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Vorbereitung zur Weltumrundung: Solar-Flieger funktioniert auch nachts

 
Vorbereitung zur Weltumrundung: Solar-Flieger funktioniert auch nachts

Es war das erste Mal, dass ein bemanntes Solarflugzeug die Nacht durchfliegt.

Am Morgen des 7. Juli 2010 um kurz vor sieben Uhr hob die "Solar Impulse" in Payerne (Schweiz) ab. An Bord: André Borschberg, ehemaliger Luftwaffenpilot.

Zusammen mit dem Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard und einem 70-köpfigen Team arbeitet er seit sieben Jahre am Projekt "Solar Impulse".

Die beiden Pioniere wollen zeigen, dass es möglich ist, mit einem Solarflugzeug die Welt zu umrunden.

Borschberg hatte zum Ziel, sich 24 Stunden in der Luft halten.

Für ihn hieß es vor allem: Wachbleiben!

Für die Ingenieure geht es bei dem Testflug darum, das Verhalten des Flugzeugs und die Batterien im Auge zu behalten.

Beim Start waren die Batterien zu 71 Prozent geladen, ...

... eine Dreiviertelstunde später waren sie nur noch halb voll.

Doch Borschberg meldet per Funk exzellente Bedingungen: Die Sonne beginnt, die Batterien des Solarflugzeugs zu laden.

Seine maximale Flughöhe soll der Flieger zwischen 18 und 19 Uhr erreichen. Dann ist er 8500 Meter hoch in der Luft.

Eigentlich hatte die "Solar Impulse" bereits eine Woche zuvor zum Nachtflug starten sollen.

Doch da versagte ein wichtiger Teil der Technik.

Damit waren Druck und Erwartungen spürbar gestiegen.

Den ersten Testflug hatte das Solarflugzeug bereits im April erfolgreich hinter sich gebracht.

Damals hatte der deutsche Pilot Markus Scherdel das Flugzeug gesteuert ...

... und den Militärflugplatz in Payerne (Kanton Waadt) umrundet.

87 Minuten lang war Scherdel in der Luft gewesen.

1200 Meter hoch war er geflogen.

Der aktuelle Flug mit Borschberg im Cockpit stellt nun eine noch größere Herausforderung dar.

Solarflugzeuge an sich gibt es schon länger. Dieses Bild zeigt Helios, einen Solarflieger, der 2001 unbemannt auf 23.000 Meter Höhe aufstieg.

Das besondere an "Solar Impulse" ist, dass es nachts fliegen soll.

Rund 12.000 Solar-Zellen sind auf den Tragflächen des Flugzeugs eingebaut.

Mit knapp 64 Metern hat es die Spannweite eines Airbus, …

... doch mit seinen 1600 Kilogramm wiegt es nur wenig mehr als ein mittelgroßes Auto.

"Solar Impulse" besteht aus Kohlefaser-Werkstoffen.

Bertrand Piccard, der hinter dem Projekt steht, hatte 1999 als Erster mit einem Heißluftballon die Erde umflogen.

Nun ist die Weltumrundung mit "Solar Impulse" sein nächstes großes Ziel.

Die vier Batterien des Flugzeugs sollen dann tagsüber durch die Solarzellen aufgeladen werden.

Das ist nötig, um die vier 10-PS-Elektromotoren des Fliegers am Laufen zu halten.

Die Motoren bringen das Flugzeug auf Geschwindigkeiten zwischen 50 und 100 Stundenkilometern.

Piccard, dessen Großvater Auguste als erster Mensch in einem Ballon in die Stratosphäre aufstieg …

… und dessen Vater vor 50 Jahren rund 11.000 Meter zum tiefsten Punkt der Meere tauchte, ...

... will sich bei der 20-tägigen Weltumrundung mit Borschberg im Cockpit abwechseln.

Dafür sind Zwischenlandungen nötig.

Denn was die Transportmöglichkeiten anbelangt, hat die Sache einen Haken: ...

... Aus Gewichtsgründen gibt es in dem Solar-Flieger nur einen Platz.

Für die Weltumrundung per Solarflugzeug sind ingesamt fünf Zwischenlandungen geplant.

Der erste Flug von "Solar Impulse" durch die Nacht dauerte 26 Stunden. Eine Stunde länger als geplant.

"Solar Impulse" hätte sogar noch sechs weitere Stunden in der Luft bleiben können, erklärte Bertrand Piccard (l.) kurz nach der Landung.

Dieser Erfolg macht die beiden Abenteurer zuversichtlich.

Die Erdumrundung ist für 2013 geplant.

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