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Garantiert tödlich: Die Giftküche der Natur

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Die Medizin arbeitet mit Giften. Nicht selten wirken sie heilsam oder schmerzlindernd - vorausgesetzt, die Dosis stimmt. Doch die Natur produziert Giftstoffe in Mengen, die garantiert tödlich sind. Im Folgenden stellen wir Ihnen Tiere und Pflanzen vor, die zu den giftigsten der Welt gehören. Da ist höchste Vorsicht geboten ...

Die Medizin arbeitet mit Giften. Nicht selten wirken sie heilsam oder schmerzlindernd - vorausgesetzt, die Dosis stimmt. Doch die Natur produziert Giftstoffe in Mengen, die garantiert tödlich sind. Im Folgenden stellen wir Ihnen Tiere und Pflanzen vor, die zu den giftigsten der Welt gehören. Da ist höchste Vorsicht geboten ...

Die Medizin arbeitet mit Giften. Nicht selten wirken sie heilsam oder schmerzlindernd - vorausgesetzt, die Dosis stimmt. Doch die Natur produziert Giftstoffe in Mengen, die garantiert tödlich sind. Im Folgenden stellen wir Ihnen Tiere und Pflanzen vor, die zu den giftigsten der Welt gehören. Da ist höchste Vorsicht geboten ...

Beginnen wir unter Wasser: Hübsch anzuschauen, aber die Würfelqualle zählt zu den gefährlichsten Tieren überhaupt. In ihren Tentakeln ist ein hoch wirksames Gift enthalten, das bei Berührung abgibt. Gelangt es auf menschliche Haut, kann es innerhalb weniger Minuten zum Tod führen.

Bei Kindern bewirkt allein das Gift aus einer einzigen 1,20 langen Tentakel den Herzstillstand. Ausgewachsene Würfelquallen besitzen jedoch an die 60 Tentakeln von bis zu drei Metern Länge ... Würfelquallen - auch Seewespen genannt - leben im flachen Küstengewässer vor Australien und Südosteuropa.

Ebenfalls eine gefährliche, im Wasser beheimatete Augenweide: die Krustenanemone. Einige ihrer Arten (Protopalythoa und die Playthoa) enthalten eines der stärksten bekannten Gifte, das Palytoxin. Bei Kontakt kann es Lähmungen des gesamten Muskelapparates hervorrufen. Ein Gegengift gibt es nicht. Die giftigen Krustenanemonen leben in der Karibik, im Indischen Ozean und dem Indo-Pazifik - und in so manchem Meerwasseraquarium.

In den tropischen Meeren ist auch die Kegelschnecke zuhause. 500 Arten gehören dazu. Jede Art produziert einen Gift-Cocktail, manche dieser Mischungen sind so wirksam, dass sie Menschen töten können. Das Gift kommt aus einer kleinen Harpune, einem spitzen, hohlen Zahn, der mit der Giftdrüse verbunden ist.

Das Kegelschnecken-Gift wird in der Medizin als Schmerzmittel eingesetzt. Es gilt als möglicher Ersatz für das abhängig machende Morphin.

Ein weiterer giftiger Meeresbewohner: die Blauringkrake. Sie lebt im flachen Küstenbereich vor Australien, den Philippinen und Indonesien. Die blaugeringelte Färbung zeigt die Krake, wenn sie sich bedroht fühlt. Beißt das Tier zu, überträgt es ein Nervengift, das innerhalb weniger Stunden zum Atemstillstand führt.

Das gleiche Gift ist auch in Haut, Leber und Eierstöcken des Kugelfisches enthalten. Anders als die Blauringkrake steht der Kugelfisch jedoch als "Fugu" auf japanischen Speiseplänen. Nur eine besondere Zubereitung kann verhindern, dass das Gift auf den Teller gelangt. Köche brauchen dafür eine spezielle Lizenz, die sie nach zweijähriger Assistenz in der Küche und einer erfolgreichen Prüfung erhalten.

Kaum zu sehen und umso gefährlicher: der Steinfisch. Er lebt im tropischen Indo-Pazifik und gibt über die Rückenflossenstacheln ein starkes, auch für den Menschen tödliches Gift ab. Steinfische sind schlechte Schwimmer. Sie lauern ihren Opfern auf.

Bewegen wir uns allmählich an Land. Pfeilgiftfrösche spendeten früher - ihr Name lässt es vermuten - das Gift für die Pfeile südamerikanischer Indianer. Die Tiere geben den Stoff über die Haut ab, ...

... verlieren es aber, wenn sie in Gefangenschaft gezüchtet werden. Das Gift bildet sich nur, wenn die Frösche bestimmte tropische Insekten fressen. Gelangt es in die Blutbahn anderer Lebewesen, kommt es zur Lähmung des Nervensystems. Pfeilgiftfrösche leben im mittel- und südamerikanischen Regenwald.

In Australien ist die giftigste Schlange der Welt heimisch: der Inland-Taipan. Die Giftzähne sind maximal sechs Millimeter groß, doch die bei einem Biss abgesonderte Giftmenge reicht theoretisch aus, um mindestens 230 erwachsene Männer zu töten. Allerdings lebt die Schlange in den heißen Wüstengegenden von West Queensland, sodass Begegnungen mit Menschen selten sind.

Weiter verbreitet ist die Sydney-Trichternetzspinne. Sie trifft häufig auf Menschen, denn bei der Partnersuche gelangen die Tiere oft auch in Häuser. Dort halten sie sich an feuchten, kühlen Stellen auf. Ein Biss dieser Spinne kann tödlich sein, doch gibt es seit 1980 ein Gegengift. Immerhin.

