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Seltene Krankheit: Dede - der Baummann

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Jeden Monat werden weltweit zwei neue Krankheiten entdeckt. Die meisten davon gehören zu den sogenannten seltenen Krankheiten. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Jeden Monat werden weltweit zwei neue Krankheiten entdeckt. Die meisten davon gehören zu den sogenannten seltenen Krankheiten.

Jeden Monat werden weltweit zwei neue Krankheiten entdeckt. Die meisten davon gehören zu den sogenannten seltenen Krankheiten.

Von seltenen Krankheiten spricht man, wenn weniger als fünf von 10.000 Patienten daran leiden. Menschen mit seltenen Krankheiten haben es besonders schwer, denn Ärzte und Wissenschaftler stehen in dem Fall vor medizinischen Rätseln.

Weltweit bekannt ist der traurige Fall von Dede Koswara.

Als Fünfzehnjähriger schnitt sich der junge Mann auf einer Baustelle am Knie. Das war der Beginn der Infektion, die sein Leben veränderte.

Seitdem wachsen dem Indonesier baumrindenähnliche Warzen am ganzen Körper.

Besonders betroffen sind die Hände ...

... und die Füße. Es scheint, als würden Äste und Wurzeln aus seinen Gliedmaßen wachsen.

Wegen der Größe der Warzenwucherungen kann Dede weder arbeiten ...

... noch schmerzfrei laufen. Er ist ständig auf fremde Hilfe angewiesen.

Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, ließ sich der junge Mann auf Märkten als unglaubliche Attraktion begaffen. Ärzte und die internationale Presse wurden auf ihn aufmerksam.

Seitdem wird Dede wegen seines Aussehens nur noch als Baum-Mann (tree man) bezeichnet.

Ärzte aus den USA wollten Dede 2007 helfen. Der Indonesier, der wegen seiner Krankheit von seiner Frau verlassen worden war, durfte jedoch nicht ausreisen.

Die fadenscheinige Erklärung der Sprecherin des Gesundheitsministeriums lautete damals: "Menschen wie Dede, die in kleinen Dörfern leben, wollen nicht weggebracht werden, schon gar nicht, um Blutproben zu geben."

Endlich, im August 2008 wurde Dede in seinem Heimatland behandelt.

Dem damals 37-Jährigen wurden in mehreren Operationen insgesamt sechs Kilogramm Warzenwucherungen entfernt.

Dadurch konnte Dede endlich wieder einen Stift oder ein Handy halten ...

... und bekam neuen Lebensmut.

Spezialisten aus aller Welt halten die Erkrankung für einen genetischen Defekt.

Dedes Körper kann keine Abwehrstoffe gegen humanpathogene Papilloma-Viren bilden, ...

... so dass diese ungehindert am ganzen Körper wachsen können. Leider waren auch die letzten Operationen nur für kurze Zeit erfolgreich für den Baum-Mann.

Auch wenn sich Dede nach den Operationen insgesamt besser fühlt, ist eine Heilung nicht in Sicht. Die Warzen wachsen trotz Medikamenten und Operationen immer wieder neu nach.

Der Baum-Mann muss sich deshalb in diesen Tagen einer erneuten Operation unterziehen. Trotzdem bleibt Dede voller Hoffnung.

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