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Donnerstag, 09. Februar 2017

Neue Jets für die Langstrecke: Lufthansa startet ins A350-Zeitalter

Von Martin Morcinek

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Im trüben Münchner Winterwetter rollt die jüngste Neuanschaffung der Lufthansa in Startposition: ... (Foto: Oliver Rösler / Deutsche Lufthansa AG)

Im trüben Münchner Winterwetter rollt die jüngste Neuanschaffung der Lufthansa in Startposition: ...

Im trüben Münchner Winterwetter rollt die jüngste Neuanschaffung der Lufthansa in Startposition: ...

... Der Passagierjet vom Typ A350-900 gilt als das derzeit modernste Langstreckenflugzeug der Welt.

Die Lufthansa feiert den Neuzugang in ihrer Passagierjet-Flotte wie die Ankunft eines Popstars.

Mit Sekt tauft Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly die neue Lufthansa-Maschine auf den Namen "Nürnberg".

Die "Nürnberg" ist die erste von insgesamt zehn Maschinen vom Typ A350-900. Seit Februar sind die neuen Hightech-Jets im Auftrag und in der Lufthansa-Lackierung für die Kranich-Airline unterwegs.

Die Lufthansa stationiert die neuen Prestigeflieger nicht an der Konzernzentrale in Frankfurt am Main, sondern am Münchner Flughafen "Franz-Josef-Strauss" (MUC).

Viele Neuerungen in Konstruktion, Design und Ausstattung sollen den neuen Superflieger komfortabler, effizienter und umweltweltfreundlicher machen.

Die A350 ist das neue Vorzeigemodell des europäischen Flugzeugbauers Airbus.

Die Spannweite beträgt 64,75 Meter. In die Tanks passen bis zu 138.000 Liter Kerosin. Damit kommt eine A350-900 über eine Distanz von rund 14.350 Kilometer.

Theoretisch reicht das für einen Nonstop-Flug von München bis nach Hawaii. Von den futuristischen Flügelspitzen, über neuartige, leisere Triebwerke bis zum großzügig bemessenen Innenraum in der Kabine: ...

... Dank Leichtbaumaterialien und elektronischer Hightech-Finessen soll die rund 67 Meter lange und bis zu 280 Tonnen schwere A350 ein vollkommen neues Fluggefühl ermöglichen.

Im Inneren erwartet Passagiere ein ganz neues Reiseerlebnis. Auf großformatigen Bildschirmen am Platz kann sich der Fluggast zum Beispiel wie in der A380 verschiedene Flugansichten aufrufen.

Per "Lufthansa Companion App" können Reisende in allen Klassen zudem vorab ausgewählte Medieninhalte aus dem Bordprogramm aufrufen und die Playlist vom eigenen Smartphone ins Flugzeug überspielen.

Dazu kommt eine weitere Weltneuheit, die Vielfliegern das Leben auf der Langstrecke leichter machen soll.

"Die A350-900 ist unser Einstieg in die 2-Liter-Flotte, ein neuer Meilenstein unserer Flottenstrategie, denn mit ihrem Einsatz vollziehen wir den Generationswechsel auf der Langstrecke", erklärt Lufthansa-Chef Carsten Spohr in seiner Ansprache.

Als weltweit erste Fluggesellschaft wird Lufthansa an Bord der A350-900 verschiedene Lichtstimmungen einsetzen, um den Tag- und Nachtrhythmus ihrer Fluggäste zu unterstützen.

"Dass dieses jetzt auch mit einer innovativen Lichttechnik möglich ist, ist ein echter Meilenstein", erklärt Reinhold Huber, bei der Lufthansa verantwortlich für das Thema "Kundenerlebnis".

Insgesamt wird die LED-Technik der A350-900 für rund 24 Lichtvarianten genutzt. Künftig will die Lufthansa auch ihre Boeing-Jumbos vom Typ 747-800 umrüsten, wie Spohr bei der Präsentation in München ankündigt. Sie sollen dann ebenfalls mit dem neuen Lichtkonzept fliegen.

