Die absehbare Katastrophe: Das rapide Schwinden der Urwälder
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Abgebrannt, ...Bild 1 von 97 ... kahlgeschlagen, ...Bild 2 von 97 ... verwüstet.Bild 3 von 97 Die letzten Urwälder der Erde verschwinden in einem rasanten Tempo.Bild 4 von 97 Weltweit zerstört der Mensch Tag für Tag umgerechnet 40.000 Fußballfelder Urwald, jedes Jahr die dreifache Fläche der Schweiz.Bild 5 von 97 Gerade mal ein Fünftel der Urwälder von vor 8000 Jahren existiert noch, und auch dieser Rest ist von der Vernichtung bedroht.Bild 6 von 97 Mit verheerenden Folgen für das Klima und die weltweite Artenvielfalt.Bild 7 von 97 Gelten die Urwälder doch als die "grüne Lunge des Planeten". Allein die tropischen Regenwälder produzieren 40 Prozent des weltweiten Sauerstoffs.Bild 8 von 97 Mehr als zwei Drittel der Tier und Pflanzenarten weltweit leben in ihnen, ...Bild 9 von 97 ... schätzungsweise 30 Millionen.Bild 10 von 97 Viele Arten sind noch nicht einmal entdeckt.Bild 11 von 97 Die Vernichtung ihrer Heimat ist die Hauptursache für das Sterben von rund 30.000 Arten pro Jahr.Bild 12 von 97 Das größte zusammenhängende Urwaldgebiet ist das Amazonasbecken in Südamerika. (Die roten Flecken der Aufnahme aus dem Jahr 2005 zeigen den selektiven Holzeinschlag)Bild 13 von 97 Das Amazonasbecken reicht von Venezuela über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien bis nach Brasilien.Bild 14 von 97 Mehr als die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten weltweit ist hier zu finden. Viele von ihnen, wie z.B. der Jaguar, sind jedoch inzwischen akut vom Aussterben bedroht.Bild 15 von 97 Noch existieren zwei Drittel der ursprünglichen Fläche des Regenwalds, ...Bild 16 von 97 ... doch die Vernichtung schreitet rasant voran. (Im Bild Teile des brasilianischen Regenwalds, links 1995, rechts 1997)Bild 17 von 97 Erst im Januar 2008 musste Brasiliens Regierung eingestehen, dass die zerstörte Fläche in einem Monat auf fast 1000 Quadratkilometer angewachsen ist - eine Fläche, größer als Hamburg.Bild 18 von 97 "Nie zuvor hatten wir zu dieser Jahreszeit solch eine große Zerstörungsrate festgestellt", sagt Gilberte Camara, Leiter des "Nationalen Instituts für Weltraumforschung".Bild 19 von 97 Ein besonderes Problem ist der illegale Holzeinschlag.Bild 20 von 97 80 Prozent der Abholzungen werden ohne Genehmigung durchgeführt, so die brasilianische Umweltbehörde IBAMA.Bild 21 von 97 Die treibende Kraft hinter der Abholzung ist laut Greenpeace die Mahagoni-Mafia. Für sie lohnt sich das Geschäft.Bild 22 von 97 Bis zu 1.600 Dollar werden für ein Kubikmeter Magahoni auf dem Weltmarkt gezahlt.Bild 23 von 97 Aus dem begehrten Holz lässt sich so manches Luxusgut herstellen: Vom glänzenden Kajak ...Bild 24 von 97 ... bis hin zum modischen Sarg für die Ewigkeit.Bild 25 von 97 Auch Zellstoff-Produzenten roden den Tropenwald in Brasilien ...Bild 26 von 97 ... und ersetzen ihn durch Eukalyptus-Monokulturen - für Taschentücher, Toilettenpapier oder Windeln.Bild 27 von 97 Für den Abtransport der Baumstämme werden eigens tausende Kilometer Straßen im Urwald angelegt.Bild 28 von 97 In deren Gefolge kommen weitere Nutznießer und Abenteurer:Bild 29 von 97 Wilderer, Siedler, Goldsucher.Bild 30 von 97 Auf der Jagd nach Gold vergiften die Goldsucher oft noch die Gewässer mit Quecksilber.Bild 31 von 97 Auch die Ölindustrie trägt zur Zerstörung des einmaligen Amazonas-Gebiets bei.Bild 32 von 97 Regelmäßig kommt es in den Regenwäldern im Osten Ekuadors zu einer Ölpest, wenn wieder einmal eine Pipeline platzt.Bild 33 von 97 Die Regionen der Erdölförderung sind mittlerweile flächendeckend verseucht.Bild 34 von 97 Eine zunehmende Gefahr sind besonders in Brasilien und Argentinien auch die Brandrodungen für Soja-Plantagen.Bild 35 von 97 Das Soja wird als