Tod einer AchtjährigenÄrzte sorgen sich um zwei Geschwister

Das am Ostersonntag verstorbene achtjährige Mädchen hatte ein schwaches Herz. Ursache dafür könnte ein Grippe-Virus gewesen sein. Zwei Geschwister werden jetzt von Spezialisten untersucht.
Nach dem Tod einer grippekranken Achtjährigen in Kevelaer sind zwei ebenfalls erkrankte jüngere Geschwister in eine Spezialklinik verlegt worden. Grund sei der schwere Krankheitsverlauf, bestätigte die Staatsanwaltschaft Essen Angaben der "Rheinischen Post".
Rechtsmediziner hatten bei dem achtjährigen Mädchen einen Schaden am Herzmuskel festgestellt. Dabei löst sich die quergestreifte Muskulatur (in der Regel Herz- und Skelettmuskulatur) auf. Ursache dafür könnte laut Staatsanwältin ein Grippe-Virus gewesen sein.
Laut Staatsanwaltschaft sei es wahrscheinlich, dass auch weitere Geschwister des Mädchens an der Krankheit leiden und will nun klären, ob Vorerkrankungen in der Familie zu den schweren Krankheitsverläufen führen. Die Polizei hatte am Dienstag gesagt, dass bei drei Geschwistern, die im Essener Krankenhaus behandelt werden, außerdem eine Influenza Typ B festgestellt wurde.
Der Zustand der beiden erkrankten Geschwister sei ernst, wie es heißt. Ein Bruder wird weiter in Essen behandelt. Zwei andere Geschwister sollen gemeinsam mit der Mutter das Krankenhaus in Geldern bereits verlassen haben.
Mysteriöse Symptome
Die Achtjährige war mit starken Grippesymptomen ins Krankenhaus nach Geldern eingeliefert worden. Als sich der Zustand verschlechterte, kam es in die Uniklinik nach Essen. Dort starb es Ostersonntag. Die Ärzte des Hospitals informierten die Polizei, die ein Todesermittlungsverfahren einleitete, um zu klären, woran das Kind gestorben ist.
Die Familie lebt in einem umgebauten Bunker auf einem ehemaligen Militärgelände. Bis 1974 hatten Briten auf dem Gelände Munitionsdepots, später dann die Bundeswehr. Einige der 325 Munitionsbunker wurden in Ferienhäuser umgewandelt, außerdem gibt es Restaurants und Spielplätze. Spezialkräfte der Feuerwehr hatten nach Auftreten der zunächst mysteriösen Symptome bei dem Mädchen umfangreiche Untersuchungen nach Giftstoffen vorgenommen. Eine Belastung des Wohnorts mit atomaren oder chemischen Stoffen wurde aber anhand von Proben schnell ausgeschlossen.