Panorama

Rohr wird herabgelassenBP startet neuen Versuch

14.05.2010, 07:58 Uhr
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Die Nationalgarde bringt Sandsäcke an die Küste. (Foto: dpa)

Bisher hat nichts hingehauen: Weiterhin strömt Öl aus dem Leck vor der US-Küste am Golf von Mexiko. Möglicherweise gelingt der Plan, ein neues Ventil anzubringen.

Im Golf von Mexiko wird ein neuer Versuch gestartet, die Ölpest in den Griff zu bekommen. Experten wollen auf dem abgerissenen Steigrohr in 1500 Meter Tiefe ein Ventil anbringen und ein zweites Rohr einzuführen, um das ausströmende Öl abzupumpen. Dieser Versuch sollte in der Nacht zum Freitag beginnen, sagte ein BP-Sprecher im Krisenzentrum in Mobile.

Nähere Einzelheiten nannte er nicht. "Wir haben keinen genauen Zeitplan." Unklar sei auch, wie lange die Operation dauern werde. Bei einem Scheitern wollen die Experten zu einer anderen Option greifen: Dabei soll ein Stahlzylinder über das größte Leck gestülpt werden, der das Öl auffangen soll. Von dort solle es dann ebenfalls auf ein Schiff abgepumpt werden.

Ein Anwalt der Opfer erwartet indes von BP. "Das wird am Ende wahrscheinlich die höchste Schadensersatzzahlung sein, die es je in den USA gegeben hat - wenn nicht sogar die höchste weltweit", sagte Frederick T. Kuykendall n-tv.de. "Das hängt natürlich davon ab, ob und wo Öl an Land gelangt, wer alles betroffen sein wird und ob es BP gelingt, das Auslaufen bald zu stoppen." Insgesamt rechnet Kuykendall mit einer Summe zwischen 20 bis 50 Milliarden US-Dollar.

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Das Öl strömt unaufhörlich aus dem Leck in der Tiefe. (Foto: Reuters)

Zugleich warf er BP und dem Betreiber der Ölplattorm, Transocean, Fahrlässigkeit vor. Mit einer Sicherheitsvorrichtung hätte die Katastrophe vermieden werden können, aber die beiden Unternehmen bewerteten Profit höher als Sicherheit.

Riesiger Ölfilm

Nach dem Sinken der Bohrinsel "Deepwater Horizon" vor drei Wochen strömen täglich etwa 700 Tonnen Rohöl aus zwei Lecks ins Meer. Die Bohrinsel lag rund 70 Kilometer von der US-Küste entfernt. Bisher waren alle Versuche gescheitert, das Leck zu schließen.

Vor der Küste Louisianas treibt ein riesiger Ölfilm, der unter anderen das Mississippi-Delta und das ökologisch empfindliche Marschland bedroht. Die Verantwortlichen gaben sich aber erstmals optimistisch, dass eine der Optionen in Kürze erfolgreich sein könnte.

Quelle: ghö/dpa