Mittwoch, 16. Dezember 2009
Gefährliche Ziegengrippe: 36.000 Tiere werden getötet
Nach dem Tod von sechs Menschen durch das von Tieren übertragene Queensland-Fieber müssen in den Niederlanden fast 36.000 Ziegen getötet werden. Mit dieser Anordnung weiten die Behörden den Kampf gegen die Ausbreitung der auch als Krim-Fieber und Ziegengrippe bekannten Infektionskrankheit erheblich aus.In bislang 55 Agrarbetrieben, in denen der Erreger nachgewiesen wurde, müssen nun alle trächtigen Ziegen getötet werden. Zuvor war bereits die Vernichtung von 20.000 erkrankten Tieren angeordnet worden. Die Entscheidung zur Tötung auch von noch gesunden trächtigen Ziegen sei nach Beratung mit Experten zum besseren vorbeugenden Schutz der Bevölkerung getroffen worden, erklärten Gesundheitsminister Ab Link und Agrarministerin Gerda Verburg.
Der Grund für die Tötung von trächtigen Tieren ist, dass der Erreger des Fiebers beim Geburtsvorgang freigesetzt wird. Experten in Deutschland gehen bislang davon aus, dass die Gefahr einer Ausbreitung des Queensland-Fiebers über die betroffenen Regionen im Süden der Niederlande hinaus gering ist.
Weihnachten ist Tötungspause
Die großangelegte Tiervernichtung soll auf den jeweiligen Bauernhöfen erfolgen, um zu verhindern, dass trächtige Ziegen noch während des Transports zum Schlachthaus ihre Jungen gebären und so den Erreger streuen. Während der Weihnachtstage wird die Tötungsaktion, die mit Giftspritzen erfolgt, unterbrochen.
Das über Ziegen, Schafe oder auch Zeckenkot übertragene Queensland-Fieber ist in den vergangenen Jahren in mehreren europäischen Ländern - auch in Deutschland - häufiger als früher aufgetreten. Der Erreger löst grippeähnliche Symptome aus. In schweren Fälle kann es zu Lungenentzündungen kommen.
In den Niederlanden ist die Zahl der Erkrankten im zurückliegenden Jahr auf 2300 gestiegen, sechs Patienten starben nach Komplikationen. Das Fieber wird von einem Bakterium (Coxiella burnetii) verursacht. Ansteckungen von Mensch zu Mensch gelten als extrem selten. Die Krankheit wurde erstmals 1937 bei Arbeitern in Schlachtbetrieben des australischen Bundesstaats Queensland diagnostiziert.
dpa
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