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Jetzt wird's eklig!: Ungeziefer im Haus

 
Jetzt wird's eklig!: Ungeziefer im Haus

Egal, ob man jede Woche gründlich putzt, ...

... Maden oder Motten hatte die Mehrzahl der Müsli-Esser schon einmal in der Küche.

Besonders wenn es wärmer wird, fangen die unbeliebten Tiere an, uns zu nerven (Fliegenmaden).

Fruchtfliegen, Lebensmittelmotten und Käfer sind im Haushalt nicht willkommen. Das jedoch stört die Tiere nicht.

Sie verbreiten sich trotzdem. Am besten jedoch dort, wo sie optimale Bedingungen vorfinden.

Dazu gehören unter anderem bestimmte Temperaturen und reichlich Nahrung. In vielen Haushalten, besonders in Küchen, sind diese Bedingungen erfüllt.

Ein paar Brotkrümel auf dem Tisch oder offenstehendes Mehl im Schrank reichen aus, um verschiedene der ungeliebten Tierarten unbewusst zu füttern.

Schon ein Brotkorb aus Bast, der etwas feucht geworden ist, bietet einen idealen Brutplatz für Maden.

Alle Tiere, die wir nicht in unserem Haus haben wollen, werden als Ungeziefer bezeichnet.

Dieser Begriff soll von dem Wort Geziefer abstammen. Damit waren in der Vergangenheit Tiere gemeint, die prinzipiell als Opfer getaugt haben, also vor allem Schafe und Ziegen.

In Deutschland gibt es eine lange Liste von Ungeziefern. Vor allem Insekten sind zahlreich vertreten. Hier eine alphabetische Auswahl: ...

... A wie Ameise. Diese kleinen Krabbeltiere sind zwar nicht gesundheitsschädlich, gehören dennoch zum Ungeziefer, genauer zu den Lästlingen.

Ameisen haben sogenannte Ameisenstraßen, die sie von ihrem Nest zu den Nahrungsquellen und zurück führen. Durch Duftmarken werden die Straßen immer wieder gefunden. Versprühter Essig kann manchmal schon helfen, diese Duftmarken zu zerstören und so die Tiere loszuwerden.

B wie Bettwanze. Diese Hygieneschädlinge sind schwer im Kommen. Sie machen seit einiger Zeit sogar Schlagzeilen. So musste in New York eine Filiale der Dessous-Edelmarke "Victoria's Secret" wegen Bettwanzen-Befall geschlossen werden.

Die Tiere kommen nicht durch mangelnde Hygiene oder Unsauberkeit in die Betten, sondern werden zumeist über das Reisegepäck oder die Kleidung eingeschleppt.

Zudem ist es möglich, die Plagegeister mit antiken Möbeln oder Gemälden in die Wohnung zu holen.

Die Tiere ernähren sich von Blut und sind nachtaktiv. Die Stiche können über einen längeren Zeitraum Rötungen, Juckreize und Schmerzen auslösen. In Einzelfällen kann es sogar zu Hautentzündungen und Sehstörungen kommen.

Die Tiere selbst bekommt man nur selten zu Gesicht. In befallenen Zimmern kann man jedoch einen charakteristisch süßlichen Geruch wahrnehmen. In diesem Fall hilft nur noch ein Fachmann zur Bekämpfung, sonst wird man die Tiere nie wieder los.

C wie Chemische Keule. Viele der ungeliebten Tiere können mit wenig Aufwand, natürlichen Geruchsstoffen in sogenannten Pheromonfallen und einigen Verhaltensregeln erfolgreich bekämpft werden.

Einige jedoch, wie die Bettwanzen, müssen mit chemischen Mitteln zur Strecke gebracht werden. Diese haben oftmals auch Auswirkungen auf Mensch und Haustier. Im Zweifelsfall weiß der Fachmann Bescheid.

D wie Dörrobstmotte. Diese Schmetterlinge sind auch unter dem Namen Vorrats- oder Hausmotte bekannt. Sie gehören zu den Vorratsschädlingen.

