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Im "Arriba" gibt es künftig Rutschzeiten speziell für Frauen.
Im "Arriba" gibt es künftig Rutschzeiten speziell für Frauen.(Foto: imago/Lars Berg)

Nach Sex-Attacken: "Arriba"-Bad probt Geschlechtertrennung

Was tun, wenn Männer im Hallenbad öfters Frauen sexuell bedrängen? Männer aussperren? Bereiche speziell für Frauen einrichten? Im Spaßbad "Arriba" gibt es nach den Übergriffen durch zwei Flüchtlinge nun jedenfalls ein neues Sicherheitskonzept.

Das Spaßbad "Arriba" im schleswig-holsteinischen Norderstedt hat nach den jüngsten sexuellen Übergriffen auf zwei Besucherinnen Konsequenzen gezogen: Ab sofort gibt es mehr Überwachungskameras, Sicherheitspersonal in Badehosen und spezielle Rutschzeiten für Frauen. Darüber berichtet der NDR.

Das Sicherheitspersonal im Schwimmbad soll demnach um drei Mitarbeiter verstärkt werden. Diese sollen sich künftig in Badehosen unter die Badegäste mischen. "Arriba" Center-Manager Ruud Swaen sagte dem NDR: "Die werden sich wie Badegäste benehmen. Die schwimmen hier durch die Gegend. Aber haben ein Auge auf gewisse Dinge oder beobachten dann Dinge, die einfach nicht gehen und dann kann man vorher schon eingreifen."

Außerdem sind bislang in dem Hallenbad 48 Überwachungskameras installiert. Die Zahl soll dem Bericht zufolge in den kommenden Wochen ebenfalls aufgestockt werden. Auch sollen Schilder mit Piktogrammen aufgehängt werden. Sie sollen jedem deutlich machen, dass kein Badegast gegen seinen Willen angefasst werden darf. Ferner will das "Arriba" spezielle Rutschzeiten testen: für Kinder, Jugendliche und Frauen.

Vorfälle im "Arriba" hatten sich gehäuft

Mit Hilfe des neuen Sicherheitskonzeptes sollen in Zukunft Vorfälle wie am vergangenen Sonntag verhindert werden. Zwei Flüchtlinge aus Afghanistan sollen zwei junge Frauen sexuell genötigt haben. Die beiden Männer im Alter von 14 und 34 Jahren sollen die Opfer, eine 14- und eine 18-Jährige, an der Wasserrutsche massiv bedrängt haben. Der Haftrichter stufte den Fall als so schwerwiegend ein, dass gegen die beiden Afghanen Haftbefehl erlassen wurde.

Dies war nicht der erste Vorfall an der Wasserrutsche im "Arriba": Vor zwei Jahren hatten junge Männer in einer dunklen Kurve der Rutsche eine Blockade aus Schwimmreifen errichtet und fünf Mädchen belästigt und begrapscht. Die Opfer waren damals 15 und 17 Jahre alt. 2010 hatte es einen ähnlichen Fall gegeben: Damals wurde ein 39-jähriger Afghane zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

Quelle: n-tv.de

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