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Jubiläums-Revue: Das Beste aus 1000 Fundsachen

 
Jubiläums-Revue: Das Beste aus 1000 Fundsachen

Fundsache, Nr. 39: Auf Gotland finden im Oktober 2006 zwei Schweden tatsächlich einen 1000 Jahre alten Wikingerschatz. Mit der Feldarbeit beschäftigt, stoßen sie zufällig auf den drei Kilo schweren Schatz, der aus arabischen Münzen und silbernen Halsketten besteht. Wie hoch der Finderlohn für die beiden Männer war, ist nicht bekannt.

Nr. 95: Forschern gelingt es, den Meeresgeruch zu "klonen". Sie finden das Enzym, mit dem Bakterien den typischen Seeduft produzieren, und isolieren auch das dazugehörige Gen. Wird dieses auf andere Bakterien übertragen, produzieren auch sie das Gas Dimethylsulfid und rufen damit Erinnerungen an Strand und Wellen wach.

Nr. 101: In Südamerika würzten die Menschen ihr Essen schon vor mehr als 6000 Jahren mit scharfen Chilis. Eine internationale Forschergruppe analysiert mikroskopisch kleine Speisereste an antiken Kochgeräten und kommt dabei zu diesem Ergebnis. Bis heute helfen die Inhaltsstoffe der Chilis in heißen Ländern dabei, Speisen haltbarer zu machen.

Nr. 117: Im März 2007 wird bekannt, dass der Mars an seinem Südpol ein Meer aus Eis hat. Die Eisschicht ist so groß, dass sie beim Abschmelzen den gesamten Planeten etwa elf Meter hoch mit Wasser bedecken würde. Ihr Volumen beträgt rund 1,6 Millionen Kubikkilometer. Das entspricht rund zwei Dritteln des Grönlandeises.

Nr. 121: Ein internationales Forscherteam entdeckt im US-Bundesstaat Montana die erste Dinosaurierart, die Höhlen grub. Der Pflanzen fressende Oryctodromeus cubicularis - übersetzt etwa "buddelnder Läufer aus der Höhle" - lebte vor rund 95 Millionen Jahren und versorgte seinen Nachwuchs in einem unterirdischen Versteck. Er nutzte seine Schnauze als Schaufel.

Nr. 170: Ärzte finden die Ursache für die jahrelangen Bauchschmerzen einer Kölnerin: Sie hatte 25 Jahre lang mit einem OP-Lappen im Bauch gelebt. Das stellt man fest, als man ihr einen vermeintlichen Tumor entfernen will. Kollegen hatten das Tuch zweieinhalb Jahrzehnte zuvor bei einer Eileiter-Operation in der Bauchhöhle der Frau vergessen.

Nr. 193: Eine Archäologie-Studentin findet bei Ausgrabungen im Westen Finnlands ein rund 5000 Jahre altes Kaugummi. Es ist aus Birkenharz und trägt die Spuren von Zahnabdrücken. Schon in der Jungsteinzeit also kauten die Menschen Kaugummi. Birkenharz enthält Karbolsäure, die gegen Entzündungen im Mundbereich wirkt.

Nr. 196: Auf einem Tierfriedhof in den Niederlanden steht der erste digitale Grabstein der Welt. Der Bildschirm, der in die Grabplatte eingebaut ist, zeigt Fotos und Videos von den Höhepunkten des Tier-Lebens. Auch Menschen-Gräber sollen laut Hersteller damit ausgestattet werden. Nur die Angehörigen können den Computer anschalten. Sie bekommen dafür einen Infrarot-Sender.

Nr. 216: In einer neuen Umgebung haben Krokodile Heimweh. Es führt sie aus einer Entfernung von 400 Kilometern an ihren Heimatort zurück. Daher ist es wenig sinnvoll, für den Menschen gefährliche Krokodile einzufangen und anderswo auszusetzen - so das Ergebnis australischer Forscher.