Ein Tier legt mehr als 200 Eier ab, die sich zu Larven und schließlich zu ausgewachsenen Tieren entwickeln. Zudem gibt es zwei Generationen pro Jahr. Die Vermehrung geht also rasend schnell.

Aus diesem Grund müssen alle befallenen Lebensmittel schnell entsorgt werden. Neu gekaufter Ersatz sollte in verschließbaren Gläsern oder Keramikbehältern gelagert werden.

E wie Essigfliege. Auch bekannt als Frucht-, Obst- oder Taufliege. Wer Obst liebt, kennt auch diese Tiere, die wirklich lästig sind und sich rasend schnell vermehren können.

In Deutschland sind etwa 50 verschiedene Arten bekannt. Die Tiere sind sogenannte Kulturfolger, die sich an menschliche Lebensgewohnheiten angepasst haben.

F wie Fliege. Die (Stuben-)Fliege liebt Gerüche von Kot und Lebensmitteln. Sie kann Krankheiten wie Kinderlähmung, Typhus oder Ruhr auf den Menschen übertragen und zählt deshalb zu den Hygieneschädlingen.

Stubenfliegen können sich im Alter von drei Tagen paaren. Bis zu 150 Eier legt das Weibchen in Stroh, Dung oder Lebensmitteln ab. Während des nur wenige Wochen dauernden Lebens kann das Weibchen bis zu sechs Mal Eier ablegen.

Echten Schutz bringen Fliegengitter vor den Fenstern. Sind die Insekten schon im Haus, können klebrige Fliegenfänger oder Fliegenklatschen helfen.

Der Gemeine Pelzkäfer ist ebenfalls ein Kulturfolger. Der bis zu sechs Millimeter große Käfer frisst an Textilien, Teppichen, Leder und Pelzen und ...

... kann so erheblichen Schaden anrichten.

H wie Hausstaubmilbe. Diese Art der Milben ernährt sich von Hautschuppen und Schimmelpilzen. Hausstaubmilben leben in Teppichen und Betten. Ihre Exkremente können Allergien auslösen.

Aus diesem Grund sollten Betten täglich ausgiebig gelüftet, Bettwäsche regelmäßig gewechselt und bei möglichst hohen Temperaturen gewaschen werden.

I wie Igitt. Dieses Gefühl entsteht, wenn in unseren Räumen besonders viele Ungezieferexemplare vorkommen.

J wie Jagen. Empfinden wir Ekel, wird unsere Gesundheit gefährdet. Nerven uns die Tiere, dann jagen und töten wir sie. Ein Koexistenz ist dann nicht mehr möglich.

Doch einige Ungezieferarten sollten nur durch Spezialisten gejagt werden.

K wie Kellerassel. Die Tiere können mehrere Jahre alt werden und leben vor allem unter Steinen und Holz. Die Asseln ernähren sich von abgestorbenen organischen Substanzen. Sie sind für den Menschen ungefährlich.

Da es die Tiere feucht mögen, kann sie nur eine Absenkung der Raumfeuchtigkeit durch regelmäßiges Lüften und eine Beseitigung von Isolationsschäden im Außenbereich vertreiben.

L wie Larve. Die meisten Ungeziefer-Insekten entwickeln sich über ein Larvenstadium. Das ist eine Zwischenform vom Ei zum erwachsenen Tier. Bei Insekten werden die Larven auch als Maden oder Raupen bezeichnet.

M wie Mehlwürmer oder Mehlkäfer. Als Mehlwürmer werden die Larven des Mehlkäfers bezeichnet.

Sie werden genau wie Heuschrecken gern zum Füttern von Reptilien, Vögeln und verschiedenen Jungtieren verwendet und können in Zoohandlungen gekauft werden.

Aus Mehlwürmern werden Mehlkäfer, die ebenfalls zu den Kulturfolgern gehören. Die Tiere fressen Mehl und andere Getreideprodukte. Die Tiere können den Zwergbandwurm auf uns Menschen übertragen.

N wie Nager. Damit sind in diesem Zusammenhang vor allem Mäuse und Ratten gemeint, die auch als Schadnager bezeichnet werden können.

