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Dienstag, 03. Oktober 2017

Polizei durchsucht Privathäuser: Attentäter hortete Waffen und Sprengstoff

Als die Polizei das Hotelzimmer in Las Vegas stürmt, von dem Stephen Paddock auf hunderte Menschen gefeuert hat, ist er bereits tot. Die Durchsuchung seiner Privathäuser gibt allerdings mehr Aufschluss. Und auch Paddocks Bruder berichtet.

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Ermittler und Verwandte haben neue Details zu dem Todesschützen von Las Vegas öffentlich gemacht. Bei einer Razzia in einem der Privathäuser des 64-jährigen Stephen Paddock in der Stadt Mesquite im Bundesstaat Nevada seien Sprengstoffe, Schusswaffen und Munition sichergestellt worden, sagte der zuständige Sheriff in Las Vegas. Das zweite Privathaus des Mannes in der Stadt Reno solle ebenfalls durchsucht werden.

Hinweise auf Verbindungen zur Dschihadistenmiliz IS, welche die Tat für sich reklamierte, seien nicht gefunden worden, erklärte der Sheriff weiter. In Paddocks Haus in Mesquite, etwa 145 Kilometer von Las Vegas entfernt, seien aber 18 Schusswaffen, tausende Schuss Munition sowie die Sprengstoffe Tannerit und Ammoniumnitrat sichergestellt worden.In dem Hotelzimmer in Las Vegas, von dem aus Paddock auf die Besucher eines Freiluftkonzerts schoss, hatten Ermittler bereits 16 Schusswaffen entdeckt.

Währenddessen ist die Zahl der Todesopfer von 58 auf 59 gestiegen. 527 weitere Menschen wurden verletzt. Nach Angaben einer Sprecherin der Universitätsklinik von Las Vegas befinden sich derzeit noch wenigstens ein Dutzend Personen in kritischem Zustand.

Unauffälliger und wohlhabender Mann

Die Motive des Schützen, der sich nach der Tat das Leben nahm, sind dabei weiterhin völlig unklar. Sein Bruder Eric schilderte ihn in US-Medien als unauffälligen und wohlhabenden Mann. "Er hatte wahrscheinlich nicht mal einen Strafzettel", sagte Eric Paddock. Allerdings habe sich Stephen Paddock einer starken Spielleidenschaft hingegeben und oftmals tausende Dollar beim Glücksspiel eingesetzt. "Er hat mir einmal eine SMS geschickt und geschrieben, dass er 250.000 Dollar im Casino gewonnen hat", berichtete Eric Paddock. Der Schütze hinterlässt zwei Privathäuser im Bundesstaat Nevada. Immobilienexperten schätzten deren Wert auf mindestens 700.000 Dollar (knapp 600.000 Euro).

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei Paddock um einen Einzeltäter, einen sogenannten "einsamen Wolf", handelte. Er hatte sich ein Zimmer im 32. Stock des "Mandalay Bay"-Hotels in Las Vegas gemietet, von dem aus er minutenlang ein Freiluftgelände unter Feuer nahm, auf dem sich etwa 22.000 Menschen zu Abschluss des Country-Festivals "Route 91 Harvest" befanden. Bevor ein Sondereinsatzkommando sein Zimmer stürmte, tötete sich der 64-Jährige selbst.

Das Attentat ist das größte Massaker mit einer Schusswaffe in der Geschichte der USA. Es löst dort eine neue Debatte über das Waffenrecht aus. Politiker der oppositionellen Demokraten erneuerten Forderungen nach strengeren Gesetzen. Aus dem Lager der Republikaner von US-Präsident Donald Trump war allerdings keine Unterstützung zu erkennen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Kongress eine Verschärfung beschließen wird. Eine Sprecherin von Trump bezeichnete eine Debatte über das Waffenrecht als verfrüht. Trump will am Mittwoch nach Las Vegas reisen, um Opfer, Angehörige und Ersthelfer zu treffen.

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Quelle: n-tv.de

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