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Gegen den Ausverkauf der Natur: 40 Jahre Artenschutz - ein voller Erfolg?

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Krokodilleder war in Mode damals, 1973, als das "Internationale Übereinkommen über den Handel mit bedrohten Arten wild lebender Tiere und Pflanzen" ins Leben gerufen wurde. Ebenso ... (Foto: picture alliance / dpa)

Krokodilleder war in Mode damals, 1973, als das "Internationale Übereinkommen über den Handel mit bedrohten Arten wild lebender Tiere und Pflanzen" ins Leben gerufen wurde. Ebenso ...

Krokodilleder war in Mode damals, 1973, als das "Internationale Übereinkommen über den Handel mit bedrohten Arten wild lebender Tiere und Pflanzen" ins Leben gerufen wurde. Ebenso ...

... Felle vom Ozelot und ...

... vom Leoparden.

Auch Souvenirs aus Elfenbein und ...

... Medizin aus Nashornpulver fanden reißenden Absatz. Der Markt boomte so sehr, ...

... dass immer mehr Tiere und Pflanzen ausgerottet zu werden drohten.

Internationalen Umweltschutzorganisationen wie der IUCN und dem WWF war klar: Der Handel mit diesen Arten über Landesgrenzen hinweg musste reguliert werden. (Hier im Bild: in Alkohol eingelegte Kobras.)

So entstand CITES. Fünf Länder unterzeichneten die Konvention sofort.

Mittlerweile haben 178 Staaten (rot markiert) das Artenschutzabkommen unterschrieben. Alle zwei bis drei Jahre treffen sie sich, um ...

... über Handelsbeschränkungen für einzelne Arten zu diskutieren. Hält sich ein Vertragsstaat nicht an die Auflagen, ...

... kann CITES Sanktionen verhängen - etwa einen Handelsbann.

Über die Jahrzehnte hinweg konnte CITES einige Erfolge verbuchen: So ist der Handel mit Walfleisch seit 40 Jahren verboten.

Nur noch Japan, Norwegen und Island betreiben Walfang.

Die Bestände vieler Walarten konnten sich langsam erholen.

Heute ist es unter anderem der Lärm in den Meeren, der den Walen Probleme bereitet.

Auch Krokodile wurden von Anfang an in das Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen.

Außerdem startete man Ranching-Programme für die Reptilien: Man sammelte Krokodileier in der Wildnis und zog die Tiere auf Farmen groß. Einige der Krokodile wurden wirtschaftlich genutzt, mit anderen wurden die Wildbestände aufgestockt.

So konnten sich die Krokodilbestände in vielen Regionen wieder erholen.

Ein weiterer Erfolg: die Rückkehr des Andenkamels. Es war fast ausgerottet, denn das Vikunja war wegen seines Fells und seines Fleisches exzessiv gejagt worden. Seitdem der Handel damit verboten ist, gibt es wieder mehr als 200.000 Vikunjas.

In einigen Gegenden werden die Vikunjas inzwischen einmal im Jahr zusammengetrieben, geschoren und dann wieder freigelassen. So lässt sich ihre weiche, teure Wolle nutzen, ohne dass den Tieren Schaden zugefügt wird.

Der Stör: Er liefert eine der teuersten Delikatessen weltweit. Entsprechend stark wurde er bejagt.

Hundert Gramm Kaviar aus den Eierstöcken der Stör-Weibchen sind ...

... bis zu 600 Euro wert.

1998 haben alle 27 Stör-Arten Eingang gefunden ins Washingtoner Artenschutzabkommen.

Der internationale Kaviar-Handel ist seither gut kontrolliert. Vor allem in Europa setzt die Industrie auf Zuchtkaviar.

Für die russischen Störe allerdings sieht es nach wie vor nicht gut aus. Der lokale Kaviarmarkt floriert, und da es nicht um internationalen Handel geht, greift das Washingtoner Artenschutzabkommen hier nicht.

Der Beluga-Stör zum Beispiel ist deshalb immer noch vom Aussterben bedroht.

Auch für Leoparden, ...

... Pumas ...

... & Co. ist die Bilanz nach 40 Jahren CITES gemischt.

Zwar wurde der internationale Handel mit ihren Fellen in den 1980er Jahren verboten, sodass der Pelz aus der Mode kam.

Doch die illegale Nachfrage nach Tigerprodukten für die traditionelle asiatische Medizin ist auch heute noch groß. Wilderei und Schmuggel sind demzufolge ein lukratives Geschäft.

Vom Amur-Tiger gibt es mittlerweile nur noch 450 Exemplare. Hier gilt es als Erfolg, dass sein Bestand stabil gehalten werden konnte.

Um ihn zu retten, so der WWF, bedarf es vor allem des energischen Kampfes gegen die Wilderei. Das erfordert eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Aber nicht nur Tiger fallen in großer Zahl illegalen Machenschaften zum Opfer. Die Wilderei von Elefanten und ...

... Nashörnern erreicht jedes Jahr neue Superlative.

Nach Schätzungen des WWF wurden 2012 rund 30.000 Elefanten brutal abgeschlachtet.

Zwischen 2008 und 2011 sind 61 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt worden.

Auch die Jagd auf Nashörner hat ein trauriges Rekordniveau erreicht: Allein in der Republik Südafrika starben 2012 fast 700 Nashörner durch Wilderei.

"In den betroffenen Ländern ist die Strafverfolgung extrem schwach. Das muss sich ändern", sagt Ilka Herbinger, Referentin Zentrales Afrika beim WWF Deutschland. "Der Druck muss verstärkt werden. Sollten die betroffenen Länder nicht einlenken, sind Sanktionen unumgänglich."

Druck wird auch auf der diesjährigen CITES-Konferenz ausgeübt werden, die vom 3. bis 14. März in Bangkok, Thailand, tagt. Und auch das Gastgeberland selbst wird sich zum illegalen Elfenbeinhandel einige unangenehme Fragen stellen lassen müssen.

Doch die letzte CITES-Konferenz (sie fand 2010 in Doha, Katar, statt) war aus Sicht der Umweltschutzorganisationen eine herbe Enttäuschung.

Weder für die Rote Koralle noch ...

... für den Blauflossenthunfisch wurden die Artenschutzziele erreicht.

Und Haifischflossen finden sich nach wie vor in Suppenschüsseln wieder.

Selbst dem seltenen Heringshai war 2010 in Doha der Schutz verweigert worden.

Wie Katalina Mauer, Artenschützerin beim WWF, gegenüber n-tv.de sagte, werden auf CITES-Konferenzen "zunehmend nationale (Wirtschafts-)Interessen verteidigt". Eine Entwicklung, die ...

... die Funktion von CITES, einem von den Staaten selbst ins Leben gerufenen Gremium, untergräbt.

"Sobald wirtschaftliche Interessen im Spiel sind, spielt der Artenschutz nur noch eine Randrolle. Aus genau diesem Grund hat CITES in diesem Jahr auf dem Gebiet der Fischerei versagt", so Mauers Fazit vor drei Jahren nach der Konferenz in Doha.

So werden neben Tigern, Elefanten und Nashörnern auch seltene Fische wie der Heringshai, ...

... der Hammerhai und ...

... der Mantarochen Thema sein auf dem diesjährigen CITES-Treffen in Bangkok. Und die Liste bedrohter Arten wird immer länger.

Die Erwartungen an die Konferenz im Jubiläumsjahr sind demzufolge groß. Bleibt abzuwarten, was die Staaten daraus machen.

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