Panorama

Illegaler Waffenhandel mit AngolaAnklage gegen Ex-Minister

06.10.2008, 10:34 Uhr

Ein Innenminister, ein Milliardär und ein Präsidentensohn – die Liste der Angeklagten ist voller bekannter Gesichter. In Paris müssen sich 42 Personen wegen illegalen Waffenhandels vor Gericht verantworten.

Wegen Waffenhandels mit dem ölreichen Bürgerkriegsland Angola müssen sich mehrere französische Ex-Politiker und Geschäftsleute vor einem Pariser Gericht verantworten. Zu den 42 Angeklagten zählen der ehemalige Innenminister Charles Pasqua, der Milliardär Pierre Falcone und Jean-Christophe Mitterrand, Sohn des ehemaligen Präsidenten Franois Mitterrand.

Der Prozess ist auf fünf Monate angesetzt und verspricht, kompliziert zu werden. Den Angeklagten wird die Beteiligung an einem illegalen Waffenhandel im Umfang von etwa 790 Millionen Dollar mit Angola während des Bürgerkriegs in den 1990er Jahren vorgeworfen.

Die französische Regierung verwies kürzlich darauf, dass der Waffenhandel mit Angola kein Fall für französische Gerichte sei, weil die Waffen nicht über Frankreich transportiert worden seien. Seit einer Angolareise des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy im vergangenen Jahr haben sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern verbessert. Angola verfügt über bedeutende Ölvorkommen vor der Küste sowie Uran, das für den Betrieb von Atomkraftwerken benötigt wird.