu Politikern, ein anderer kann das aber noch besser als der Regisseur, ...

... Chef und Vorstand der Citigroup Sanford Weill (l. mit Wladimir Putin). Der hat nicht nur gute Verbindungen zum Kreml, ...

... sondern kennt auch den ehemaligen Bundeskanzler Kanzler Gerhard Schröder. 2003 überreicht der ihm noch den "Global Leadership Award" für seine Arbeit bei der Citigroup.

Nur wenige Jahre später zerstört die Finanzkrise die Citigroup beinahe, sodass sie gerettet werden muss. Weill war früher Chef der Travellers Group, die 1998 mit der Citicorp fusionierte.

Während der Finanzkrise verliert Weill einen großen Teil seines Vermögens von ehemals 1,3 Mrd. Dollar. Seine Frau Joan und er wollen trotzdem den Großteil spenden und ihren Kindern nur einen kleinen Teil vererben.

Ebenfalls gute Kontakte zu Gerhard Schröder hat Edgar Bronfman Senior(l.), der fast dreißig Jahre lang der Präsident des jüdischen Weltkongresses war. Bronfman ist der Sohn eines russischen Immigranten, ...

... der während der Prohibition Alkohol von Kanada in die USA schmuggelt und ihm und seinem Bruder Charles (r.) mit dem Spirituosen-Hersteller "Joseph E. Seagram and Sons" ein Vermögen vererbt. Sein eigener Sohn Edgar Junior (m.) ...

... verliert allerdings enorme Summen, als er Anteile aufgibt, um ein Filmstudio und das Musiklabel Polygram aufzukaufen. Für 34 Mrd. Dollar verkaufen die Bronfmans schließlich alle Anteile an Seagram. Edgar Bronfman hat laut "Forbes" noch etwa 2,6 Mrd., ...

... sein Bruder Charles (l.) 2 Mrd Dollar. Beide wollen mit einem Großteil ihres Vermögens wohltätige Zwecke verfolgen, und unter anderem jüdische Jugendliche unterstützen.

Ebenfalls reich geboren wurde David Rockefeller (r., Foto mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog). Er ist der einzige noch lebende Enkel des Öl-Barons John D. Rockefeller, ...

... der einst 4000 Dollar in das Unternehmen Standard Oil steckte und während der US-Industrialisierung ein Vermögen machte. David Rockefellers Vater dagegen kaufte mehrere Gebäude mitten in Manhattan auf, ...

... heute bekannt als Rockefeller Center. David Rockefeller (l., Foto mit Nelson Mandela) folgt da seinem Vater und investiert das geerbte Vermögen ebenfalls in Immobilien. Auch die Vorliebe für Kunst teilt er mit seinem Vater, ...

... der half, das Museum of Modern Arts (MoMA) aufzubauen. Mit seinem Vermögen von 2,7 Mrd. Dollar unterstützt David Rockefeller vor allem Universitäten und das MoMA, privat sammelt er Werke von Claude Monet.

Kunstliebhaber war auch der deutsche Picasso-Sammler Heinz Berggruen, Vater von Nicolas Berggruen (Foto). Der deutsch-amerikanische Finanzfachmann investiert ähnlich wie Warren Buffett ...

... langfristig in Unternehmen aus Immobilienmarkt, Energiewirtschaft, Einzelhandel und Medien. Zu Deutschland hat der Investor ein ganz besonderes Verhältnis, ...

... 2010 kauft er das insolvente Unternehmen Karstadt auf und investierte mehrere zehn Millionen, um Schulden zu tilgen und das Unternehmen wieder aufzubauen. Außerdem besitzt er zahlreiche Immobilien in Berlin, ...

... unter anderem kaufte er das Café Moskau in Mitte auf, die ehemalige Brauerei Willner und die ehemaligen Schuckert-Werke am Treptower Park. Mit seinen 2,2 Mrd. Dollar und einer eigenen Stiftung ...

... möchte Berggruen vor allem die Kunstszene unterstützen, etwa das Museum Berggruen in Berlin. Auch mit den deutschen Frauen scheint der 51-Jährige sich gut zu verstehen (hier mit Claudia Schiffer).

Schöne Frauen mag auch der US-Medienunternehmer Ted Turner, bis 2001 war er mit der Schauspielerin Jane Fonda verheiratet. Turner erbt von seinem Vater ein Werbeunternehmen, das er erfolgreich führt und zu Turner Broadcasting ummodelt.

Später gründet er zudem den Nachrichtensender CNN und den Spielfilmsender TNT. Die Firma seines Vaters verkauft er schließlich an Time Warner. In den Achtzigern übernimmt Turner kurzzeitig das Filmstudio MGM, ...

... verschuldet sich damit aber so sehr, dass er es bald wieder verkaufen muss. Ted Turner ist der zweitgrößte private Grundbesitzer der USA und verfügt über 2 Mrd. Dollar, eine Milliarde spendet er bereits 1998 als Startkapital an die UN-Stiftung.

