Panorama

Deutschland behält GrabungslizenzBerliner Sphinx jetzt in der Türkei

28.11.2011, 11:03 Uhr
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Die beiden Sphingen von Hattuscha waren bislang in Berlin im Pergamonmuseum zu sehen, jetzt werden sie durch Gipskopien ersetzt. (Foto: picture alliance / dpa)

Der Streit um die beiden Sphingen von Hattuscha dauerte zwar nicht 3500 Jahre - so alt sind die Skulpturen -, aber doch recht lange. Nun sind beide Stücke aus Deutschland wieder auf dem Gelände der früheren hethitischen Reichshauptstadt Hattuscha zu sehen. Die Gegend wird von deutschen Archäologen erforscht.

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Der Kopf der ersten zurückgegebenen Sphinx von Hattuscha stand lange im Pergamonmuseum. (Foto: dapd)

Eine mehrere tausend Jahre alte Steinskulptur der Hethiter ist nach ihrer Rückgabe durch die Bundesrepublik an die Türkei in ihre zentralanatolische Heimat zurückgekehrt. Nach türkischen Presseberichten wird die hethitische Sphinx seit dem Wochenende im Museum von Bogazköy östlich von Ankara ausgestellt. In Bogazköy befindet sich das Gelände der früheren hethitischen Reichshauptstadt Hattuscha, das von deutschen Archäologen erforscht wird.

Anfang des 20. Jahrhunderts hatten deutsche Forscher zwei Sphinx-Figuren entdeckt, die ein Stadttor der Hethiter-Hauptstadt bewachten. Sie nahmen die Skulpturen mit nach Berlin; eine Sphinx wurde nach einigen Jahren an die Türkei zurückgegeben, die andere blieb in Deutschland. Zu Beginn dieses Jahres drohte der türkische Kulturminister Ertugrul Günay mit dem Entzug der deutschen Grabungslizenz in Hattuscha, falls die zweite Sphinx nicht auch zurückgegeben werde. Daraufhin wurde die Sphinx im Sommer an die Türkei geschickt. Laut Presseberichten erhielt die Türkei in diesem Jahr insgesamt 1900 Kulturgüter aus dem Ausland zurück, darunter viele antike Münzen.

Quelle: AFP