Nr. 253: In Kenia wird die größte Speikobra der Welt entdeckt. Sie kann drei Meter lang werden und hat in einem Biss genug Gift, um 15 bis 20 Menschen zu töten. Speikobras beißen nicht nur, sie spucken ihrem Angreifer auch gezielt in die Augen. Wird das Gift nicht ausgewaschen, kann die Attacke zur Erblindung führen.

Nr. 282: In einer chinesischen Vase in Nordengland wird ein 300 Jahre alter Einkaufszettel gefunden. Die Vase ist in dem Museum Fairfax House in York ausgestellt und wird jedes Jahr gereinigt. Dabei findet ein Angestellter ein zerknittertes Reispapier mit chinesischen Zeichen aus schwarzer Tinte. Es listet die Kosten für die verschiedenen Pigmente auf, die zum Dekorieren der Vase benötigt wurden.

Nr. 305: Mit 33-jähriger Verspätung erreicht im März 2008 eine aus Bad Tölz abgeschickte Urlaubskarte ihren Zielort in Aachen. Sie kommt beim Sohn des mittlerweile verstorbenen Adressaten an. Auch der Absender lebt inzwischen nicht mehr. Die rekordverdächtige Laufzeit der 1975 mit einer 40-Pfennig-Briefmarke frankierten Karte ist der Post ein Rätsel.

Nr. 369: Britische Wissenschaftler finden heraus, dass der älteste Witz der Welt von einem Pups handelte. Heute ist das sumerische Sprichwort alles andere als ein Brüller, doch in den Jahren zwischen 1900 und 1600 vor Christus ging es als Schenkelklopfer durch. Es lautete: "Etwas, das seit Urzeiten noch nie geschehen ist, eine junge Frau pupst nicht in den Schoß ihres Mannes."

Nr. 391: Deutsche Forscher entdecken in der kanadischen Arktis Reste eines 55 Millionen Jahre alten fossilen Waldes. Die Baumstümpfe ragen teilweise noch bis zu 1,5 Meter in die Höhe. Bis zu zehn Meter lange fossile Baumstämme liegen auf dem Boden. Die Wälder bedeckten Teile der Arktis, als Nordamerika und Nordgrönland noch mit Europa verbunden waren. Die Polargebiete waren zu dieser Zeit eisfrei.

Nr. 490: Im März 2009 finden Archäologen eine Sandale im Bodensee. Das Besondere daran: Der Schuh stammt aus der Zeit um 2900 vor Christus. Er fand sich in den Ablagerungen einer früheren Pfahlbausiedlung und hat Größe 36. Obwohl nahezu vollständig erhalten, ist er für Laien kaum als Sandale zu identifizieren. Er wurde aus Gehölzbast geflochten.

Nr. 519: Forscher geraten in Verzückung. Im Alb-Donau-Kreis wird eine aus Mammut-Elfenbein geschnitzte Frau mit überdimensionalen Brüsten entdeckt. Die nur sechs Zentimeter große "Venus" ist rund 40.000 Jahre alt und wurde offenbar als Halskette getragen. Forscher gehen davon aus, dass es sich um einen künstlerischen Ausdruck von Fruchtbarkeit handelt.

Nr. 527: In Paderborn finden Bauarbeiter in einer Nonnen-Latrine den ältesten Feger Westfalens. 300 Jahre soll der 25 Zentimeter lange Reisigbesen alt sein. Er trat - ebenso wie die Latrine selbst - beim Bau einer Tiefgarage zu Tage.

Nr. 540: Südlich von England wird eine Flasche mit abstoßendem Inhalt ausgegraben. Sie enthält Urin, Fingernägel, Haare und mit Draht umwickelte, verbogene Nägel. Gefüllt wurde die Flasche im 17. Jahrhundert. Sie diente der Abschreckung von Hexen. Der scharfkantige Inhalt sollte den Hexen Probleme beim Wasserlassen bereiten, damit sie ihre ausgestoßenen Flüche wieder zurücknehmen.