Auch gefährlich und weniger weit von uns entfernt: der Gelbe Mittelmeerskorpion. Er zählt zu den giftigsten Skorpionen weltweit, für Kinder kann ein Stich den Tod bedeuten. Der gelbe Mittelmeerskorpion ist in Nordafrika, der Türkei und der Arabischen Halbinsel verbreitet und versteckt sich in Ritzen, Spalten und unter Steinen.

Schneller als mit giftigen Tieren kommen wir - und besonders ahnungslose Kinder - mit giftigen Pflanzen in Berührung. Erstes Beispiel: der Wunderbaum. Er liefert das Rizinusöl, von dem bekannt ist, dass es gegen Verstopfung hilft. Weniger verbreitet allerdings ist die Tatsache, dass die Samen, aus denen das Öl gewonnen wird, hoch toxisch sind.

In ihren Schalen ist Rizin enthalten, das schon in kleinsten Mengen tödlich wirkt. Der Wunderbaum ist ursprünglich tropisch, bei uns aber als Zierpflanze beliebt. Er sollte nie an Stellen gepflanzt werden, die Kindern zugänglich sind.

Die Tollkirsche wird seit der Antike medizinisch genutzt, unter anderem als Schmerzmittel. Bei Verzehr führen jedoch schon wenige Beeren innerhalb von 14 Stunden zum Tod. Auch die Blätter enthalten Giftstoffe. Die Pflanze wächst häufig auf Waldlichtungen und an Waldrändern.

Der Tabak einer Zigarette enthält etwa 12 Milligramm Nikotin. Der Tabak einer Zigarre 40 bis 60 Milligramm. Das ist genau die Menge, die bei Verzehr tödlich ist. Innerhalb weniger Minuten setzt eine Atemlähmung ein. Beim Rauchen dagegen wird das Nikotin verbrannt - allerdings bekanntermaßen nicht restlos.

Die Herbstzeitlose ist weltweit verbreitet. Ihr Gift, das sich in allen Teilen der Pflanze befindet, wurde in der Medizin gegen Gelenkschmerzen verwendet. Wegen der stark toxischen Wirkung bei falscher Dosierung weicht man inzwischen meist auf andere Medikamente aus. Durch Verwechslung mit Bärlauch kommt es immer wieder zu Vergiftungsfällen. Etwa 60 Gramm der Blätter können einen 80 Kilogramm schweren Menschen töten.

Auch der Goldregen ist in allen Teilen giftig. Besonders toxisch aber sind die Samen. Schon kleinste Mengen verschluckter Samen führen zu Vergiftungserscheinungen. Da das Gift nur langsam vom Körper aufgenommen und meist durch Erbrechen aus dem Körper befördert wird, sind Vergiftungen mit tödlichem Ausgang zum Glück selten. Der Goldregen stellt an Klima und Boden keine hohen Ansprüche. In Parkanlagen und Gärten ist er häufig als Ziergehölz zu finden.

Die alten Griechen nutzten den Saft einer bestimmten Pflanze als Hinrichtungswerkzeug. Sokrates ist ein berühmtes Opfer: Er starb durch den Schierlingsbecher.

Auch hierzulande gehört der Schierling zu den giftigsten Gewächsen. Das tödliche Stoff ist in allen Teilen enthalten, besonders aber in den unreifen Früchten. Zu Vergiftungen kann es vor allem durch Verwechslung mit Wiesen-Kerbel oder auch Petersilie kommen. Der Schierling ist jedoch an einem starken Mäusegeruch und rötlichen Flecken an der bereiften Sprosse zu erkennen.

Der Eisenhut: In China und Indien ersetzte er einst den Pfeilgiftfrosch, indem er das Gift für die tödliche Waffe lieferte. In Europa gilt er als die giftigste Pflanze überhaupt. Das Gift dringt allein durch Berührung in die Haut ein. Schon das kann zu schweren Vergiftungen führen. Der Eisenhut ist als Zierpflanze in Gärten weit verbreitet. Wild wächst er in den Alpen und Mittelgebirgen an Bächen und auf feuchten Wiesen.

Ebenfalls in ganz Europa verbreitet: die Einbeere. Sie kommt in krautreichen Eichen- und Buchenwäldern und in Nadelmischwäldern vor. Die gesamte Pflanze ist gfitig. Gefahr besteht vor allem durch eine mögliche Verwechslung mit der Heidelbeere. Beide Pflanzen werden zur selben Zeit reif.

Abschließend ein Ausflug in die Literatur: Das Gift der Brechnuss kennen wir aus Krimis von Agatha Christie, und auch als Dopingmittel und Rattengift kam es zum Einsatz. Es heißt Strychnin. Die Substanz wird rasch über die Schleimhäute aufgenommen und führt zur Erstarrung der Muskulatur und schließlich zum Tod.

Anders als Christies Romane vermuten lassen, schmeckt man Strychnin jedoch auch in starker Verdünnung noch. Es gehört zu den bittersten Stoffen überhaupt. Deswegen fallen Ratten auf strychninhaltige Köder nicht mehr herein.

Die Brechnuss ist überwiegend in Nordaustralien, Sri Lanka und Indien verbreitet. Das Strychnin ist in ihren Samen, der Rinde und den Blättern enthalten. Es gibt einige Vogelarten, die sich von den Samen ernähren können. Strychnin hin oder her, ihnen kann das Gift offenbar nichts anhaben. Für den Menschen aber bleibt es - wie so viele andere Substanzen - gefährlich.

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