Den wichtigsten Vorteil bietet wohl der Rumpf: Dank Großraumbauweise (XWB, Extra Wide Body) kann die A350-900 in der Konfiguration der Lufthansa insgesamt 293 Passagiere mit auf die Reise nehmen.

In der Business Class sind 48 Plätze vorgesehen. 21 Fluggäste können in der sogenannten "Premium Economy"-Klasse mitfliegen. In der Economy Class finden bei der Lufthansa 224 Passagiere Platz.

Bei Bedarf kann die Lufthansa die Kabine auch umrüsten (hier ein Bild aus der A350-Fertigung bei Airbus). Die Anzahl der Sitze pro Klasse kann damit künftigen Erfordernissen angepasst werden.

Konzepte gibt es dafür bei Airbus verschiedene: von der Ausweitung der Economy-Class bis zum Umbau in ein Luxusflugzeug für Geschäftsreisende.

Welche Möglichkeiten der Rumpf der A350 bietet, zeigt dieses Einrichtungskonzept in der Computergrafik: Nur die Reihe der Kabinenfenster verrät, dass sich der Betrachter an Bord eines Flugzeugs befindet.

Die neue A350-900 ist nicht nur das neue Glanzstück der Lufthansa-Flotte, sondern auch ein wichtiger kommerzieller Hoffnungsträger für den Hersteller Airbus.

Die zweistrahlige A350 ergänzt die Passagierjet-Familie des Flugzeugbauers. Auf der Langdistanz soll die A350 gegen den "Dreamliner" und die 777x von Boeing antreten.

Der gemeinsame Vorführflug zeigt die Größenverhältnisse: Links oben eine A320neo neben einer A330, dann die neue A350 - hier noch in der Werkslackierung- und schließlich ganz rechts, in einiger Entfernung zum Betrachter, eine A380 mit ihrem Doppelstockrumpf und den vier Triebwerken.

Mit diesen vier Modellreihen kann Airbus alle Bedürfnisse der Fluggesellschaften in aller Welt abdecken: kleine leichte Maschinen für die Kurz- oder Mittelstrecke und große bis extragroße Jets für die Langstrecke.

Das Modell A350 gibt es bei Airbus auch in einer kürzeren Version (A350-800) sowie eine Version mit einem extra verlängerten Rumpf (A350-1000), die erst vergangenen November zum Jungfernflug abhob.

Bei der Produktion setzt Airbus in der A350-Reihe verstärkt auf die Leichtbauweise. Mehr als die Hälfte des Flugzeugs besteht aus Verbundmaterialien auf Kohlefaserbasis.

Ein Großraumflieger vom Typ A350-900 (hier 2. v. l.) verbraucht, so heißt es, ein Viertel weniger Kerosin als andere Flugzeugtypen vergleichbarer Größe. Entsprechend niedriger fallen die Schadstoffemissionen aus.

Und: Beim Start, verspricht Hersteller Airbus, ist die A350 wesentlich leiser als andere Langstreckenjets.

Angetrieben werden die neuen Großraumflieger von Aggregaten des britischen Triebwerkbauers Rolls-Royce. Die beiden Trent XWB-84 sollen für einen "bis zu 50 Prozent kleineren Lärmteppich als vergleichbare Flugzeugtypen" sorgen.

Die Lufthansa fliegt mit ihren zehn Maschinen vom Standort München aus Ziele wie Delhi in Indien oder Boston an der Nordostküste Nordamerikas an.

25 weitere Maschinen sind fest bestellt. Die Lufthansa hat zudem eine Option auf weitere 30 A350er-Jets.

Airbus hofft, dass der Einsatz bei der Lufthansa viele Bestellungen weiterer Großkunden nach sich - wie hier zum Beispiel von Singapore Airlines.

Lufthansa-Flottenchef Martin Hoell klingt nach dem ersten Flug mit der A350-900 von München nach Frankfurt begeistert: "Die A350-900 ist durch die technische Ausstattung das Neueste, das man als Verkehrspilot fliegen kann".

Auch für die Kabinencrew ist die A350 "ein Meilenstein, der uns ganz besonders stolz macht", wie Lufthansa-Purser Hermann Astl nach der Landung sagt.

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