Nr. 549: Spanische Wissenschaftler entdecken die ältesten Kamelspuren Europas. Sie sind sechs Millionen Jahre alt. Der Abstand zwischen den Abdrücken weist darauf hin, dass die Tiere größer waren als alle bislang bekannten Kamelarten. Die Wissenschaftler hatten an der Fundstelle eigentlich andere Spuren untersuchen wollen und die Abdrücke der Kamelhufe per Zufall entdeckt.

Nr. 732: Im Oktober 2009 finden Forscher auf Madagaskar die bislang größte Radnetz-Spinne der Welt. Die Beine des Weibchens können zwölf Zentimeter lang werden, der Körper bringt es auf knapp vier Zentimeter. Die Männchen sind fünfmal kleiner. Die Spinne wird Nephila komaci getauft. Sie ist eine enge Verwandte der hier abgebildeten Nephila inaurata.

Nr. 736: Britische Hobbygeologen entdecken das mit etwa 140 Millionen Jahren älteste Spinnennetz der Welt. Die Fäden sind in Bernsteinablagerungen an der südenglischen Kreideküste konserviert. Spinnen gab es also schon zu Zeiten der Dinosaurier. Die Fäden im Bernstein stammen von einer Art, die der Gartenspinne ähnelt.

Nr. 749: Das Florentiner "Museum für die Geschichte der Wissenschaft" will zwei Finger Galileo Galileis sowie einen seiner Zähne gefunden haben. Der Astronom war 1642 beigesetzt und 1737 umgebettet worden. Dabei wurden einige Teile "entwendet". Der Mittelfinger (hier im Bild) und ein Wirbel befinden sich seit Jahrzehnten in Florenz und Padua. Die übrigen Teile sollen einer "Relikte-Kiste" gelegen haben.

Nr. 759: In der Antarktis-Hütte des britischen Forschers Robert Falcon Scott finden Restauratoren zwei Klumpen Butter. Sie sind fast hundert Jahre alt, riechen aber noch intensiv. Scott und seine Begleiter hatten am 17. Januar 1912 den Südpol erreicht. Der Norweger Roald Amundsen war ihnen jedoch zuvorgekommen. Scotts Expedition nahm ein tragisches Ende: Die Mannschaft erfror auf dem Rückweg ins Basislager in einem Eissturm.

Nr. 807: Im März 2010 findet der neunjährige Youri am Leineufer in Göttingen eine Flaschenpost aus der DDR. Die Botschaft ist 23 Jahre alt. Sie war 1987 von einem Jungen aus Thüringen verfasst worden, der auf diesem Weg einen Brieffreund zu finden hoffte. Offenbar hatte sich die Flasche im Gestrüpp verfangen und war erst jetzt bei einem Leinehochwasser freigespült worden. Einer Brieffreundschaft zwischen dem mittlerweile 34-jährigen Absender und Youri steht jetzt nichts mehr im Wege.

Nr. 823: In Peru entdecken Wissenschaftler einen Blutegel mit großen Zähnen. Er dringt in die Körperöffnungen von Säugetieren - also auch des Menschen - ein. Besonders häufig greift er die Nase an. Es können aber auch Auge, Scheide, Harnröhre oder Mastdarm betroffen sein. Die neue Egel-Art erhält in Anlehnung an den schreckenerregenden Dinosaurier den Namen Tyrannobdella rex.

Nr. 835: Ein kanadischer Umweltforscher, der mit Google Earth und NASA-Technologie arbeitet, stößt auf den vermutlich größten Biberdamm der Welt. Das von den Nagern errichtete Bauwerk ist 850 Meter lang und liegt in Alberta (Nordwestkanada). Ursprünglich hatte der Ökologe den Dauerfrost in diesem Gebiet messen wollen. Dabei entdeckte er auf Satellitenbildern den Damm, an dem Generationen von Bibern gearbeitet haben müssen.