Ebenfalls Karriere in der TV-Branche gemacht hat Milliardär Barry Diller (Foto mit Gattin Diane von Fürstenberg). Er arbeitet sich langsam hoch, erst bei ABC und Paramount, dann als Manager von Fox und bei USA Broadcasting.

Er gründet IAC, kauft das Homeshopping Network und startet die Reise-Empfehlungsportale Expedia und Trip-Advisor. "Forbes" schätzt das Vermögen des 70-Jährigen auf 1,8 Mrd. Dollar.

Gemeinsam mit seiner Gattin, der belgischen Mode-Deisgnerin Diane von Furstenberg, unterstützt Diller mit einer eigenen Stiftung gleichgeschlechtliche Ehen und Gleichberechtigung, sonst spendet das Paar vor allem für Projekte in ihrer Wahlheimat New York.

Auch New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg gehört zu den spendablen Milliardären. Sein Vermögen von 25 Mrd. Dollar macht er mit Bloomberg L.P., das erstmals Finanzdaten an Unternehmen liefert und massiv vom anfänglichen Börsen-Boom profitiert.

Heute ist das Unternehmen vor allem eine Nachrichtenagentur, und Michael Bloomberg in der dritten Amtszeit Bürgermeister von New York. Der 70-Jährige finanziert seine Wahlkämpfe selbst und setzt sich etwa für preiswerten Wohnraum und gleichgeschlechtliche Ehen ein.

Gut 3 Mrd. Dollar hat Bloomberg laut Forbes in den vergangenen Jahren gespendet, er engagiert sich für Gesundheit, Umwelt, Kunst und Bildung. Mit seinem Spendenversprechen sind mindestens 13 Mrd. Dollar dem guten Zweck sicher.

Weniger gern in der Öffentlichkeit als die Familie seines sechsten Sohnes Richard Hilton (r.) steht der Milliardär und Hotelketten-Erbe ...

... William Barron Hilton. Das Vermögen des 84-Jährigen schätzt Forbes auf 2,5 Mrd. Dollar, 2007 verkauft er die Hotelkette für 26 Mrd. Dollar. Sein Vermögen verwaltet Sohn Steven über die Conrad-N.-Hilton-Stiftung, ...

... 75 Prozent sichert Hilton (r.) mit seinem Versprechen der Wohltätigkeit zu und folgt damit dem Beispiel seines Vaters, Hotelgründer Conrad. Die Stiftung kämpft gegen Obdachlosigkeit, Wasserverschmutzung und Drogenmissbrauch. Auch er möchte spenden, ...

... David Rubenstein bemüht sich mit seinem Vermögen, einen Teil der US-amerikanischen Geschichte zu bewahren und ersteigert etwa Originalkopien der Magna Carta und der Unabhängigkeitserklärung, um sie der Nationalgalerie zu leihen.

Gerade erst sichert er mehrere Millionen für die Reparatur des Washington Monuments, der Obelisk nahe des Weißen Hauses, zu. Auch Universitäten unterstützt Rubenstein gern.

Sein Vermögen von knapp 2 Mrd. Dollar macht Rubenstein (hinten rechts) mit der Carlyle Group, die er 1987 mit vier anderen Unternehmern gründet. Heute ist sie die drittgrößte private Beteiligungsgesellschaft weltweit.

Carl Icahn ist heute knapp 15 Mrd. Dollar schwer. Seine Karriere beginnt Anfang der 1960er Jahre an der Wall Street, später gründet er seine eigene Firma, investiert zunehmend in Unternehmen und kommt so in wichtige Positionen, ...

... etwa bei Texaco, Western Union, Federal-Mogul, Time Warner oder Motorola. Heute ist er Vorstand seiner eigenen Holding, Icahn Enterprises. Icahn, der selbst Schüler eine öffentlichen High School in New York war, konzentriert seine Wohltätigkeitsbemühungen ...

... ganz auf den öffentlichen Schulsektor in den USA. Zum Beispiel vergibt der 76-Jährige Stipendien an Schüler, die sich Privatschulen und ein Studium sonst nicht leisten könnten. Das Icahn-Haus in der New Yorker Bronx ist Zuflucht für obdachlose Familien.

Mit 16 Jahren beendet er die High School, mit 23 ist er bereits Doktor der Medizin. Patrick Soon-Shiong verfügt heute über 7,3 Mrd. Dollar, die er mit dem Aufbau und Verkauf der beiden Pharmaunternehmen American Pharmaceutical Partners und Abraxis machte.

APP verkauft er 2008 für 5,6 Mrd. Dollar an das deutsche Unternehmen Fresenius. Soon-Shiong und seine Frau Michele wollen mit ihrem Spendenversprechen die medizinische Versorgung verbessern.

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