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Berichte über psychische Probleme: Behörde bestätigt Krankheit des Copiloten

Noch ist unklar, warum Andreas Lubitz Flug 4U9525 abstürzen ließ. Das Luftfahrtbundesamt bestätigt, dass sich der Copilot regelmäßigen Kontrollen beim Arzt unterziehen musste. Ob es dabei um psychische Probleme ging, sei aber unklar.

Der Copilot des abgestürzten Germanwings-Airbus hatte nach Angaben des Luftfahrtbundesamtes einen sogenannten SIC-Hinweis in den Unterlagen. Das bedeutet, dass er sich "besonders regelhaften medizinischen Untersuchungen" unterziehen musste. Ein Behördensprecher konnte aber nicht sagen, ob es dabei um eine psychische Erkrankung ging, wie Medien berichtet hatten.

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Das Motiv des Copiloten, der den Airbus mit 150 Menschen an Bord nach Angaben der französischen Staatsanwaltschaft bewusst zum Absturz gebracht haben soll, bleibe offen. "Wir haben eine Pilotenlizenz und ein Tauglichkeitszeugnis", sagte ein Sprecher des Bundesamtes. "Da gibt es den Hinweis SIC." Zuletzt sei der entsprechende Vermerk im Juli 2014 ins Tauglichkeitszeugnis des Copiloten gesetzt worden. Was sich hinter dem Vermerk verberge, gehe aus den Unterlagen aus Gründen des Datenschutzes nicht hervor. "Das liegt dann voll und ganz in der Verantwortung des Mediziners", sagte der Sprecher. Dieser müsse ein zugelassener Flugmediziner sein.

Ermittler untersuchen unterdessen weiter umfangreiches Material, das sie bei Durchsuchungen in Düsseldorf und Montabaur beschlagnahmt hatten. "Wir haben verschiedene Dinge mitgenommen, und die werten wir jetzt aus", sagte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf. Ob das letztlich den Beweis für die Hintergründe des Flugzeugabsturzes erbringen werde, "muss sich zeigen".

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Bislang gebe es keine Planungen, im Laufe des Tages über den Stand der Ermittlungen zu berichten, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Staatsanwaltschaft Düsseldorf, die in Deutschland die Ermittlungen in dem Fall führt, hat bereits erklärt, die Auswertung der Beweismittel werde einige Zeit in Anspruch nehmen.

Berichte über Vorerkrankung

Über mögliche Motive des Copiloten wird weiter spekuliert. Mehrere Medien berichten über eine mögliche depressive Erkrankung bei ihm. Weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft wollten sich zu einem Bericht von "Spiegel Online" äußern, wonach in der Düsseldorfer Wohnung Hinweise auf eine psychische Erkrankung des 27-Jährigen gefunden worden seien. "Wir machen keine Zwischenangaben zum Stand der Ermittlungen", erklärte die Staatsanwaltschaft.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung befand sich der Mann vor sechs Jahren insgesamt eineinhalb Jahre in psychiatrischer Behandlung. Er sei in seinen Flugschulkursen mehrfach wegen Depressionen zurückgestuft worden. Bei Abschluss seiner Ausbildung 2009 wurde dem Bericht zufolge eine "abgeklungene schwere depressive Episode" diagnostiziert.

Gauck besucht Gottesdienst in Haltern

In Haltern am See hat unterdessen der große Gedenkgottesdienst für die 18 Opfer des Absturzes aus der westfälischen Kleinstadt begonnen. Die 16 Schüler und zwei Lehrerinnen stammten aus dem örtlichen Gymnasium. Auch Bundespräsident Jochachim Gauck und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft nehmen daran teil.

In Berlin gedachte der Bundesrat zu Beginn seiner Sitzung in Berlin der 150 Opfer des Flugzeugabsturzes. Bundesratspräsident Volker Bouffier (CDU) sagte, angesichts der Tragödie seien alle zutiefst betroffen und erschüttert. Der Bundesrat gedenke der Toten und trauere mit den Angehörigen und Freunden. Solche Verluste "ändern buchstäblich alles". Man könne den Schmerz der betroffenen Menschen nicht lindern, aber man sei in Gedanken bei ihnen. Zugleich dankte Bouffier den Helfern bei der Bergung der Opfer und der Aufklärung der Vorgänge in der Germanwings-Maschine.

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Quelle: n-tv.de

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