Nr. 868: Bei Ausgrabungen im schwedischen Götakanal taucht ein zehn Zentimeter langer Steinzeit-"Dildo" auf. Wahrscheinlich wurde er aus einem Hirschgeweih gefertigt. Wie der Phallus tatsächlich verwendet wurde, ist allerdings unklar. Womöglich handelte es sich um ein Werkzeug zum Zerstampfen von Gewürzen.

Nr. 891: Israelische Forscher lüften eines der bestgehüteten Geheimnisse aus biblischer Zeit. Sie finden die Pflanze, aus der das Parfüm "Afarsemon" hergestellt wurde. Das ist der Duft, den König Salomon von der Königin von Saba geschenkt bekam und der auch die ägyptische Pharaonin Kleopatra betörte. Offenbar wurde er aus den Zweigen der Wildpflanze Commiphora gileadensis (im Bild) gewonnen.

Nr. 921: Astronomen identifizieren eine von Weltraumteleskop Hubble entdeckte Galaxie als das am weitesten entfernte Objekt im Universum. Das Sternensystem strahlt in einer Rekorddistanz von rund 13 Milliarden Lichtjahren. "Wir sehen den Zustand dieses Objekts zu einer Zeit, als das Universum erst 600 Millionen Jahre alt war", kommentiert Forschungsleiter Lehnert vom Pariser Observatorium. Der junge Kosmos hatte da erst vier Prozent seines heutigen Alters erreicht.

Nr. 941: Vierhundert Jahre nach seiner Ermordung identifizieren britische Forscher die sterblichen Überreste des französischen Königs Heinrich IV. Die wissenschaftliche Fleißarbeit löst ein von Legenden umwobenes Geheimnis: Man weiß nun, wo sich der royale Schädel befindet. Er liegt in einem Massengrab mit Gebeinen anderer Adliger in der Kathedrale von Saint-Denis.

Nr. 962: In den Tiefen einer südafrikanischen Goldmine finden Forscher zwei Milliarden Jahre altes Wasser. Das besondere Nass enthält sogar urtümliche Lebewesen. Die Mikroorganismen kommen ohne Licht und organische Nährstoffe aus. Forscher sprechen von Lebensformen, wie sie zuerst den Planeten Erde besiedelt haben. Die Wissenschaftler haben drei Kilometer tief nach "Leben in extremen Gebieten" gesucht.

Nr. 977: In seinem kurzen Leben vor mehr als 290 Millionen Jahren hat ein bestimmtes Insekt einen wahrlich bleibenden Eindruck bzw. Abdruck hinterlassen: Seine Landung im Matsch wurde über die Jahrmillionen hinweg konserviert. Der Abdruck gilt einigen US-Forschern als die älteste fossile Spur eines kompletten Fluginsekts. Er ist 3,6 Zentimeter lang und verweist auf einen frühen Vorfahr der Eintagsfliege.

Nr. 988: Noch nie wurde in Europa eine Blütenpflanze in einer solchen Höhe und an einem derart kalten Ort gefunden. Die Entdeckung eines Steinbrechs in 4500 Meter Höhe der Walliser Alpen "grenzt an ein Wunder", sagen Wissenschaftler. Die Blume lebt unter extremen Bedingungen und friert jede Nacht ein.

Nr. 1000: Zum ersten Mal seit mindestens 130 Jahren haben Forscher zwei unterirdische Kammern des indischen Tempels Sri Padmanabhaswamy geöffnet - und staunten nicht schlecht. Sie entdeckten 536 Kilogramm Goldmünzen aus dem 18. Jahrhundert, diamantbesetzte Teller, Rubine, Smaragde und seltene Edelsteine. Der Wert der Kostbarkeiten geht in die Milliarden.

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