Panorama
Lukas Podolski hat es auf die rechte Website Breitbart geschafft.
Lukas Podolski hat es auf die rechte Website Breitbart geschafft.(Foto: Screenshot Breitbart.com)
Sonntag, 20. August 2017

Unglückliches Symbolfoto: Breitbart macht Podolski zum Flüchtling

Das rechte Portal Breitbart sieht sich in einer Nachricht der Agentur AFP in seinem Weltbild bestätigt: Schlepper bringen illegale Einwanderer per Jet-Ski von Marokko nach Spanien. So weit, so verständlich. Bloß was hat Lukas Podolski mit der Geschichte zu tun?

Die rechte Nachrichtenseite Breitbart beweist einen kreativen Umgang mit der Bebilderung von Meldungen: Das Portal, für das neuerdings Trumps Ex-Berater Stephen Bannon wieder verantwortlich ist, zeigt ein Foto von Fußball-Star Lukas Podolski gemeinsam mit einem dunkelhaarigen Mann auf einem Jet-Ski. Die Schlagzeile dazu lautet: "Spanische Polizei nimmt Bande von Flüchtlingsschleppern auf Jet-Skis hoch".

In der Meldung der seriösen Agentur AFP geht es um eine Gruppe von Schleppern, die Migranten von Marokko über die Straße von Gibraltar nach Spanien gebracht haben soll. Für die 10-minütige Überfahrt auf Jet-Skis bezahlten die Flüchtlinge demnach 5000 Euro.

So schnell wird man zum Kriminellen: das Originalfoto von Lukas Podolski beim Jet-Ski-Fahren in Brasilien.
So schnell wird man zum Kriminellen: das Originalfoto von Lukas Podolski beim Jet-Ski-Fahren in Brasilien.(Foto: picture alliance / dpa)

Der erkennbare Haken an der Geschichte: Lukas Podolski gehört natürlich weder zu der mutmaßlichen Schlepperbande noch ist er ein illegaler Einreisender in die EU. Das Foto, das die Meldung schmückt, entstand vielmehr vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Bei einem Team-Event vergnügte sich Podolski mit seinen Mannschaftskollegen am Strand von Santo André. Hier hatte die Weltmeisterelf ihr "Campo Bahia" errichtet, in dem sie sich auf die Spiele vorbereitete.

Mit etwas mehr Sorgfalt bei der Bildauswahl wäre Breitbart der Fehler wohl nicht unterlaufen. Der Angreifer in Diensten des japanischen Klubs Vissel Kobe grinst in die Kamera und formt Zeige- und Mittelfinger zum Peace-Zeichen. Besonders kriminell wirkt er dabei nicht.

Podolski wendet sich gegen den Missbrauch des Fotos. Sein Manager sagte der "Bild"-Zeitung: "Das ist eine Sauerei! Lukas distanziert sich davon und lässt sich nicht instrumentalisieren." Der Fußballer habe seinen Anwalt eingeschaltet.

Quelle: n-tv.de

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