Bilderserie

Die Letzten ihrer Art: Besonders stark bedrohte Spezies

Bild 1 von 37
Leben bedeutet Werden und ... (Foto: picture alliance / dpa)

Leben bedeutet Werden und ...

Leben bedeutet Werden und ...

... Vergehen.

Artensterben gibt es zwar, seitdem Leben auf der Erde existiert.

Die Aussterberate jedoch, die in den letzten Jahrzehnten beobachtet wird, liegt um den Faktor 100 bis 1000 über dem natürlichen Wert, beklagen Experten.

Das unnatürlich hohe Niveau ist menschgemacht. Ursachen sind vor allem die Lebensraumzerstörung, ...

... die Auswirkungen des Klimawandels und ...

... die Wilderei.

"Nur der Mensch als Verursacher des Artensterbens kann es auch beenden", betont Volker Homes, Leiter Artenschutz beim World Wide Fund for Nature Deutschland (WWF).

Das größte Problem für das Artensterben: Es wird eng auf der Welt. Mehr als sieben Milliarden Menschen bevölkern die Erde. Allein von 1999 bis 2011 wuchs die Einwohnerzahl um eine Milliarde.

Alle Menschen benötigen Raum zum Wohnen, genug Nahrungsmittel und Infrastrukturen.

Dafür wird die Natur immer mehr verdrängt und damit der Lebensraum vieler Arten zerstört.

Die Einrichtung von Schutzzonen oder Biosphärenreservaten reichen oftmals nicht aus, um die stark bedrohten Arten zu erhalten, ...

... von denen oftmals nicht einmal bekannt ist, wie viele und ob es sie überhaupt noch gibt. Der Jamaika-Leguan beispielsweise galt von 1948 bis 1990 als ausgestorben. Zufällig wurden in den letzten Jahren noch einige Exemplare gesichtet. Wie lange sich die Art noch halten kann, bleibt ungewiss.

Bei den Hainan-Gibbons, die, wie ihr Name schon verrät, auf der chinesischen Insel Hainan leben, legen sich Experten fest. Ihr Anzahl wird auf nicht mehr als 20 noch lebende Tiere geschätzt. Zu wenig, um langfristig die Art zu erhalten.

Die Nördlichen Spinnenaffen gehören zu den Klammerschwanzaffen. Wenige Exemplare gibt es noch in den feuchten Regenwäldern an der Atlantikküste Brasiliens. Da diese durch Rodungen immer mehr schrumpfen, verkleinern sich auch die Bestände dieser Art radikal.

Das Tarzan-Chamäleon ist erst im Jahr 2010 entdeckt worden. Die Freude über das farbenprächtige Tier, das in den Regenwäldern Madagaskars lebt, könnte schnell vorbei sein, denn auch bei dieser Art scheint es nur noch einige wenige Exemplare zu geben.

Von den Zwergfaultieren, die in den Magrovenwäldern auf Escundo de Veraguas vor der Nordküste Panamas leben, gibt es weniger als 500 Exemplare. Den Tieren wird der Lebensraum genommen. Sie werden zudem gejagt.

Größte Sorgen machen den Experten auch die Java-Nashörner, die nur ein Horn auf ihrer Nase tragen. Die Tiere, die in vielen Ländern Südostasien vorkamen, sind fast vollständig ausgerottet.

Ihre Anzahl schätzen Experten der Weltnaturschutzunion (IUCN) auf weniger als 100 Exemplare. Über die scheuen Tiere ist nur wenig bekannt. Eine Nachzucht wird ausgeschlossen, da es in Zoos seit vielen Jahren gar keine Java-Nashörner mehr gibt.

Das Java-Nashorn ist nicht die einzige Nashornart, die vom Aussterben bedroht ist. Auch das Sumatra-Nashorn, das als kleinstes der Nashörner gilt, ist akut gefährdet.

Weil Nashörner Einzelgänger sind und große Reviere beanspruchen, wird die Begattung zwischen den Dickhäutern immer schwieriger. Die Tiere treffen sich einfach nicht mehr.

Allerdings sind nicht nur große Tiere mit einem hohen Anspruch auf Lebensraum gefährdet. Auch sehr kleine Arten müssen um ihre Existenz bangen. Die Kleinohrspitzmaus mit dem lateinischen Namen Cryptotis nelsoni, die bisher nur in der Region eines Vulkanes in Südmexiko beobachtet wurde, konnte zwischen 1894 und 2004 nicht mehr gesichtet werden.

