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Abschiebung abgelehnter Asylbewerber am Baden-Airport in Rheinmünster (Archivbild).
Abschiebung abgelehnter Asylbewerber am Baden-Airport in Rheinmünster (Archivbild).(Foto: picture alliance / Daniel Maurer)
Freitag, 02. Juni 2017

Schock für Familie aus Nepal: 14-Jährige aus Unterricht abgeschoben

In Duisburg kommt es zu einer weiteren dramatischen Abschiebung: Die 14-jährige Bivsi R. wird aus dem Unterricht geholt und muss mit ihrer Familie nach Nepal ausreisen. Ihr bleibt gerade noch Zeit, sich von ihren Freunden zu verabschieden.

Die dramatische Abschiebung eines 20-jährigen Afghanen aus Nürnberg sorgte zuletzt für bundesweite Schlagzeilen: Der junge Mann war von der Polizei aus der Berufsschule während des Unterrichts abgeholt worden. Ein ähnlicher Fall hatte sich bereits zu Wochenbeginn in Nordrhein-Westfalen ereignet.

Die 14-jährige Bivsi R. war am Montag während des Unterrichts an einem Duisburger Gymnasium von Mitarbeitern der Ausländerbehörde abgeholt und mit ihren Eltern nach Nepal abgeschoben worden. Die Familie wurde nach der Abholung zum Frankfurter Flughafen gebracht und dort der Bundespolizei übergeben, wie eine Sprecherin der Stadt Duisburg sagte.

Noch am Montagabend hätten die Eltern und ihre Tochter das Land mit einem Flieger verlassen. Zuvor hatten mehrere Medien über den Fall berichtet. "Es ist vor allem tragisch für das Kind, es ist verzweifelt in Nepal, wo es noch nie zuvor in seinem Leben war", sagt Jörg Gorenflo, Rechtsanwalt der Familie, gegenüber dem "WDR".

Die Schülerin wurde den Angaben zufolge in Deutschland geboren. Ein Lehrer habe sie am Montag aus der Klasse gebracht und im Lehrerzimmer über die Gründe der Abschiebung informiert, sagte die Sprecherin der Stadt Duisburg. Dort hatte sie demnach auch die Möglichkeit, sich von ihren Mitschülern zu verabschieden.

Falsche Angaben zur Identität

Nach Angaben der Sprecherin war die Aufenthaltserlaubnis der Familie Ende 2013 ausgelaufen. Die letzte Klage der Betroffenen gegen die Entscheidung wurde demnach im März 2016 abgewiesen, kurz danach lehnte auch die Härtefallkommission des Landes NRW einen Antrag ab. Erstmals sei der Asylantrag vor etwa 15 Jahren abgelehnt worden, sagte die Sprecherin. Danach ging der Fall durch alle Instanzen.

Laut "WDR" ist der Familie möglicherweise zum Verhängnis geworden, dass sie bei ihrer Einreise nach Deutschland falsche Angaben zu ihrer Identität gemacht hat. Das geht aus einem Schreiben des Anwalts der Familie an den Petitionsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags hervor. Dies hätte die Härtefallkommission womöglich von einem positiven Bescheid abgehalten.

So sei der echte Name der Mutter erst bei einer Hausdurchsuchung 2003 herausgekommen, bei der ihr richtiger Pass entdeckt wurde. Der Vater hatte schließlich im Jahr 2012 der Ausländerbehörde seinen richtigen Namen mitgeteilt. Im Jahr 1998 war er nach Deutschland eingereist.

Quelle: n-tv.de

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