Futter für die Massentierhaltung vor allem nach Europa und in die USA verschifft.Bild 36 von 97 Seit es infolge der BSE-Krise in Europa verboten ist, tierisches Eiweiß zu verfüttern, ist Soja zu begehrtem Tierfutter geworden.Bild 37 von 97 Wer sich den Brandrodern oder Holzfällern im Amazonasgebiet in den Weg stellt, lebt gefährlich.Bild 38 von 97 Anfang 2005 wird die "Urwald-Nonne" Dorothy Stang erschossen.Bild 39 von 97 Sie hatte sich immer wieder für den Erhalt des Regenwalds eingesetzt.Bild 40 von 97 Besonders im brasilianischen Bundesstaat Pará scheint noch ungebrochen das Recht des Stärkeren zu gelten.Bild 41 von 97 Nach Angaben von Greenpeace sind Polizei und Justiz vielfach nicht präsent oder selbst Teil der Mafia.Bild 42 von 97 Allein in den vergangenen 33 Jahren werden den Umweltschützern zufolge 772 Menschen ermordet, weil sie sich der Zerstörung des Regenwaldes widersetzten.Bild 43 von 97 Nur in drei Fällen kommt es zu einer Gerichtsverhandlung.Bild 44 von 97 Dabei warnen Wissenschaftler und Umweltschützer immer wieder vor den Folgen der Urwaldzerstörung im Amazonasbecken.Bild 45 von 97 "Die Wichtigkeit des Amazonaswaldes für das Weltklima darf nicht heruntergespielt werden", meint Dan Nepstad vom Woods Hole Research Center in Massachusetts.Bild 46 von 97 Seinen Berechnungen zufolge können 55 Prozent des Amazonas-Regenwaldes bis zum Jahr 2030 zerstört werden, wenn es so weitergeht wie bisher.Bild 47 von 97 In diesem Falle könnten bis zu 96 Milliarden Tonnen Kohlendioxid zusätzlich freigesetzt werden.Bild 48 von 97 Schon jetzt trägt die Vernichtung der Regenwälder 20 Prozent zur weltweiten Kohlendioxid-Emission bei.Bild 49 von 97 Noch schlechter als in Südamerika steht es in Afrika um die tropischen Wälder. Gerade mal acht Prozent unberührten Urwald gibt es hier noch.Bild 50 von 97 Nach dem Amazonasgebiet ist das Kongo-Becken in Zentral-Afrika der zweitgrößte zusammenhängende Regenwald.Bild 51 von 97 Zwei Drittel der Pflanzen und ein Drittel der Vögel sind hier einzigartig.Bild 52 von 97 Doch der Wald und seine Bewohner sind ebenfalls bedroht - durch Holzeinschlag, Brandrodung, Landwirtschaft, Bürgerkriege und Minenbau.Bild 53 von 97 Viele Holzfirmen beuten schon seit Kolonialzeiten die afrikanischen Wälder aus, vor allem für Europa.Bild 54 von 97 Laut Greenpeace besitzen deutsche Firmen im Kongo Konzessionen für Einschlagsflächen von mehr als vier Millionen Hektar.Bild 55 von 97 Das Holz findet sich dann in Deutschland wieder - in Fenstern, Türen, Toilettensitzen.Bild 56 von 97 Der Abbau von Coltan ist ein weiterer Grund für die Urwaldzerstörung im Kongo.Bild 57 von 97 Das Erz wird vor allem von Handy- und Computerherstellern benötigt.Bild 58 von 97 Hier gilt das gleiche wie in anderen Urwäldern: Für die Minen und die Holzindustrie werden immer mehr Straßen in die Urwaldgebiete gehauen.Bild 59 von 97 Ist erstmal eine Straße da, sind auch schnell die Wilderer angelockt, die die Waldarbeiter und Städter mit Frischfleisch versorgen wollen.Bild 60 von 97 Gorillas, Schimpansen und zahlreiche andere Arten stehen inzwischen kurz vor der Ausrottung.Bild 61 von 97 Vom Aussterben bedroht ist auch der Orang-Utan, der rote "Waldmensch", in Asien.Bild 62 von 97 Dort wird seine Heimat, der Regenwald, in rasantem Tempo vernichtet.Bild 63 von 97 In Indonesien, dem Land mit der größten Regenwaldfläche nach Brasilien, gab es 2005 noch rund 80 Millionen Hektar Regenwald.Bild 64 von 97 Jedes Jahr verschwinden hier mindestens 2 Millionen Hektar - mehr als die Hälfte durch Waldbrände und illegale Abholzungen.Bild 65 von 97 In Sumatra könnte der Regenwald Umweltschützern zufolge in fünf, auf Borneo in zehn Jahren nur noch eine Erinnerung sein.Bild 66 von 97 Laut Greenpeace wird vor allem seit der Tsunami-Katastrophe von 2005 in Indonesien wieder