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Laut Brussels Airlines ging der Co-Pilot davon aus, dass die Flugkontrolle mit einer anderen Maschine Kontakt aufnehmen wollte.
Laut Brussels Airlines ging der Co-Pilot davon aus, dass die Flugkontrolle mit einer anderen Maschine Kontakt aufnehmen wollte.(Foto: REUTERS)

Militärflugzeug weckt Cockpit auf: Airbus-Piloten schlafen während Flug ein

Auf einem Flug von Lanzarote nach Brüssel antworten die Piloten eines belgischen Airbus mit rund 100 Passagieren nicht auf Anfragen der französischen Luftfahrtbehörde. Ein Jagdflugzeug wird losgeschickt - und weckt die Flugkapitäne im Cockpit auf.

Der Pilot eines Airbus A319 der belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines ist während eines Fluges von Spanien nach Belgien mit rund 100 Passagieren an Bord eingeschlafen. Nachdem auch der Co-Pilot auf Funkanfragen nicht reagierte, fing ein französisches Jagdflugzeug die Passagiermaschine ab. Dies berichtet die belgische Zeitung "Het Laatste Nieuws" in ihrer Online-Ausgabe.

Demnach habe sich der Vorfall bereits am 28. Juni ereignet, wurde aber erst jetzt öffentlich gemacht, nachdem die belgische Luftfahrtbehörde ihre ersten Untersuchungen abgeschlossen hat. Der Zeitung zufolge war das Flugzeug von der Kanareninsel Lanzarote auf dem Weg nach Brüssel. Da der Flug offenbar ohne Komplikationen verlief, entschied sich der Pilot über Frankreich dazu, ein Nickerchen zu machen und gab die Verantwortung über die Instrumente an seinen Co-Piloten ab.

Über der Stadt Nantes versuchte die französische Luftfahrtbehörde vergebens, Kontakt zu der Maschine aufzunehmen, wie Leutnant Loïc Tatard von Frankreichs Luftwaffe der Zeitung sagte. "Für ungefähr zehn Minuten versuchte der zuständige Fluglotse alles, um Kontakt zu den Piloten herzustellen. Ohne Antwort. Danach gingen die Alarmglocken an und wir schickten unverzüglich einen Abfangjäger zu dem 'verdächtigen' Fluggerät", so Tatard. Dies sei seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York das standardmäßige Vorgehen bei einem Kontaktverlust.

Co-Pilot angeblich ebenfalls eingedöst

Als der Abfangjäger den Airbus erreichte, kontrollierte der französische Pilot zunächst die Identität der Maschine anhand der Seriennummer auf dem Heck. Daraufhin näherte er sich dem Airbus, um einen Blick in das Cockpit werfen zu können. Durch das laute Geräusch und die Erschütterungen, die das sehr nahe heranfliegende Jagdflugzeug auslöste, kam dann plötzlich Bewegung in der Pilotenkanzel der Passagiermaschine auf. 

Über Handzeichen machte der Kampfpilot deutlich, dass er Kontakt mit dem Airbus aufnehmen wollte. Um sicher zu sein, dass nicht möglicherweise doch Terroristen die Kontrolle über das Flugzeug übernommen hatten, begleitete der Abfangjäger das Flugzeug noch, bis es den belgischen Luftraum erreicht hatte.

"Unsere Maschine hat den Flughafen Brüssel-Zaventem ohne Probleme erreicht", teilte eine Sprecherin von Brussels Airlines mit. Kurz danach wurde eine Untersuchung eingeleitet. Einer mit dem Vorgang vertrauten Quelle zufolge verdichteten sich daraufhin die Anzeichen, dass auch der Co-Pilot eingedöst war, schreibt "Het Laatste Nieuws". Brussels Airlines bestritt dies jedoch. "Der Co-Pilot antwortete nicht, da er dachte, dass die Flugkontrolle eine andere Maschine zu erreichen versuchte", so die Erklärung der Fluggesellschaft.

Quelle: n-tv.de

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