Licht aus - das Chaos droht"Bedenken sind unglaubwürdig"
Greenpeace hat die Befürchtung von RWE, die für Samstagabend geplante Klimaschutzaktion "Licht aus!" könnte zu einem europaweiten Stromausfall führen, als unglaubwürdig zurückgewiesen.
Greenpeace hat die Befürchtung des Stromerzeugers RWE, die für Samstagabend geplante Klimaschutzaktion "Licht aus!" könnte zu einem europaweiten Stromausfall führen, als unglaubwürdig zurückgewiesen.
"Solche Aktionen gab es bereits in Frankreich, San Francisco und Sydney. Nie ist das Stromnetz zusammengebrochen", sagte Greenpeace-Energieexpertin Cornelia Deppe-Burghardt gegenüber n-tv.de. In Frankreich hätten vor rund einem Jahr drei Millionen Haushalte mitgemacht.
Die "Welt" hatte RWE-Sprecher Klaus Kleinekorte mit den Worten zitiert, wenn zu viele Menschen bei der Aktion mitmachten, "drohen ernste Gefahren für das gesamte europäische Stromnetz". Nach seiner Darstellung müssten Erzeugung und Verbrauch im Stromnetz permanent im Gleichgewicht gehalten werden.
"Die Bundesnetzagentur hat uns gegenüber solche Bedenken nicht geäußert", betonte Deppe-Burghardt. Greenpeace habe die vier großen deutschen Energieversorger - darunter RWE - am 19. November über die geplante Aktion informiert. Eine Reaktion habe es nicht gegeben.
Das Problem sei, dass die vier großen Energieversorger in Deutschland auch für die Netzsicherheit zuständig seien. Gleichzeitig wollten sie auch ihre Kraftwerke auslasten. "Hätte ein unabhängiger Netzbetreiber eine solche Warnung ausgesprochen, wäre dies sicherlich glaubwürdiger", so die Greenpeace-Expertin.
Auch bei der Bundesnetzagentur scheinen sich die Bedenken in Grenzen zu halten. "Für die Systemsicherheit sind die Netzbetreiber verantwortlich, sagte Pressesprecher Rudolf Boll gegenüber n-tv.de. "Wir haben keine Erkenntnisse, dass sie diese Aufgabe nicht ernst nehmen würden."
Umweltschutz-Organisationen, darunter Greenpeace, haben an die Bürger in Deutschland, Österreich und der Schweiz appelliert, am 8. Dezember anlässlich des "Weltklimatages" um 20.00 Uhr für fünf Minuten das Licht auszuschalten. Auch mehrere Medien unterstützen die Aktion und haben zur Teilnahme aufgerufen.