Panorama

Bayerns braunstes Bier: Brauerei nimmt "Grenzzaun Halbe" zurück

Als "Deutschlands braunstes Bier" und "Nazibier" stand die "Grenzzaun Halbe" in den vergangenen Tagen massiv in der Kritik. Jetzt räumt die bayerische Röhrl-Brauerei das Bier wieder aus den Regalen - Fehler räumt sie aber nicht ein.

Immer wieder versuchen Firmen, Profit aus der Flüchtlingskrise zu schlagen. Das ist nicht neu, aber ärgerlich und geschmacklos. Eine bayerische Brauerei verkaufte ihre neueste Biersorte unter dem Namen "Grenzzaun Halbe". Die Flasche für 88 Cent sollte ausgerechnet bis zum 9. November haltbar sein, eine Zahl und ein Datum, die in rechtsradikalen Kreisen besondere Bedeutung haben. Nun nimmt die Brauerei Röhrl das Bier vom Markt. "Mit sofortiger Wirkung", wie in einer Stellungnahme der Brauerei zu lesen ist.

Als "Deutschlands braunstes Bier" und "Nazibier" stand die "Grenzzaun Halbe" in den vergangenen Tagen massiv in der Kritik. Das Studentenwerk Niederbayern-Oberpfalz sprach sich dafür aus, keine Getränke der Brauerei mehr zu kaufen. Der Exklusivvertrag soll im kommenden Juni nicht verlängert werden.

Das Unternehmen selbst zeigte sich überrascht und wies die Kritik vehement zurück. Mit Rechtsradikalismus habe man nichts zu tun. "Die Idee dieses Bieres ist, zu erinnern, dass wir Bayern Werte und Traditionen haben, die genauso schützenswert sind, wie die Menschen auf der Flucht vor Krieg", schreibt die Brauerei mit freundlichen Grüßen.

Aber da man das Produkt "in die rechte Ecke" stelle, sei das die einzig richtige Entscheidung. "Mit unserem Bier haben wir Gefühle verletzt, dies war nicht unsere Absicht. Hiermit entschuldigen wir uns in aller Form", heißt es weiter.

Alles nur ein Missverständnis

Die Straubinger "Grenzzaun Halbe" stand seit vergangenem Dienstag in ausgewählten Getränkemärkten. Nicht nur der Name hatte massive Kritik ausgelöst, auch der Preis von 88 Cent. Die Zahl 88 steht in rechtsradikalen Kreisen für den Hitlergruß.

Am Montag beteuerte der Geschäftsführer der Röhrl-Brauerei, Frank Sillner, alles sei ein Riesenmissverständnis. Das Haltbarkeitsdatum werde am Abfülltag automatisch bestimmt. Und bei untergärigen Bieren betrage es nun einmal acht Monate. Wofür die 88 stehe, will Sillner erst durch die Kritik erfahren haben. Er sei nicht rechtsradikal und der Zusammenhang von anonymen Hetzern konstruiert worden.

"Wir haben nichts gegen Flüchtlinge", betonte Sillner. Man distanziere sich von den "absurden Unterstellungen". Als Appell an die große Politik, Bayerns Identität zu wahren, wollte Sillner das Bier verstanden wissen. Beworben wurde die "Grenzzaun Halbe" mit dem Slogan "Bier braucht Heimat". Auf der Rückseite des Etiketts stand: "Beschützen - Verteidigen - Bewahren".

Quelle: n-tv.de

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