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Profit im Schatten des Koreakonflikts: Kaesong - wo der Norden für den Süden schuftet

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Zwischen Nord- und Südkorea kocht der jahrzehntealte Konflikt in den letzten Wochen neu hoch. Im nordkoreanischen Kaesong ist davon bis zuletzt noch wenig zu spüren.

Zwischen Nord- und Südkorea kocht der jahrzehntealte Konflikt in den letzten Wochen neu hoch. Im nordkoreanischen Kaesong ist davon bis zuletzt noch wenig zu spüren.

Zwischen Nord- und Südkorea kocht der jahrzehntealte Konflikt in den letzten Wochen neu hoch. Im nordkoreanischen Kaesong ist davon bis zuletzt noch wenig zu spüren.

Der jüngsten Kriegsrhetorik zum Trotz herrscht seit einigen Jahren zwischen dem Süden und der Sonderwirtschaftszone in der grenznahen Stadt ein reger Verkehr.

Tag für Tag reisen Hunderte südkoreanische Pendler von Paju aus im verfeindeten Bruderland ein ...

... und am Abend wieder aus. Einige von ihnen bleiben auch die ganze Woche in dem stalinistischen Land.

In Kaesong arbeiten sie in den hier angesiedelten Fabriken südkoreanischer Firmen. Seit Ende 2004 dürfen Unternehmen aus dem Süden ihre Produktionsstätten errichten - eine Vereinbarung, die angesichts der Spannungen erstaunt.

Die paar Hundert Südkoreaner, die zum Arbeiten kommen, sind jedoch nicht ausschlaggebend für den Wirtschaftsfaktor Kaesong. Ungleich größer ist die Anzahl der einheimischen Arbeitskräfte.

Der Deal ist: Die Unternehmen profitieren von den Billiglöhnen, die sie den Arbeitern zahlen - 50.000 Nordkoreaner schuften hier für mickrige Gehälter.

Die weiteren Vorteile: Die Arbeiter sprechen dieselbe Sprache und leisten solides Handwerk, ...

... die Distributions- und Transportkosten sind gering.

Zudem gewährt Pjöngjang Zollfreiheit auf die Waren, die hier ein- und ausgeführt werden.

Im Gegenzug dient Kaesong dem Kim-Regime als wichtige Devisenquelle.

Denn die Löhne der Arbeiter in Kaesong - fällig in harter Währung - schöpft der Staat zu einem großen Teil ab.

Ein System also, das für beide Seiten hervorragend funktioniert.

"Der Kaesong-Komplex ist das letzte Bollwerk der innerkoreanischen Beziehungen", kommentierte jüngst die südkoranische Zeitung "Hankyoreh".

Etwas treffender ist wohl: Unter dem Deckmantel der Annäherung rechtfertigt Seoul handfeste Vorteile für die eigene Wirtschaft auf Kosten der verarmten Bevölkerung im Norden.

Und das marode Nordkorea kann mit den Devisen wichtige Importe finanzieren - darunter wohl auch Teile für das Atomprogramm.

Dass der Süden häufig einseitig von den Vorteilen für den Norden spricht, macht das Kim-Regime wütend.

Die Behauptung, dass es lediglich um Fremdwährungen gehe, verletze "ernsthaft unsere Würde", so ein Sprecher des Industriekomplexes Kaesong erst kürzlich. Wenn sich Südkorea weiter so verhalte, werde der Komplex geschlossen, so die Drohung.

Doch seither treten Morgen für Morgen die nordkoreanischen Arbeitskräfte weiterhin zum Dienst an. Für die wenigen südkoreanischen Arbeiter sind die Grenzen dagegen mittlerweile dicht.

Doch der Industriekomplex Kaesong wird wohl auch die jüngste Eskalation der Provokationen überstehen.

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