Bilderserie

Plastik statt Plankton : Müll-Kontinente treiben im Meer

Bild 1 von 39
Das Problem ist schon länger bekannt, doch aktuell schlägt es hohe Wellen. Der "Asian Scientist" stellte kürzlich klar: Selbst wenn wir heute aufhören würden, Plastik ins Meer zu werfen, würden die Müllstrudel in den Ozeanen noch Hunderte Jahre weiter wachsen. - Müllstrudel, das ist das Stichwort. Denn ... (Foto: AP)

Das Problem ist schon länger bekannt, doch aktuell schlägt es hohe Wellen. Der "Asian Scientist" stellte kürzlich klar: Selbst wenn wir heute aufhören würden, Plastik ins Meer zu werfen, würden die Müllstrudel in den Ozeanen noch Hunderte Jahre weiter wachsen. - Müllstrudel, das ist das Stichwort. Denn ...

Das Problem ist schon länger bekannt, doch aktuell schlägt es hohe Wellen. Der "Asian Scientist" stellte kürzlich klar: Selbst wenn wir heute aufhören würden, Plastik ins Meer zu werfen, würden die Müllstrudel in den Ozeanen noch Hunderte Jahre weiter wachsen. - Müllstrudel, das ist das Stichwort. Denn ...

... in den Meeren dieser Welt treiben nicht nur mal hier Reste einer Tüte und dort ...

... Überbleibsel einer Plastikflasche. Vielmehr sammelt sich ...

... der Müll in riesigen Strudeln an bestimmten Stellen in den Ozeanen - dort nämlich, ...

... wo unterschiedliche Meeresströmungen zu enormen Wirbeln zusammenlaufen. Das ist im Nord- und Südpazifik der Fall, im Nord- und Südatlantik sowie im Indischen Ozean.

Jedes Jahr werden weltweit rund 240 Millionen Tonnen Plastik produziert.

Nach Schätzungen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) landen davon mehr als 6,4 Millionen Tonnen in den Ozeanen. Jahr für Jahr.

Sonne, Salzwasser und Wellen zerfetzen das Plastik.

Es zerfällt in kleinste Teile. Auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche ...

... treiben inzwischen bis zu 18.000 Plastikteile unterschiedlichster Größe. Besonders viele sind es im Nordpazifik.

Der US-amerikanische Skipper Charles Moore, Begründer des Algalita Marine Research Institute, war 1997 durch den großen pazifischen Meereswirbel gesegelt. Dabei stieß er auf einen "Kontinent" aus Plastikmüll, ...

... in der Fläche etwa so groß wie Mitteleuropa. Die Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA, NOAA, hat inzwischen dargestellt, dass sich der gigantische nordpazifische Müllstrudel (garbage patch) aus einem westlichen und einem östlichen zusammensetzt.

Sechs Mal mehr Plastik als Plankton befindet in sich in dieser Region im Wasser.

Berechnungen zufolge zirkulieren rund 100 Millionen Tonnen Kunststoffmüll allein in diesen nordpazifischen Strudeln.

Sobald die Plastikteile in einen Meereswirbel gelangt sind, verlassen sie ihn nicht mehr. Sie werden kleiner und kleiner gerieben, bis hin zu Pulver.

Dann muss man den Müll - wie hier in der aktuellen Hamburger Ausstellung "Endstation Meer" - mit der Lupe suchen. Gerade das macht ihn so gefährlich. Denn ...

... Muscheln, Krebse und Fische verwechseln die Plastikteile mit Plankton und fressen sie. Auch ernährt sich das Plankton selbst mitunter vom Plastikpulver. So gelangt der Kunststoff in die Nahrungskette und ...

... landet letztlich bei uns auf dem Teller. Zusammen übrigens mit krebserregenden Chemikalien wie DDT, denn mit denen saugen sich die Plastikteilchen im Meer voll.

Doch auch große Plastikstücke haben verheerende Auswirkungen auf die Bewohner der Ozeane. Eine umherschwimmende Tüte etwa kann für eine Meeresschildkröte zur lebensbedrohlichen Gefahr werden. Immer wieder ...

... sterben Tiere den Plastiktod. Im Magen dieses Grauwals, an den Strand von West Seattle gespült, fand man ...

... Plastikmüll in allen ...

... Variationen.

Auch dieser Albatros hatte kaum mehr als Müll im Bauch.

Diese Teile fanden sich 2003 im Magen eines Artgenossen. - Das Problem beschränkt sich nicht auf den Pazifik. Auch im ...

... Norden des Atlantiks, im ...

... Süden desselben Ozeans und im ...

... Indischen Ozean ist das Wasser mit größeren und kleineren Plastikteilen durchsetzt.

Auch in die Nordsee gelangen trotz aller Verbote ...

... jedes Jahr rund 15.000 Tonnen Plastikmüll. Der größte Teil stammt von Schiffen.

Nur 15 Prozent des auf den Weltmeeren entsorgten Kunststoffs werden wieder an die Küsten gespült.

Weitere 15 Prozent treiben an der Wasseroberfläche oder bis zu 30 Meter darunter. Die übrigen 70 Prozent Plastikmüll sinken auf den Meeresgrund. Abgebaut werden die Stoffe nicht. Wie man am besten gegen sie vorgeht, ist noch völlig unklar. Denn ...

... in Netzen bleiben natürlich nur die größten Teile hängen. Mikroplastik lässt sich auf diesem Wege nicht aus dem Wasser fischen - zumal dort, wo in hohen Konzentrationen Plastik im Meer zusammenläuft, ...

... oft auch das marine Leben tobt.

Mit herkömmlichen Methoden läuft man Gefahr, zusammen mit dem Mikroplastik auch das Plankton aus dem Wasser zu schöpfen.

Hinzu kommt die Größe der betroffenen Gebiete. Allein der Pazifik macht rund 35 Prozent der Erdoberfläche aus. Und wer fühlt sich für die Säuberung verantwortlich? Will heißen: Wer trägt die Kosten? Ein großer Teil der Meereswirbel liegt außerhalb von Hoheitsgewässern und ...

... ausschließlichen Wirtschaftszonen.

Das kalifornische Projekt Kaisei setzt auf die Entwicklung neuer Gerätschaften und Technologien. Eine Gruppe aus Aktivisten und Wissenschaftlern bahnte sich per Segelboot einen Weg durch die Plastiksuppe im Pazifik und forscht nun nach der besten Reinigungsmethode.

Ein niederländischer Architekt schlägt unterdessen vor, den Plastikmüll zu einer künstlichen Insel "zusammenzukehren". Ihr Name: Recycled Island. Der Vorteil: ...

... Sie wäre sogar bewohnbar. Sollte das die Lösung sein?

weitere Bilderserien