Von der Rotschopf-Baumratte, die bereits seit 1898 als ausgestorben galt, wurde ein Exemplar von Naturschützern in den Bergketten der Sierra Nevada de Santa Marta in Kolumbien wiederentdeckt und fotografiert. Für den Nager sind wilde Katzen die größte Gefahr.

Dem schön gefärbten Zagros-Molch, der im Zagros-Gebirge im Südwesten des Irans lebt, wurde sein Aussehen zum Verhängnis. Sammler zahlen bis heute große Summen für das Tier. Der illegale Handel hat die Population auf 1000 Tiere schrumpfen lassen. Für den kleinen Molch wurde ein Handelsverbot verhängt.

Bullock False Toad (Telmatobufo bullocki juvenile) heißt eine Kröte, die nicht einmal einen deutschen Namen bekommen hat. Sie wird wohl auch in Zukunft wegen der geringen Anzahl ihrer Art auch keinen mehr bekommen.

Obwohl die Geometrische Landschildkröte bis zu 30 Jahre alt werden kann und durch ihren Panzer gut geschützt scheint, braucht diese Art besonderen Schutz. Experten schätzen, dass es nur noch 2000 lebende Exemplare der schön gemusterten Tiere in der Kapprovinz Südafrikas gibt.

Der Kalifornische Schweinswal ist bereits seit Jahren unter Schutz gestellt, trotzdem nimmt ihre Zahl immer weiter ab. Zu viele Tiere verfangen sich in den Netzen von Fischern und sterben dort. Es sollen mittlerweile weniger als 200 Wale dieser Art existieren.

Was aus den Populationen des kleinen Fisches mit dem Namen Valencia letourneuxi an der Küste vor Korfu und vor Lefkada geworden ist, weiß keiner. Diese Art wird vor allem durch Einwanderertiere verdrängt. Schmutz im Meerwasser macht den Tieren außerdem zu schaffen.

Das Saola-Wildrind, das von seinem Wesen dem mythischen Einhorn ähnelt, wird selbst bald nur noch ein Mythos sein. In Gefangenschaft sterben die Tiere nach nur wenigen Wochen.

Die Hörner des extrem scheuen Tieres sind bei Jägern in Laos und Vietnam eine echte Trophäe. Da es nur sehr wenige Informationen über die Tiere gibt, wäre jede Schätzung über die tatsächlich Anzahl der Tiere reine Spekulation.

Der Bestand der Hunter-Antilopen verringerte sich von rund 15.000 Tieren in den 1970er Jahren auf weniger als 300 Exemplare gegenwärtig. Diese Entwicklung ist dramatisch und nur schwer umkehrbar. Vor allem Dürreperioden und Verdrängung setzen dieser Spezies zu.

Die Hindutrappe gehört zu den größten Vögeln der Welt. Sie wird bis zu ein Meter groß und 15 Kilogramm schwer. Die Art wird besonders durch die Jagd und die Ausdehnung der Landwirtschaft bedroht. Es wird angenommen, dass nur noch 250 Tiere existieren.

Eine weitere Vogelart, von der man sich wahrscheinlich bald verabschieden muss, ist der Edwardsfasan. Den Tieren, die im Regenwald leben, wird der Lebensraum durch Abholzung genommen.

Das Artensterben beschränkt sich nicht auf die Tierwelt. Auch viele Pflanzenarten verschwinden von der Erde. Die Rosa arabica gehört dazu, weil sie als bekannte Heilpflanze geerntet wird.

Eine der größten Kannenpflanzen wurde nach dem Naturforscher David Attenborough benannt. Der Stamm von Nepenthes attenboroughii kann bis zu 1,5 Meter hoch werden. Die fleischfressenden Kannen allerdings stellen mit einem Volumen von 1,5 Litern einen Rekord innerhalb ihrer Gattung dar.

Obwohl die Situation sehr prekär ist, geben Naturforscher die Hoffnung nicht auf, einige der besonders bedrohten Arten zu retten. Sie fordern Sofortmaßnahmen und weitreichende Schutzprogramme zur Erhaltung der Arten.

Diese müssen unbedingt im Einklang mit den Menschen vor Ort entstehen, denn nur so lassen sich Tiere vor dem Aussterben wirklich retten.

weitere Bilderserien