Panorama

20 Milliarden Kubikmeter WasserBangkok muss mit Fluten leben

23.10.2011, 17:26 Uhr
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Dauerhafter Ausnahmezustand: Bangkok wird die Fluten nicht los. (Foto: REUTERS)

Noch Wochen wird das Hochwasser Thailands Hauptstadt Bangkok bedrohen. Das macht Regierungschefin Yingluck deutlich. Sie verspricht Lebensmittelhilfen und ruft die Bevölkerung zum Durchhalten auf. 20 Milliarden Kubikmeter Wasser überschwemmen derzeit Thailand - und Bangkok liegt auf dem Weg zum Meer.

Angesichts des historischen Hochwassers in Thailand hat Regierungschefin Yingluck Shinawatra die Bevölkerung Bangkoks auf einen langen Kampf gegen die Fluten vorbereitet. Es könne sechs Wochen dauern, bis die Fluten sich zurückzögen. Die Regierung sicherte die Einrichtung eines Zentrums zur Verteilung von Lebensmitteln zu, nachdem viele Supermärkte bereits leergekauft wurden.

Das Hochwasser könnte in einigen Stadtvierteln einen Stand von einem Meter erreichen, sagte Yingluck. Derzeit wird versucht, das Wasser durch Schleusen und Kanäle aus der Stadt zu leiten. Es gebe allerdings verschiedene Faktoren, "die wir nicht kontrollieren können", sagte die Ministerpräsidentin. Die Wassermassen kommen aus zwei Richtungen in die Hauptstadt. Im Norden Bangkoks wurden zudem erstmals giftige Substanzen in den Fluten festgestellt, deren Ursache jetzt von Experten untersucht wird.

Auf dem Weg zum Meer

Ursprünglich hatte die Regierung die Hauptstadt unbedingt vor den Fluten schützen wollen. Wegen des zunehmenden Drucks der Wassermassen aus dem Norden des Landes auf Bangkoks Dämme und Schutzmauern hatte Yingluck am Donnerstag aber angeordnet, alle Schleusentore zu öffnen. Dadurch soll das Hochwasser schneller in Richtung Meer abfließen.

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Geistlicher Schutz: Mönchen errichten eine Barrikade aus Sandsäcken, um ihren Tempel zu schützen. (Foto: dpa)

20 Milliarden Kubikmeter Wasser müssen aus den Überschwemmungsgebieten in Zentralthailand in den Golf von Thailand abfließen. Bangkok liegt genau dazwischen. Bis zur Mündung des Chao Phraya im Golf von Thailand sind es rund 35 Kilometer.

Am Freitag hatte das Hochwasser bereits erste Stadtviertel im Norden Bangkoks erreicht. Mehr als tausend Menschen wurden aus den Stadtteilen Don Mueang und Lak Si in Sicherheit gebracht, wo der Wasserpegel in den Straßen auf bis zu 70 Zentimeter stieg. Nun verstärkte die Armee die Schutzwälle am Chao-Phraya-Fluss. 3000 Bewohner des Ufers wurden aufgefordert, Schutz in Notunterkünften zu suchen.

Lebensmittel werden gehortet

Das Stadtzentrum blieb nach einem sonnigen Wochenende zunächst noch trocken. Bewohner und Sicherheitskräfte hatten sich zuvor mit Sandsäcken auf die nahende Flut vorbereitet. Die Menschen versorgten sich mit Vorräten an Trinkwasser, Kaffee und Grundnahrungsmitteln. Yingluck rief die Menschen auf, nicht in Panik zu geraten und keine Lebensmittel zu horten. Sie versicherte, Armee und Polizei würden die überschwemmten Gebiete versorgen.

Angesichts zahlreicher leergekaufter Supermärkte kündigte die Regierung die Einrichtung einer zentralen Verteilungsstelle an, um den von der Versorgung abgeschnittenen Supermärkten den Zugang zu Lebensmitteln zu ermöglichen. Zudem würden die Produkte in bestimmte Stadtteile geliefert, sagte Vize-Regierungschef Kittirat Na Ranong. Strom- und Wasserversorger sowie andere wichtige Gebäude würden besonders geschützt.

Thailand erlebt seit mehr als zwei Monaten die heftigsten Regenfälle und Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Ein Drittel der Provinzen steht teilweise unter Wasser. 356 Menschen sind nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde ums Leben gekommen. 2,5 Millionen Menschen sind betroffen. 720.000 Menschen seien wegen der Überschwemmungen erkrankt, sagte der Gesundheitsminister. Sieben Industrieparks mit Hunderten Fabriken und mehr als 400.000 Angestellten sind überschwemmt.

Quelle: dpa/AFP