mehr Holz illegal geschlagen.Bild 67 von 97 Um die zerstörten Wohnhäuser wieder aufzubauen, wird das Holz oft an Hilfsorganisationen verkauft.Bild 68 von 97 "Auch deutsche Spendengelder werden direkt an die Holzmafia gezahlt", warnt Greenpeace.Bild 69 von 97 Für die zunehmende Bevölkerung werden zudem tausende Quadratkilometer Urwald brandgerodet und in Ackerland umgewandelt.Bild 70 von 97 Ein weiterer Grund für die Zerstörung ist meist sogar legal: Der Anbau von Palmöl.Bild 71 von 97 Dank der Biodiesel-Kampagnen in den USA und der EU wächst weltweit die Nachfrage nach dem Rohstoff.Bild 72 von 97 Hinzu kommt: Allein 2007 erzeugt Deutschland 1,3 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Palmöl.Bild 73 von 97 Und: Zehn Prozent aller deutschen Supermarktprodukte enthalten inzwischen das Fett.Bild 74 von 97 Für Devisen verwandelt Indonesien daher große Gebiete in Palmöl-Plantagen. 5,4 Millionen Hektar sind es bereits, 3,6 Millionen sollen hinzukommen.Bild 75 von 97 Um die gerodeten Flächen schnell anbaufähig zu machen, lassen die Konzerne die meterhohen Torfschichten oft von Brandstiftern anstecken.Bild 76 von 97 In Indonesien verursachen die Torfbrände inzwischen Emissionen von 600 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das Entwicklungsland ist heute der drittgrößte CO2-Produzent weltweit.Bild 77 von 97 Auch in Australien sind die Urwälder bedroht. Im tasmanischen Styx Valley wachsen die weltweit größten Hartholzbäume.Bild 78 von 97 Sie sind bis zu 95 Meter hoch und haben einen Durchmesser von bis zu 5 Metern, viele von ihnen sind mehr als 400 Jahre alt.Bild 79 von 97 Umweltschützer beklagen, dass die alten Bäume völlig kahlgeschlagen und mit Napalm-Brandsätzen aus der Luft bombardiert werden.Bild 80 von 97 Was von ihnen übrig bleibt, landet schließlich in japanischen Papierfabriken.Bild 81 von 97 Auch die nordischen Urwälder in Finnland, Schweden, Russland, Kanada und Alaska schrumpfen rapide.Bild 82 von 97 Dabei bilden sie mit mehr als zwölf Millionen Quadratkilometern Fläche das größte Waldökosystem der Erde.Bild 83 von 97 Bären, Wölfe, Adler, Falken und Elche sind hier beheimatet.Bild 84 von 97 Allein im kanadischen Quebec gibt es noch mehr als 660.000 Quadratkilometer unberührten Urwald - eine Fläche fast doppelt so groß wie Deutschland.Bild 85 von 97 Seit 1975 haben allerdings Holzunternehmen in Kanada rund 150.000 Quadratkilometer Wald gefällt.Bild 86 von 97 Weitere Urwälder fallen der Öl- und Gasförderung, dem Bergbau und dem Bau von Wasserkraftanlagen zum Opfer.Bild 87 von 97 Um den weltweit wachsenden Papierhunger zu stillen, verarbeiten Konzerne das Holz zu Zellstoff für die Papierproduktion.Bild 88 von 97 Laut Greenpeace produzieren allein Finnland und Schweden jährlich 20 Millionen Tonnen Papier - für Bücher, Windeln, Zeitschriften ...Bild 89 von 97 Die Käufer sitzen vor allem in Japan, den USA und Europa. Sie verbrauchen zwei Drittel des weltweit produzierten Papiers - ...Bild 90 von 97 ... Papier, das zum Teil aus 800 Jahre alten Bäumen hergestellt worden ist.Bild 91 von 97 In Schweden und Finnland gibt es inzwischen weniger als fünf Prozent des ursprünglichen Urwaldes.Bild 92 von 97 Russland verkauft große Teile seines Waldes vor allem an Finnland, laut Greenpeace acht Millionen Kubikmeter jährlich.Bild 93 von 97 Die sibirischen Schneewälder werden zudem durch die zunehmende Ölförderung bedroht - ...Bild 94 von 97 ... und mit ihnen unter anderem der vom Aussterben bedrohte Sibirische Tiger. Gerade mal 4000 Großkatzen leben hier noch in freier Wildbahn.Bild 95 von 97 Für sie und unzählige andere Arten gilt das Gleiche wie für ihre Heimat, die Urwälder:Bild 96 von 97 Einmal verschwunden, gibt es keine Wiederkehr. (Text: Gudula Hörr)Bild 97 von 97
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