Die Tiere werden am besten mit Fallen oder Gift in Ködern gefangen. Beides sollte so ausgelegt werden, dass es für Haustiere unerreichbar ist.

O wie Ohrenkneifer. Die Tiere werden so bezeichnet, weil sie von der Antike bis in die Neuzeit pulverisiert und als Mittel gegen Ohrenkrankheiten eingesetzt wurden.

Trotz aller Mythen und der gefährlich aussehenden Zangen am Hinterteil sind die Tiere vollkommen ungefährlich für den Menschen. Im Garten sind sie sogar nützlich. Sie fressen Blattläuse.

P wie Parkettkäfer. (Im Bild ein Verwandter des Parkettkäfers, der Braune Splintholzkäfer). Beim Parkettkäfer handelt es sich um einen Materialschädling, der trockenes Eichenholz als Nahrungsgrundlage bevorzugt.

Mit Holzschutzmittel behandeltes Parkett wird von dem Schädling verschont. Die Tiere können durch eine Heißluftbehandlung des Parketts oder durch Begasung getötet werden.

R wie Ratte. Diese Tiere sind besonders gefürchtet, weil sie eine Reihe von schweren Krankheiten übertragen können. Auch die Ratten gehören zu den Kulturfolgern.

Ratten sind sehr soziale Tiere. Sie leben in Rudeln von bis zu 50 Exemplaren. Sie können sich schnell vermehren und verbreiten. Durch das Nagen an Elektroanlagen und das Fressen von Vorräten können die Tiere großen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

S wie Silberfischchen. Die sehr agilen Tiere beginnen die Futtersuche in der Nacht. Sie fressen alles, was stärkehaltig ist, sogar Klebstoffe, Bucheinbände, Haare, Seide und Schimmelpilze.

Treten die Tiere gehäuft auf, kann das ein Hinweis auf Schimmelbefall in der Wohnung sein. Um die Anwesenheit der Tiere zu verhindern, sollten Räume trocken und wenn möglich kühl gehalten werden.

T wie Taube. Nicht die Tiere an sich, sondern ihr Kot verursacht jährlich an Gebäuden Schäden in Millionenhöhe. Zudem kann eine Taube verschiedene Krankheiten auf den Menschen übertragen.

Die Tiere werden vor allem mit Abwehrspitzen von Gebäuden ferngehalten. In einigen Städten werden die Tiere sogar mit Hilfe von Falken gejagt.

Nisten Tauben auch unter Ihrem Dach, sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

U wie Ungeziefer hatten wir bereits am Anfang besprochen. Leider fanden wir keine Vertreter für die Buchstaben V, X und Y.

W wie Wespe. Die Insekten leben in Staaten und bauen Nester. Sie mögen vor allem Süßes und sitzen deshalb oft auf Obst, Kuchen, Gebäck, Getränken oder Marmeladen.

Treten viele Tiere auf einmal auf, kann das Wespennest nicht weit sein. Da viele Wespenarten unter Naturschutz stehen, dürfen die Nester nicht selbst entfernt werden. Zudem besteht die Gefahr, von den Tieren gestochen zu werden, was zu erheblichen Schmerzen führen kann.

Nur ein Fachmann kann feststellen, um welche Wespenart es sich handelt und wie das Nest am besten entfernt werden kann.

Z wie Zecke. Die als Krankheitsüberträger gefürchteten Spinnentiere werden durch (Haus-)Tiere oder den Menschen selbst in die Wohnung geschleppt.

Hat sich eine Zecke erst einmal festgebissen, sollte sie so schnell wie möglich vollständig entfernt werden. Ein Zeckenstich ist eine ernstzunehmende Verletzung, die dokumentiert werden sollte. Betroffene, die unsicher sind, sollten einen Arzt aufsuchen.

Zecken können verschiedene Erreger in sich tragen, die unter Umständen tödlich für den Menschen sein können (Zeckenbiss mit einer Borrelioseinfektion).

Zecken können nicht bekämpft werden. Anti-Zeckenmittel, lange Hosen und Strümpfe sowie ein gründliches Absuchen von Mensch und Tier können in vielen Fällen verhindern, dass die Tiere mit ins Haus gelangen.

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