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Zum Essen, Pflegen und im Tank: Der Palmöl-Boom

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Es ist in Schokoriegeln, ... (Foto: picture-alliance/ dpa)

Es ist in Schokoriegeln, ...

Es ist in Schokoriegeln, ...

... Keksfüllungen und Nuss-Nougat-Cremes, ...

... in Pflegeprodukten, Wasch- und Reinigungsmitteln, ...

... in der Pfanne und der Fritteuse, ...

... sogar in manchen Kerzen ...

... und als Zusatz im Kraftstoff.

Die Rede ist von Palmöl, ...

... einer zähen Flüssigkeit, die im ursprünglichen Zustand eine dunkelgelbe bis gelbrote Farbe hat und einen süßlichen, angenehmen Geruch verbreitet.

Palmöl gehört zu den natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen. Es wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen.

Die Früchte benötigen nach der Bestäubung fünfeinhalb bis neun Monate bis zur Reife. Erst dann können sie zur Ölgewinnung geerntet werden.

Reife Früchte haben einen harten Kern. Das Fruchtfleisch besteht bis zu 50 Prozent aus Öl.

Der hohe Carotingehalt im Fruchtfleisch verursacht die typische Farbe. Zudem enthält Palmöl reichlich Vitamin E und jede Menge gesättigte Fettsäuren, die als ungesund gelten.

Da die roten Früchte leicht verderblich sind, müssen sie schnell verarbeitet werden.

Aus diesem Grund werden die Ölverarbeitungsanlagen direkt in den Regenwald gebaut.

In Ölmühlen wird das Palmöl zumeist unter hoher Hitze und hohem Druck aus den Früchten gelöst.

Der rote Farbstoff und andere ungewollte Zusätze werden während der Raffination des Öls entfernt.

Da der weltweite Bedarf an Palmöl stetig wächst, wird immer mehr Land in tropischen Regionen mit Ölpalmen bepflanzt.

Vor allem in Indonesien und Malaysia entstehen riesige Palmölplantagen. Beide Länder liefern den größten Teil, nämlich 85 Prozent der weltweiten Palmölproduktion.

Um Platz dafür zu schaffen, wird seit Jahren der Regenwald massiv gerodet.

In Indonesien beispielsweise werden allein in der Provinz Riau auf Sumatra täglich 460 Hektar Regenwald zerstört.

Das entspricht einer Fläche von rund 30 Fußballfeldern pro Stunde!

Dabei ist der Regenwald ein hochkomplexes Ökosystem, ...

... Lebensraum für tausende von Tier- und Pflanzenarten und gleichzeitig die "grüne Lunge" der Erde.

Wegen der anhaltenden Zerstörung schlagen Umweltschutzorganisationen Alarm.

Nicht nur vor dem Aussterben von Tierarten wie Tiger oder ...

... Orang-Utan wird gewarnt.

Auch indigene Völker, wie hier die Waldbewohner auf Borneo, verlieren mit der Abholzung des Regenwaldes ihre Lebensgrundlage.

Durch ihre Armut sind sie oftmals sogar gezwungen, sich für einen Hungerlohn an der Zerstörung des Regenwaldes zu beteiligen.

Die Rodung des tropischen Regenwaldes hat irreversible Folgen und trägt massiv zum Klimawandel bei. Das Satellitenbild zeigt die Abholzung des Regenwaldes am Amazonas in der typischen Fischgrätenform.

Durch Brandrodungen werden nicht nur Lebensräume zerstört und Pflanzen und Tiere getötet, sondern zusätzlich tausende Tonnen an Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben, denn ...

... Regenwald wächst auf Torfboden, der sich über hunderte von Jahren gebildet hat und bis zu 18 Meter dick sein kann. Dieser Torfboden speichert große Mengen an Kohlenstoff. Durch die Brandrodungen werden diese Kohlenstoffmengen als Kohlendioxid freigesetzt.

Durch diese Art der Waldzerstörung ist Indonesien der drittgrößte Treibhausgas-Emittent der Welt hinter China und den USA.

Hinzu kommen die langfristigen Probleme durch den Anbau von Monokulturen, ...

... den Einsatz von Pestiziden und fossiler Energie für Bodenbearbeitung, Transport und Verarbeitung.

Nur durch die rücksichtslose Ausbeutung der Natur ...

... und der Menschen ist es möglich, Palmöl auch weiterhin als mit Abstand billigstes Pflanzenöl auf dem Weltmarkt anzubieten.

Die Palmölproduktion scheint in einem Teufelskreis zu stecken. Je stärker Palmöl gefragt ist, umso mehr Regenwald wird abgeholzt.

Debattiert wird vor allem die Nutzung von Palmöl als Biosprit. Der größte Teil der Palmölproduktion wird jedoch in der Nahrungsmittelproduktion und für Kosmetika verwendet.

Die Industrie versucht mit Hilfe der Politik, die Verwendung von Palmöl zu vertuschen.

Deutschland importiert jährlich rund 950.000 Tonnen Palmöl für Lebensmittel, Kosmetik und Energiegewinnung und unterstützt damit die anhaltende Abrodung des Regenwaldes.

In Lebensmitteln ist Palmöl in Deutschland lediglich als "pflanzliches Fett" deklariert.

Anders als bei Lebensmitteln und Kosmetika gibt es für die Verwendung von Palmöl als Energieträger ein gesetzliches Zertifizierungssystem. Bis zum Jahr 2020 sollen in der Europäischen Union sogenannte Agrokraftstoffe, zu denen das Palmöl gehört, 10 Prozent des Gesamtkraftstoffverbrauches ausmachen.

Greenpeace spricht von Etikettenschwindel. Allerdings wird die steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen mit Appellen kaum zu stoppen sein. Der WWF fordert daher strenge Standards für einen nachhaltigen Anbau. Davon wird abhängen, ob Palmöl zum Fluch oder Segen wird.

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