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Nach der Uni lockt das Geld: Was Akademiker verdienen

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Überfüllte Hörsäle, enge Stundenpläne und strenge Prüfungsordnungen - das Studentenleben ist nicht unbedingt so locker wie sein Ruf. Und während die Altersgenossen in der Ausbildung ihr erstes Geld verdienen, müssen Studenten in einigen Bundesländern auch noch für die Uni bezahlen. (Foto: picture alliance / dpa)

Überfüllte Hörsäle, enge Stundenpläne und strenge Prüfungsordnungen - das Studentenleben ist nicht unbedingt so locker wie sein Ruf. Und während die Altersgenossen in der Ausbildung ihr erstes Geld verdienen, müssen Studenten in einigen Bundesländern auch noch für die Uni bezahlen.

Überfüllte Hörsäle, enge Stundenpläne und strenge Prüfungsordnungen - das Studentenleben ist nicht unbedingt so locker wie sein Ruf. Und während die Altersgenossen in der Ausbildung ihr erstes Geld verdienen, müssen Studenten in einigen Bundesländern auch noch für die Uni bezahlen.

Doch wenn man alles richtig macht, dann lohnt sich die Investition in die Bildung: Im Schnitt starten Hochschulabgänger mit einem Bruttogehalt von rund 3400 Euro ins Berufsleben. Das hat die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in ihrer Lohnspiegel-Studie ermittelt. Im Vergleich zu Nicht-Akademikern seien die Absolventen deutlich zufriedener mit ihrer Bezahlung.

Als besonders gehaltsfördernd erweist sich der Doktortitel. Nach der Promotion sind im Schnitt 4200 Euro Einstiegsgehalt üblich, zuzüglich eventueller Sonderzahlungen.

Am anderen Ende der Skala rangieren die Magister. Mit durchschnittlich 2600 Euro im ersten Job bilden sie das akademische Prekariat. Selbst ein Bachelor mit sechs Semestern Regelstudienzeit wird in der Regel besser honoriert.

Gern gesehen ist nach wie vor das Diplom: Von der Uni ausgestellt, bringt es durchschnittlich 3400 Euro ein, von der FH knapp 3300 Euro. Mit dem Master kommt man inzwischen aber besser weg. Uni-Absolventen mit Mastertitel steigen mit 3680 Euro ein.

Nach bestandenem zweitem Staatsexamen winken knapp 3500 Euro.

Auffällig sind nach wie vor die Diskrepanzen zwischen den Geschlechtern. Frauen verdienen schon beim Berufseinstieg fast 20 Prozent weniger als Männer.

Wer später gut verdienen will, sollte sich in einem der vielversprechenden Studiengänge einschreiben. Doch welche kommen in Frage?

Architektur schon mal nicht: Nach dem teuren Studium (das Material!) fängt man in der Regel in einem Architekturbüro ganz unten an. Statt großer Entwürfe gibt es kleines Geld: Rund 2460 Euro sind es im ersten Jahr im Mittel. Der Arbeitsmarkt ist eng, doch wer sich durchsetzt, hat durchaus Aufstiegschancen.

Bei Sozialpädagogen sieht es damit eher mau aus - mit dem Geld allerdings auch: Knapp 2760 Euro hat die Studie als Einstiegsgehalt ermittelt. Erstaunlicherweise lagen die Löhne bei Soz-Päds mit zwei- bis dreijähriger Berufserfahrung sogar fast 200 Euro darunter.

Bei Bauingenieren geht es hingegen nach dem Anfangsjahr spürbar nach oben. Gestartet wird im Mittel mit rund 2900 Euro brutto.

Wissenschaft, Werbung, Marktforschung oder Erwachsenenbildung - die Arbeitsfelder von Soziologen und Sozialwissenschaftlern sind ebenso breit gestreut wie die Verdienstmöglichkeiten. Im Schnitt fangen die Sozialforscher mit gut 3000 Euro an.

Warum die Uni verlassen, wenn man auch dort Karriere machen kann? Wer als wissenschaftlicher Mitarbeiter einsteigt, kann im ersten Jahr mit 3460 Euro rechnen.

Jeder, der programmieren kann, darf sich Softwareentwickler nennen. Softwareingenieure brauchen hingegen einen Hochschulabschluss. Und der zahlt sich aus: Das Einstiegsgehalt liegt bei rund 3470 Euro.

Psychologen können an vielen Stellen unterkommen: In der Forschung braucht man sie ebenso wie bei der Polizei, im Strafvollzug, bei Beratungsstellen oder in der Marktforschung. Das Einstiegsgehalt ist entsprechend breit gefächert. Im Mittel liegt es bei 3570 Euro.

Das Jura-Studium hat es in sich, vor allem zum Ende hin. Wer sich erfolgreich durch Repetitorien gequält hat und das zweite Staatsexamen besteht, hat aber gute Gehaltsaussichten: 3730 Euro sind im ersten Jahr der Schnitt.

Wer nicht genau weiß, was er studieren soll, der schreibt sich meistens erstmal bei BWL ein. Und das Dabeibleiben lohnt sich: Das Einstiegsgehalt für Diplom-Kaufmänner und -frauen liegt bei 3750 Euro.

Wer nach der Uni mit viel Arbeit schnell Karriere und gutes Geld machen will, der bewirbt sich bei Beratungsunternehmen. Besonders gefragt sind IT-Fachleute. Schon im ersten Jahr kommen IT-Berater auf 3800 Euro. Dazu kommen - wie bei allen anderen - gegebenenfalls Boni und Sonderzahlungen.

Im Maschinenbau werden gute Fachkräfte mit Kusshand genommen. Das macht sich bei den Gehältern bemerkbar: Schon Einsteiger kommen im Mittel auf knapp 4000 Euro.

Wer Wirtschaftsingenieur werden will, darf nicht faul sein. Im Grundstudium müssen eine Vielzahl unterschiedlicher Fachrichtungen abgedeckt werden, die Abbrecherquote ist entsprechend hoch. Doch wer durchkommt, kann mit einer angemessenen Honorierung seiner Mühen rechnen: Rund 4200 Euro sind es schon im ersten Jahr und nach zwei bis drei Jahren im Job sind schon 4700 Euro drin.

Nur einer der in der Studie untersuchten Studiengänge ist noch lukrativer: Elektroingenieure kommen als Einsteiger auf fast 4540 Euro.

Ein Trost für alle, die sich fragen, warum ihr Gehalt unter dem Durchschnitt liegt: Der Mittelwert allein ist wenig aussagekräftig. Wie viel letztlich verdient wird, hängt von einer Reihe von Faktoren ab.

Vom Arbeitsort beispielsweise: Im Osten verdienen Jung-Akademiker im Schnitt rund 670 Euro weniger als im Westen.

Wer den Fokus auf den Verdienst legt, sollte sich bei großen Arbeitgebern umsehen: Mittelständische und große Unternehmen zahlen im Schnitt deutlich mehr als kleinere mit weniger als 100 Mitarbeitern.

Und auch die Tarifbindung macht sich bemerkbar: In nicht tarifgebundenen Betrieben fällt das Einkommen der Jung-Akademiker um 17 Prozent niedriger aus.

Wer sich immer noch fragt, warum er schlechter abschneidet als der Rest, der muss vielleicht einfach weniger arbeiten fürs Geld. Oftmals sind in den Gehältern nämlich auch die Überstunden abgegolten: 58 Prozent der Berufseinsteiger arbeiten mehr als vertraglich vereinbart. Bezahlung oder Freizeitausgleich bekommen aber nicht einmal die Hälfte von ihnen.

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