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Freitag, 27. Juni 2008

Umstrittene Praxis: Blutiger Walfang

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Walfang ist eine umstrittene und blutige Praxis, ...

Walfang ist eine umstrittene und blutige Praxis, ...

Walfang ist eine umstrittene und blutige Praxis, ...

... an der heute nur noch drei Länder festhalten: Japan, Island und Norwegen sind die Befürworter des kommerziellen Walfangs.

Alle drei Nationen setzen sich über das Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC) von 1986 hinweg und töten seit Jahren tausende Wale.

Die IWC ist keine Organisation, die Wale schützt. Die Kommission, die sich 1946 gründete, sollte ursprünglich Fangquoten festlegen, die den Bestand aller Wale sichern sollten.

Aus diesem Grund wurden die Fangquoten aller Walarten auf Null gesetzt. Das seit 1986 in Kraft getretene Moratorium, das den kommerziellen Walfang verbietet, hat allerdings gewaltige Lücken.

Es erlaubt den Walfang für "wissenschaftliche" Zwecke. Auch der indigenen Bevölkerung der Nordpolarregionen wird der Walfang erlaubt, denn Walfleisch ist dort ein wichtiger Bestandteil der Nahrung.

Alle drei Nationen, die am Walfang festhalten, nutzen diese Schlupflöcher als Argumente.

So beteuert Japan seit Jahren, Wale tatsächlich nur für wissenschaftliche Zwecke zu jagen.

Fraglich bleibt, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse das Land aus fast 1000 in der Antarktis getöteten Zwergwalen zwischen 2007 und 2008 ziehen will.

Tierschützer konnten anhand von DNA-Proben nachweisen, dass die offiziellen Walfangzahlen der japanischen Regierung nicht mit den Zahlen tatsächlich gefangener Tieren übereinstimmten.

Trotz internationalen Drucks, ...

... zahlreicher vom Aussterben bedrohter Walarten ...

... und weltweiter Proteste pocht Japan darauf, den kommerziellen Walfang offiziell wieder einzuführen.

Auch die Absatzmärkte für Walprodukte werden sowohl in den Walfangländern als auch international immer kleiner. Aus diesem Grund wird der Walfang von den Regierungen seit einigen Jahren stark subventioniert.

Das Festhalten am Walfang scheint mehr politische Entscheidung und internationales Kräftemessen zu sein.

Die Tiere, die mit einer Harpune angeschossen werden, müssen einen langen Todeskampf führen, ...

... um schließlich qualvoll im Wasser zu verbluten. Das scheint bei Verfechtern des Walfangs keine Rolle zu spielen.

Gegner und Befürworter stehen sich sowohl in der Kommission, ...

... als auch im richtigen Leben unerbittlich gegenüber.

Im Kampf um den kommerziellen Walfang wird mit falschen Zahlen und ...

... fragwürdigen Begründungen gearbeitet; etwa: Wale gefährden das ökologische Gleichgewicht im Meer, weil sie keine natürlichen Feinde haben.

Auch die Begründung, dass Japaner schon jahrhundertelang Walfleisch essen, ist nur schwer als Argument zu akzeptieren, ...

... wenn man weiß, dass der Preis für Walfleisch künstlich hoch gehalten wird, Walfleisch als Delikatesse dementsprechend nur von wenigen Japanern konsumiert werden kann.

Die Fronten sind verhärtet. Die Angst der Walfangländer, sich vollständig an das Walfangverbot zu halten, scheint riesengroß. So werden keine Mittel gescheut, um weiterhin Jagd auf die Meeressäuger ...

... und auf störende Tierschützer zu machen.

Die Auseinandersetzungen zwischen japanischen Fängern ...

... und Booten der Umweltorganisation Greenpeace erinnern an den Kampf zwischen David und Goliath.

Die Bestände der verschiedenen Walarten, die bereits unter den Folgen der Klima- und Umweltveränderungen dramatisch sinken, werden durch den Walfang dezimiert.

Doch es gibt auch positive Aspekte: Lateinamerika geht mit gutem Beispiel voran. Zahlreiche Länder des Kontinents setzen auf touristische Aspekte und fördern die Beobachtung der Tiere als Naturerlebnis.

Einer Studie zufolge konnten so die Einnahmen aus dem Tourismus um das Achtfache gesteigert werden.

Die Zahl der Wal-Touristen in Lateinamerika wird in diesem Jahr auf eine Million geschätzt. (Text: J. Köhler, Bilder: AP, dpa, Wikipedia)

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