Panorama

Airbus plant mehr Flugdaten in Echtzeit30 Tage Staatstrauer auf Komoren

03.07.2009, 10:10 Uhr

Nach dem Flugzeugabsturz vor der Küste seines Landes hat der Präsident der Komoren, Ahmed Abdallah Sambi, eine einmonatige Staatstrauer verhängt.

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Trauernde Angehörige auf den Komoren. (Foto: dpa)

"Unser Land ist seit heute für die Dauer von 30 Tagen in Trauer", sagte Sambi im komorischen Staatsfernsehen. In seiner Ansprache rief er die frühere Kolonialmacht Frankreich dazu auf, mit vereinten Kräften nach der Ursache für den Absturz der jemenitischen Passagiermaschine zu suchen. Das Flugzeug war in der Nacht zum Dienstag mit 153 Menschen an Bord im Indischen Ozean abgestürzt.

Die vermutlich einzige Überlebende, eine zwölfjährige Französin, war am Donnerstag nach Paris zurückgekehrt. Bahiya Bakari überlebte, weil es eine Rettungsweste trug und sich im Wasser an ein Wrackstück klammerte. Ihrem Vater hatte sie am Telefon gesagt, dass es Stimmen anderer Überlebender gehört habe, während es im Wasser trieb.

Yemenia stellt Flüge ein

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Der Präsident von Yemenia, Abdul-Khaliq al-Qadhi, ist in Erklärungsnot. (Foto: dpa)

Die umstrittene jemenitische Fluggesellschaft Yemenia stellte indes ihre Flüge von Marseille ein. Grund dafür seien die "schwerwiegenden Ereignisse und die gewaltsamen Aktionen der vergangenen Tage", teilte die Fluggesellschaft mit. Aufgebrachte Komorer hatten seit dem Absturz am Flughafen von Marseille gegen die Fluggesellschaft protestiert. Sie werfen Yemenia den Einsatz "fliegender Särge" auf den Anschlussflügen außerhalb Europas vor. Bei dem Absturz des 19 Jahre alten Airbusses in der Nacht zu Dienstag sind vermutlich 152 Menschen.

Airbus zieht Konsequenzen

Der Flugzeugbauer Airbus kündigte an, künftig aus seinen Maschinen mehr Flugdaten in Echtzeit an Kontrollzentren senden, um die Aufklärung von Abstürzen zu erleichtern. "Informationen über Unfälle sind äußerst wichtig, um die Flugsicherheit weiter zu verbessern", erklärte Airbus-Chef Thomas Enders am Donnerstagabend. Verschiedene Möglichkeiten, um schneller und verlässlicher an Flugdaten zu kommen, seien "grundsätzlich verfügbar". Airbus werde jetzt in einer Studie verschiedene Optionen testen, um eine marktfähige Lösung zu finden. Enders verwies darauf, dass Airbus schon Testflugzeuge einsetzt, die Daten in Echtzeit an Bodenstationen übertragen.

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Die gerette Bahiya, abgeschirmt von Ärzten. (Foto: AP)

Die Flugschreiber der Anfang Juni über dem Atlantik abgestürzten Air-France-Maschine sind bis heute nicht geortet. Da sie wahrscheinlich in tausenden Meter Tiefe auf dem Meeresgrund liegen, zweifeln Experten daran, dass sie jemals gefunden werden können. Auch bei der vor den Komoren abgestürzten Airbus-Maschine verlief die Suche nach den so genannten Black Boxes bisher ergebnislos. In ihnen werden einerseits die Flugdaten der Maschine gespeichert und andererseits die Stimmen im Cockpit aufgezeichnet.

Airbus verwies darauf, dass einige wenige Daten schon heute direkt aus dem Cockpit an Wartungszentren weitergeschickt würden. Bei diesem ACARS genannten System sei die Bandbreite zur Übertragung umfangreicherer Informationen aber zu gering.

Quelle: dpa/AFP