Donnerstag, 28. Januar 2010
70 Millionen nach Chaos in Berlin: Bahn entschädigt S-Bahn-Kunden
Um die Überprüfung der S-Bahn-Wagen voranzutreiben, hat die Bahn bereits stillgelegte Werkstätten wie die in Berlin-Friedrichsfelde wieder geöffnet.
(Foto: dpa)
Wegen der monatelang anhaltenden Pannen und Verspätungen bei der Berliner S-Bahn gibt es für Fahrgäste weitere Entschädigungen im Wert von 70 Millionen Euro. Das teilte die Deutsche Bahn nach einem Treffen ihres Vorstandschefs Rüdiger Grube mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit mit.
Unter anderem fahren demnach Inhaber von Abo- und Jahreskarten sowie Studenten der Universitäten in Berlin, Potsdam und Wildau mit Semestertickets zwei Monate kostenlos. Welche Monate dies sind, steht noch nicht fest. Zudem sollen an mehreren Wochenenden Einzeltickets den ganzen Tag über gelten.
Die zusätzlichen Entschädigungen seien ein Ausgleich dafür, dass es noch bis Ende 2010 Beeinträchtigungen geben werde, teilte die Bahn mit. Die Verfügbarkeit der Fahrzeuge solle im Jahresverlauf in sechs Schritten von derzeit 634 auf rund 1000 Wagen erhöht werden. Dies bedeute, dass es bis Jahresende einen fahrplanmäßigen Betrieb auf allen Linien geben solle, aber noch nicht in vollen Wagenlängen.
Kosten von über 200 Millionen Euro
Grube bezifferte den Schaden für die Konzerntochter S-Bahn auf bisher rund 156 Millionen Euro. Hinzu kämen die nun angekündigten Entschädigungen und Vertragszahlungen, die die Länder einbehalten dürften. Wegen Schwierigkeiten mit Rädern und Wartungsmängeln an Bremsen kann die S-Bahn seit Mitte 2009 nur ein Rumpfangebot fahren.
Wegen des Technikdesasters hatte die S-Bahn bereits 2009 Entschädigungen im Volumen von 35 Millionen Euro geleistet. Unter anderem konnten Stammkunden im Dezember kostenlos fahren.
dpa
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