Montag, 25. Juli 2011
Von wegen "Out of Africa": Birma sieht sich als Ursprung
Die ersten Menschen gab es im heutigen Afrika, von dort breiteten sie sich über die ganze Welt aus. So die weitgehend akzeptierte Theorie über den Ursprung der Gattung "Homo". In Birma sind Forscher davon überzeugt, dass das nicht stimmt. Als Beweis dienen Fossilien.Birma ist zumindest nach der Überzeugung seiner Regierung die Wiege der Menschheit - das hätten neue Laboranalysen von Fossilien bewiesen, sagt Kulturminister Kyaw Hsan. "Nach Labortests und Analysen internationaler Organisationen ist der Konsens erreicht worden, dass die in Pontaung gefundenen Primatenfossilien rund 40 Millionen Jahre alt sind und damit älter als die Primatenfossilien, die in Afrika entdeckt worden", schrieb das Staatsorgan "Neues Licht von Birma".
Damit erkenne die Welt an, dass Birma "der Ursprung der Welt" sei, sagte der Minister nach Angaben der Zeitung. Details zu den neuen Untersuchungen oder Angaben zu den beteiligten ausländischen Organisationen machte das abgeschottete Regime nicht.
Fund von 1979
Bei den Fossilien handelt es sich um 1979 bei Pontaung westlich von Mandalay entdeckte Fragmente. Forscher debattieren seit Jahren, ob es sich dabei um Überreste der Urahnen von Affen und Menschen handeln könnte. Viele halten die Fragmente aber für zu klein, um definitive Angaben machen zu können.
Die derzeit weitgehend akzeptierte "Out of Africa"-Theorie besagt, dass sich der moderne Mensch, also die Gattung "Homo", in Afrika entwickelte und von dort aus über den Rest der Welt ausbreitete.
In Deutschland hatten Forscher 2009 das sensationelle Primaten-Fossil "Ida" vorgestellt, das in der Grube Messel bei Darmstadt gefunden worden war und auf 47 Millionen Jahre geschätzt wird. 2008 beschrieben US-amerikanische und indische Forscher in der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" Fossilien aus einer Tagebaumine in Indien, die zu den Anthropoiden, der Primatenlinie, gehören und mehr als 50 Millionen Jahre alt sein sollen.
dpa
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