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"Ärzte ohne Grenzen" kämpfen in Liberia gegen das Ebola-Virus.
"Ärzte ohne Grenzen" kämpfen in Liberia gegen das Ebola-Virus.(Foto: AP)

Ebola-Verdacht in Krankenhaus: Belgien isoliert Jugendlichen

In Liberia nehmen Bewohner einer Armensiedlung Ebola-Kranke mit nach Hause - es besteht Infektionsgefahr. In Belgien wird ein Jugendlicher ins Krankenhaus eingeliefert und isoliert. Auch er könnte unter der tödlichen Krankheit leiden.

Wegen Ebola-Verdachts hat ein Krankenhaus im belgischen Ostende einen 13 Jahre alten Jugendlichen isoliert. Der aus dem westafrikanischen Guinea stammende Junge war am Sonntag mit starkem Fieber eingeliefert worden, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Das Krankenhaus AZ Damiaan schließe eine Ebola-Infektion nicht aus. Innerhalb der nächsten zwei Tage werde sich zeigen, ob das Fieber wieder zurückgehe. Die Ebola-Epidemie hat in Westafrika bereits 1100 Todesopfer gefordert.

In Liberia berichtete die örtliche Zeitung "Front Page Africa", das Bewohner der Armensiedlung West Point in der Hauptstadt Monrovia Kranke am Samstag zur weiteren Versorgung mit nach Hause genommen hatten. Die Patienten könnten nun weitere Menschen in dem dicht besiedelten Slum mit der Virus-Krankheit infizieren.

Viele Menschen in Monrovia werfen der Regierung vor, die Patienten nicht ausreichend zu versorgen. So berichtete eine Frau der Zeitung "Front Page Africa", ihr kranker Mann habe trotz Anrufen bei verschiedenen Stellen tagelang keine Hilfe bekommen, bis er gestorben sei. In dem Slum nahe des Zentrums der Hauptstadt leben etwa 75.000 Menschen.

Am vorigen Donnerstag hatte das Gesundheitsministerium angekündigt, das Areal unter Quarantäne zu stellen. Am Samstag hatte dann eine aufgebrachte Menge das Krankenhaus gestürmt und geplündert. Die Situation in der Siedlung war Augenzeugen zufolge chaotisch: "Während ich spreche, ist die Polizeistation menschenleer. In West Point gibt es im Moment keine Sicherheit", zitierte "Front Page Africa" den Bewohner Moses Teah.

Quelle: n-tv.de

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